Auf dem Weg zu den Sternen
27.11.2008 | 13:23 Uhr 2008-11-27T13:23:00+0100
Zeus durfte hinter die Kulissen des Musicals "Starlight Express" blicken und einen Darsteller interviewen: Guido Rosenkranz, der den Tax mimt.
Am 5. November hatten 30 Reporter des ZEUS-Projektes die Möglichkeit, hinter die Kulissen des Starlight-Express-Musicals in Bochum zu schauen. Als Starlight-Fan durfte ich mir diese Chance nicht entgehen lassen. Der Besuch des Musicaltheaters wurde in zwei Abschnitte eingeteilt. Neben einer Backstage-Führung hatten wir die Gelegenheit, den Skatermann Guido Rosenkranz zu interviewen.
Hinter der Bühne erfuhr ich sehr viel Neues, was einem Musicalbesucher sonst verborgen bleibt. So erzählte man uns, dass für den Ablauf der Veranstaltung ein Stage-Manager zuständig ist. Sollte ein Schauspieler zu spät dran sein, weil er zum Beispiel nicht schnell genug das Kostüm gewechselt hat, oder die große Brücke, die bei fast jedem Rennen in Aktion kommt, kaputt ist, so erfährt er es als Erster. Der Stage-Manager organisiert dann Lösungen, die vom Publikum meist nicht bemerkt werden. Beispielsweise muss das Orchester zum Zeitgewinn einige Takte wiederholen oder die Rennen finden auf abweichenden Kursen statt.
Bei einem heftigen Sturm ist auch schon mal ein Stück vom Dach weggeflogen, so dass es auf die oberste Fahrbahn regnete. Ein Akteur nach dem Anderen stürzte, jedoch dachte das Publikum, es gehöre so in die Veranstaltung, denn die professionellen Darsteller bewegten sich sehr geschickt. Sieht man mal einen Schauspieler mit einem Lappen durch die Arena fahren, der sich öfter bückt, so gehört das auch nicht zur Vorstellung, sondern dient dem Beseitigen von Wasser- oder Ölflecken.
Die Schauspieler tragen während der gesamten Vorstellung Kostüme, die bis zu 18 Kilogramm schwer sind. An einem Abend trinken die Darsteller ungefähr drei Liter Wasser. Da die Künstler natürlich viel schwitzen und die Kostüme nur schlecht gereinigt werden können, hängen sie nach der Vorstellung vor zahlreichen Ventilatoren.
Im Backstage-Bereich sind die Gänge relativ schmal. An den Ecken sind Spiegel angebracht, um Zusammenstöße der Akteure zu vermeiden, denn hinter der Bühne geht es genauso rasant zu, wie auf ihr. Vor einer Veranstaltung wird bei den Neuanfängern eine Gesichtshälfte geschminkt. Die andere Hälfte müssen sie sich dann selber schminken. Die älteren Akteure übernehmen das Schminken vollständig allein. Als Hilfe klebt an ihrem Spiegel ein Foto des geschminkten Gesichtes. Die Herstellung einer neuen Perücke beansprucht übrigens 40 Stunden. Beim Betreten des Innenraumes des Starlight-Theaters, werden die Zuschauer mit rollenden und schnaufenden Zügen, die hoch über den Sitzen kreisen, auf die bevorstehende Vorstellung eingestimmt. Das sind spezielle Sonderanfertigungen, die es nicht zu kaufen gibt.
Guido Rosenkranz steht schon seit 1994 auf Rollen. Durch einen Zufall wurde er im Essener Skaterpark auf Starlight-Express aufmerksam gemacht. Seit 2007 verdient er nun bei diesem Musical sein Geld. Er spielt Trax, den Streckenposten. Mit seinen schnellen, atemberaubenden Tricks begeistert er das Bochumer Publikum. Ich stellte ihm einige Fragen.
Hast du noch weitere Hobbys neben dem Inlinskaten?
Guido Rosenkranz: "Ich spiele gern Basketball und Billard."
Ist dein Helm auch so schwer, wie bei den anderen Schauspielern?
Rosenkranz: "Nein, natürlich nicht. Sonst könnten wir nicht die Stunts machen."
Schminkst du dich auch?
Rosenkranz: "Ja, ich schminke mich sogar im ganzen Gesicht, aber nicht so stark, wie Pearl zum Beispiel."
Was passiert, wenn du krank bist?
Rosenkranz: "Dann fällt die Rolle entweder ganz aus oder nur die anderen Skatemänner spielen. So wichtig für die Handlung ist meine Rolle nicht."
Was hast du vor Starlight-Express gemacht?
Rosenkranz: "Ich habe nach der Schule eine handwerkliche Ausbildung gemacht und als Straßenbauer gearbeitet."
Was war dein schönstes Erlebnis hier bei Starlight?
Rosenkranz: "Die 20-Jahrfeier von Starlight Express war echt spitze!"
Karoline Steinke, Krupp-Gymnasium, Klasse 8a

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