Wenn Essen zur Qual wird
12.05.2010 | 14:05 Uhr 2010-05-12T14:05:00+0200
Dinslaken. Warum wollen so viele Teenager aussehen wie Models und nehmen dafür in Kauf, sich herunter zu hungern, bis sie bloß noch Haut und Knochen sind?
Tausende pubertierende Teenager auf der ganzen Welt erkranken an Magersucht. Sie hungern sich auf weniger als die Hälfte ihres eigentlichen Körpergewichtes herunter, um so auszusehen wie die Stars aus den Medien. Oder gibt es dafür noch andere Gründe?
Verschiedene Gründe
Psychologen einer Beratungsstelle kennen verschiedene Gründe für Magersucht. Ausschlaggebend sind vor allem persönliche Probleme, wie mangelndes Selbstbewusstsein, Drang zur Kontrolle über den eigenen Körper, Angst davor, erwachsen zu werden, Konflikte in der Familie oder einfach der Wunsch, Aufmerksamkeit zu erregen. Viele Menschen denken, es seien nur Mädchen und Frauen von Magersucht betroffen, doch 5 Prozent aller Kranken sind Männer.
Psyche ist betroffen
Magersucht hat auch ein gesundheitliches Risiko. Durch die starke Gewichtsabnahme bis zu 85 Prozent des eigentlichen Körpergewichtes wird das Körperschema dramatisch zerstört. Die Betroffenen leiden unter Müdigkeit und starkem Kälteeinfluss. Auch die Psyche ist schwer betroffen. Die Folgen können Ekel vor sich selbst, starke Depressionen, Rückzug von den Mitmenschen oder eine permanente Beschäftigung mit essen und kochen sein.
Fachleute wissen, dass Magersüchtige sich ihre Krankheit nicht eingestehen wollen, obwohl sie Hilfe benötigen. Jeder siebte bis zehnte Magersüchtige stirbt an den Folgen seine Krankheit.
Aber nicht jeder Mensch, der dünn ist, ist magersüchtig. Jugendliche, die unter Magersucht leiden, rechnen sich jeden Bissen vor, essen verstärkt Light-Produkte, essen unregelmäßig, mal mehr mal weniger. Eine besondere Form der Magersucht ist die Bulimie, bei der die Betroffenen mindestens zwei mal pro Woche haufenweise kalorienreiches Essen in sich hinein schlingen.
Strenge Diäten
Anschließend versuchen sie, die Essensaufnahme rückgängig zu machen, indem sie erbrechen, Abführmittel einnehmen, übermäßig Sport treiben oder strenge Diäten einhalten.
Was kann ein Jugendlicher tun, wenn er oder sie an Magersucht leidet?
Man sollte sich eingestehen, dass man Hilfe benötigt, denn die Stärke aus dieser Sucht alleine heraus zu kommen hat man häufig nicht (mehr)! Hilfe bieten Psychologen und Beratungsstellen, die es in jedem größeren Ort gibt.
Jule Brandt und Dana Gollnick, Klasse 8a, Gesamtschule Hünxe

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