Computer-Spielen kann man auch im Team
17.06.2011 | 12:18 Uhr 2011-06-17T12:18:00+0200
Dorsten.Das Paul-Spiegel-Berufskolleg in Dorsten hat eine eSport-AG. Die Schüler zeigen, dass Computer-Spielen nicht etwa was für Einzelkämpfer ist, sondern ein echter Teamsport.
Wir trafen uns mit Steffen Reyer (19) und Dimitrij Ignatenko (20) am Paul-Spiegel-Berufskolleg. Steffen Reyer und Dimitrij Ignatenko sind Mitglieder in der eSport-AG. Sie wurde von Lehrer Andreas Ollech ins Leben gerufen. Das Konzept hatte sich an seiner vorherigen Schule als gut erwiesen.
Ziel der Gruppe ist es, anderen Menschen zu zeigen, dass Computer spielen Spaß macht und nicht mit Sucht in Verbindung gebracht werden sollte. Sie möchten Klischees widerlegen und ein Sozialprojekt auf die Beine stellen. Das haben sie eindrucksvoll geschafft: Vor Kurzem gewannen sie einen Sponsor für sich.
Denn es sind 12 500 Euro Preisgeld ausgesetzt
Der Computer-Spezialist sieht eine gute Sache in dem Schulprojekt. Die Jugendlichen sind zwischen 16 und 23 Jahren alt. Gruppenleiter sind Andreas Ollech, Udo Stump und ein weiterer Lehrer. Das Spielen macht den Schülern Spaß, denn sie finden neue Freunde und feiern Erfolge gemeinsam. Die Herausforderung ist ein zusätzlicher Faktor.
Steffen Reyer, alias „protect.x.sway“, stellte für dieses Jahr ein zweites eSport-Team auf. Er gewann neue Leute für die Gruppe, die nun aus neun Schülern besteht. „Ich spiele ungefähr zwei Stunden Computer am Tag, wenn meine Freundin es mir erlaubt“, so Steffen Reyer. Diese Woche wird der 19-Jährige nach Berlin fahren, wo die Deutsche Meisterschaft stattfindet. Dort wird er gegen 26 Gegner aus ganz Deutschland spielen. Er hofft auf Erfolg, denn es sind 12 500 Euro Preisgeld ausgesetzt. Die Wettstreiter spielen in einem Raum, der von einem Hauptsponsor mit Computern ausgestattet wird. Per Losverfahren werden die Gegner bestimmt. Ab dem Viertelfinale werden die Spiele auf einer Leinwand übertragen, so dass Zuschauer zusehen können.
Die Electronic Sports League ist die bedeutendste eSportvereinigung
Auf die Frage, wie lange er noch Spielen möchte, antwortet Steffen Reyer: „Ich weiß nicht, wann ich aufhöre, aber spätestens wenn ich heirate, werde ich es müssen. Es werden andere Dinge wichtig.“
Er möchte gerne Einzelhandelskaufmann werden. Vor drei Monaten haben sich Steffen Reyer und Dimitrij Ignatenko durch die eSport-AG an der Schule kennengelernt. Von da an waren sie beste Freunde. „Es hat sofort gefunkt. Wir sind wie Brüder“, erklären sie. Neben ihren Einzelspieleraktivitäten bilden sie ein Team und spielen gemeinsam.
Dimitrij Ignatenko möchte sein Fachabitur machen und später im kaufmännischen Bereich tätig werden.
Die Electronic Sports League ist die bedeutendste eSportvereinigung. Sie geht gegen Diskriminierung und Regelverletzungen innerhalb von Online-Spielen vor und verhängt Sperren.
Moritz Schute, Klasse 8a, Gymnasium Petrinum, Dorsten

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