Jeremy May verarbeitet Bücher zu Schmuck
10.05.2011 | 17:50 Uhr 2011-05-10T17:50:00+0200
Dinslaken.Vor kurzem lief im Wissensmagazin Galileo auf Pro Sieben ein Beitrag zu einem englischen Schmuckdesigner, der eine außergewöhnliche Idee hatte: Jeremy May stellt Schmuck aus Büchern her. Dabei ist jeder Ring und jede Kette ein handgemachtes Unikat. Zeus-Reporterin Sophie Totz hat die Sendung über den Designer angeschaut.
Vor vier Jahren kamen dem Engländer Jeremy May und seiner Frau Eva-Chloe die Idee, sich zum ersten Hochzeitstag etwas aus Papier zu schenken. Jeremy fertigte aus der Lieblingszeitung seiner Frau (die Zeitung mit dem Hochzeitsdatum der beiden) einen Ring. Es entstand Jeremys erster Ring ,,Littlefly“.
Heute verfolgt er einen bestimmten Ablauf, nach dem er ein Unikat herstellt, wenn er einen Auftrag von Kunden aus aller Welt bekommt.
Die meisten Kunden wählen dabei ihr Lieblingsbuch. Jeremy kauft das Buch aus einem Antiquitätenladen, da die Bücher dort älter sind und deshalb eine kräftigere Struktur haben.
Inhalt des Buchs inspiriert
Danach liest er das Buch, um Ideen für ein Design zu bekommen, welches er dann mit seinem Kunden bespricht. Nun fängt er mit der Herstellung an.
Er legt eine Schablone auf die erste Seite, zeichnet diese nach und schneidet diese mit einem feinem Skalpell aus. Er schneidet jede Seite einzeln aus, da jeder Ring ein Unikat ist und es deswegen keine vorgefertigten Stanzen gibt und mehrere Seiten verrutschen würden. Im Schnitt braucht er für fünfzig Seiten etwa anderthalb Stunden.
In den Ring bringt er durch recycelbares Papier Farbe hinein.
Der nächste Arbeitsschritt ist das verkleben. Es hat zwei Jahre gedauert, die perfekte Technik zu entwickeln, weswegen dieser Schritt geheim bleibt.
Hart wie Holz
Für das Verkleben benötigt er eine Woche. Die zusammengepressten Blätter sind dann steinhart und haben durch die Buchstaben auf den Seiten eine besondere Maserung bekommen. Danach schleift er den Ring, um die Maserung hervorzuheben und damit man sich nicht schneiden kann. Nach dem Schleifen bearbeitet er den Ring mit einer kleinen Fräse, damit der Ring an den Finger passt. Dabei geht es für Jeremy um Millimeterarbeit.
Jeder Ring hat seine eigene Nummer, damit er immer wiedererkannt werden kann.
Zum Schluss lackiert er den Ring mehrmals, um die Maserung noch deutlicher hervorzuheben. Nach ungefähr drei Wochen Arbeit sind die Seiten des Buches wieder hart wie Holz geworden und können samt Buch an den Kunden verkauft werden. Der im Schnitt 400 Euro dafür bezahlt. Der Ring ist nun massiv, leicht und wasserfest.
Die Ringe verkauft Jeremy May unter dem Namen ,,Littlefly” in London.
Sophie Totz, 8d, Theodor-Heuss-Gymnasium, Dinslaken

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