Auf Leben und Tod
04.06.2009 | 11:41 Uhr 2009-06-04T11:41:00+0200Das sogenannte Komasaufen ist ungeheuer gefährlich, bei Jugendlichen aber immer beliebter. Alkohol gehört für den Nachwuchs zur Party dazu.
„Ab geht die Party und die Party geht ab!" So lautet das Motto vieler Jugendlicher. Mal wieder richtig feiern und richtig Gas geben, das steht am Wochenende auf dem Programm. Dazu gehören Freunde, Musik und leider auch zu oft sehr viel Alkohol.
Doch bevor es in die Disco geht, „glüht” man erstmal vor, damit man drinnen nicht den teuren Alkohol kaufen muss. Doch wenn man es erst gar nicht in die Disco schafft, lässt man sich eine Ausnahmegenehmigung der Eltern von Freunden fälschen (den Vordruck stellen die meisten Diskotheken zur Verfügung), oder macht einfach selbst eine Party. Und wer sogar bei einer Tankstelle aus Altersgründen weggeschickt wird, schickt eben einen 18-Jährigen vor. Und dann geht`s richtig los!
Saufen bis der Arzt kommt heißt es dann. Wetten und Spiele wie Meiern, Dosenstechen und Klopfen erhöhen den Spaßfaktor. Durch leuchtend bunte Farben und exotische Geschmacksrichtungen wird man schneller dazu verleitet, mitzutrinken und vor allem auch mehr zu trinken, da man den Alkohol nicht so stark schmecken kann.
Leider stoßen zu viele unter 14-Jährige auf den Genuss des Alkohols. Da die kleinen Körper der Kinder den Alkohol nicht so gut vertragen können, landen sie wie 20 000 andere (jährlich) im Krankenhaus. Für die tapferen Ärzte und Schwestern der Partynächte wird es auch immer härter. Durch die drastische Zunahme von Jugendlichen, die unterschiedlich starke Vergiftungen und/oder andere Verletzungen haben, gibt es sogar in der Notaufnahme Prügeleien und Vandalismus, wobei die Polizei auch manchmal zur Hilfe eilen muss. Da sind so Beispiele wie in Blumentöpfen pinkeln oder sich im Flur übergeben harmlose „Vergehen".
Ernster geht es bei den so genannten „Komasäufern" zur Sache, bei denen es auch um Leben und Tod gehen kann. Und wer es über den Berg geschafft hat, kann trotzdem noch bleibende Schäden zurück behalten.
Wenn Eltern ihre Kinder dann abholen und die Ärzte ihnen Ratschläge geben wollen, stoßen sie meistens auf Ablehnung. Die Eltern wollen sich nicht eingestehen, dass sie zum Teil auch Schuld daran sind, sie müssen sich einfach mehr um ihre Lieben kümmern. Die Politiker fordern härtere Konsequenzen, z.B. strengere Ausweiskontrollen. Doch die Polizei hat in Party-nächten Dringenderes zu tun, sie sind damit beschäftigt Prügeleien zu schlichten oder Betrunkene einzusammeln.
Liebe Eltern, geht doch mal zufällig abends in die Disco eurer Kinder. Wir sollten uns außerdem einfach ein Beispiel an den nordischen Ländern nehmen, denn dort trinken nur sehr wenige Jugendliche häufig Alkohol. Denn dort hat der Alkohol, bedingt durch die hohe Versteuerung einen extrem hohen Preis, den sich Jugendliche nicht leisten können. Die Versteuerung täte allen weh, aber auch gut. Doch das wagt die Politik nicht. Dafür trinken auch die Erwachsenen zu gerne.
Lena Löwe, Yasmin Moseler, Klasse 8b, Gymnasium Voerde
Der Artikel ist zuerst auf Zeus in der NRZ in Dinslaken am 05. Mai 2009 erschienen.

0mitdiskutieren