Düsseldorf

Das EDV-System der Zukunft

13.11.2009 | 16:16 Uhr
Das EDV-System der Zukunft

Festplatten - das ist doch was von gestern. Große Unternehmen arbeiten heute viel effektiver, wenn sie alles auf einem zentralen Server speichern. So können die Angestellten von überall aus auf ihre Daten zugreifen.

Die AHG Allgemeine Hospitalgesellschaft AG mit Sitz in Düsseldorf (AHG) widmet sich seit über drei Jahrzehnten der Therapie und Rehabilitation vor allem chronisch kranker Menschen. Mitte 2005 startete die AVG IT-Service GmbH (AVG), ein Tochterunternehmen der AHG, das Projekt "Zentraler Terminalserver".

Im Herbst 2008 wurde das Projekt abgeschlossen. Mittlerweile arbeiten über 1600 Benutzer zuverlässig und reibungslos mit dem Terminalserver. Die Möglichkeit, von überall auf die eigenen Daten zugreifen zu können, wird von den Beschäftigten sehr geschätzt und immer häufiger genutzt.

Lokaler PC wird degradiert

Die Technik des Terminalservers degradiert die lokalen PCs zu Anzeige- und Eingabegeräten. Sämtliche Tastatur- und Mausdaten werden an den Terminalserver übermittelt und zurück kommt die geänderte Bildschirmanzeige. Die Rechenleistung kommt also nicht aus dem eigenen Computer. Von daher müssen Terminalserver gut ausgestattet sein – benötigt werden mindestens zwei Prozessoren und ein großer Arbeitsspeicher.

In einem Interview gab Michael Köppen, Assistent der AHG-Geschäftsführung, interessante Informationen preis.

Zeus: Welchen Anlass gab es, das Projekt zu starten?

Michael Köppen: Es gab viele Gründe, die ein Überdenken der bisherigen EDV-Strategie nötig machten: ein deutlicher Anstieg der Benutzerzahlen, dringender Wunsch der Einrichtungen nach deutlich höherer Vernetzung, veraltete Hardware, veraltete Betriebssysteme und Software oder gestiegenes Sicherheitsbedürfnis.

Die AHG verfügte Anfang 2005 über rund 850 Rechner. Zum Teil waren die Rechner schon deutlich älter und somit stand ein Hardwarewechsel ohnehin bevor. Mit der Umstellung auf einen zentralen Terminalserver (ZTS) konnten viele der oben genannten Wünsche zu einem adäquaten Preis erfüllt werden.

Zeus: Was sind die Vorteile des Einsatzes von Terminalservern?

Michael Köppen: Der Vorteil ist die zentrale Administration des gesamten Netzwerkes. Beispielsweise wurde im Jahr 2007 das Mailprogramm ausgetauscht. Nun konnte, ohne tagelang in jeder Einrichtung der AHG unterwegs zu sein, innerhalb eines Wochenendes der Server und dieses Programm installiert werden. Mit konventioneller Netzwerktechnik hätten wir ein gutes halbes Jahr gebraucht.

Jeder EDV-Anwender kann sich an jedem beliebigen Rechner der AHG mit seinem Benutzernamen und Kennwort anmelden und findet seinen Desktop mit seinen Einstellungen wieder. Dies war früher nur sehr eingeschränkt möglich. Durch einen speziellen Internetserver kann man sich von jedem mit dem Internet verbundenen Rechner dieser Welt in das Netzwerk der AHG einloggen. Besonders für die Führungskräfte ist das eine Erleichterung. Doch es gibt auch Nachteile. Liebgewonnene Eigenschaften eines lokalen PCs bietet der Terminalserver nicht: Es ist keine lokale Softwareinstallation möglich, es gibt keine eigenen Schriftarten, keine Hintergrundbilder oder Farbänderungen. Wir nannten das "Reduzierung des Verfummelungsgrades".

Zeus: Welche personellen Ressourcen und technischen Herausforderungen waren mit dem IT-Projekt verbunden?

Michael Köppen: Die AVG wäre weder personell, noch vom Fachwissen her in der Lage gewesen, eine solche Aufgabe zu stemmen. Wir haben uns frühzeitig mit einem professionellen Partner zusammengetan – einem Systemhaus aus Köln. Dieses Haus verfügte über das nötige Wissen, qualifizierte MitarbeiterInnen und vor allem über die Routine.

Zeus: Welche Perspektiven bietet der Einsatz von zentralen Terminalservern?

Michael Köppen: Dafür gibt es zwei Beispiele. Das erste ist das Bereitstellen oder Updaten von zentralen Anwendungen: Neue Software-Versionen werden irgendwann wieder installiert werden müssen. Wie schon gesagt, ist dann kein Besuch in jeder Einrichtung erforderlich, eine Installation über den Terminalserver reicht aus und nach einem Wochenende ist die neue Version auf jedem Rechner verfügbar.

Zweitens: Das schnelle Erweitern des Netzwerkes um einen neuen Standort. Ein einfacher DSL-Anschluss, eine kleine Firewall und ein Drucker reichen aus, damit im Handumdrehen ein neuer Standort EDV-technisch in Betrieb genommen werden kann. Der Anwender schließt seinen PC ans Netzwerk an und verfügt über alle Möglichkeiten des ZTS. Die zentrale Komponente bietet äußerst flexible Möglichkeiten, die ein modernes Unternehmen benötigt – die AHG ist damit hervorragend im EDV-Bereich für die Zukunft gerüstet.

Charlotte Naß, FOS 12.2, St.-Ursula-Berufskolleg, Düsseldorf

Der Artikel ist zuerst am 13. November 2009 auf der Zeus-Seite in der NRZ Düsseldorf erschienen.

Zeus-Reporterin

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