Düsseldorf

Ist Atomenergie wirklich sicher?

13.11.2009 | 15:54 Uhr
Ist Atomenergie wirklich sicher?

Immer wieder liest man von Pannen und Störfällen in Atomkraftwerken. Wie sicher ist diese Art der Energiegewinnung wirklich? Welche Risiken gibt es? Jill Nell vom St. Ursula-Berufskolleg machte sich schlau.

Alles fing im Jahre 1890 an: Damals wurden die ersten Experimente mit Radioaktivität durchgeführt. Das Ziel: die Erforschung der Kernreaktionen. Die Erkenntnisse des Experiments wurden erstmals im zweiten Weltkrieg eingesetzt. Am 2. Dezember 1942 gelang Enrico Fermi die erste kontrollierte nukleare Kettenreaktion in einem Kernreaktor in Chicago. Das war der entscheidene Schritt, um Atombomben bauen zu können und so nahm das Schicksal seinen Lauf.

Auf einem Militärversuchsgelände in Nevada wurden allein über 1000 Atomtests durchgeführt. Ebenso auf abgelegenen Inseln und Atollen. Die dort ansässigen Bewohner mussten vorübergehend evakuiert werden. Viele von ihnen wurden später krank und starben im schlimmsten Fall an Krebs. Am 6. und 9. August wurden Atombomben auf die Städte Hiroshima und Nagasaki geworfen, 155 000 Menschen starben unmittelbar nach Abwurf der Bomben "Fat Man" und "Little Boy". Weitere 255 000 Menschen starben an den Folgen der radioaktiven Strahlung.

Bis heute sind Teile der Städte hochgradig radioaktiv verseucht und es wird noch Jahrhunderte dauern bis die Strahlung in diesen Stadtteilen sinkt. Aber auch die friedliche Nutzung der Atomenergie ist nicht ungefährlicher und kontrollierbarer. Das bekannteste Beispiel ist Tschernobyl. In der Nacht vom 25. auf dem 26. April 1986 ereignete sich ein folgenschwerer Unfall im Kernkraftwerk Tschernobyl, drei Kilometer von der Stadt Prypjat entfernt. Ein Block des Kernkraftwerks explodierte, hochradioaktive Stoffe wurden an die Umwelt abgegeben. Die radioaktive Wolke, die dadurch entstand, verteilte sich über ganz Europa und verseuchte viele Gebiete. Noch heute haben Gebiete in Deutschland eine erhöhte radioaktive Strahlung.

Die Bewohner von Prypjat und den umliegenden Dörfern mussten evakuiert werden. Was die meisten nicht wussten: Nie wieder würden sie in ihre Heimatstadt zurückkehren. Um Tschernobyl wurde eine 30 Kilometer breite Sperrzone errichtet, die noch heute besteht. Nur Personen mit einer Erlaubnis dürfen sie betreten. Viele Menschen, die dort arbeiten, sind erkrankt. Bis heute sind die Grundnahrungsmittel in den umliegenden Gegenden der Ukraine radioaktiv verstrahlt.

Der radioaktive Müll, der in Kernkraftwerken entsteht, muss fachgerecht gelagert werden. Aber wo? Im Atomlager Asse zum Beispiel läuft radioaktive Salzlauge aus, weil der Müll nicht fachgerecht gelagert wurde. Das war nur ein Teil dessen, was in der Vergangenheit passiert ist. Und wer kann versprechen, das es nicht zu einen zweiten Tschernobyl kommt? Ist Atomenergie wirklich sicher?

Jill Nell, FOS 12.2, St. Ursula-Berufskolleg, Düsseldorf

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