Alternative Bestattung in der Natur
01.04.2009 | 10:35 Uhr 2009-04-01T10:35:00+0200In Friedwäldern wird die Asche von Verstorbenen an Baumwurzeln beigesetzt. Ein Besuch im Bestattungshaus Gösmann
In Deutschland ist es verboten, einfach irgendwo Verstorbene zu beerdigen. Inzwischen gibt es aber eine Alternative zu den gewohnten Friedhöfen: Den sogenannten Friedwald.
Ein Friedwald ist eine alternative Bestattung in der Natur. Die Asche eines Verstorbenen wird direkt an den Wurzeln eines Baumes beigesetzt. „Ungewöhnlicher, aber in jeder Beziehung würdevoll”, sagt Heinrich Gösmann, der das gleichnamige Bestattungshaus in Ickern leitet. „Die besondere Atmosphäre eines Friedwaldes ist Balsam für die Seele und bietet Angehörigen einen ganz eigenen und privaten Weg zu trauern.”
Auf Wunsch erinnert eine Namenstafel am Baum an den Verstorbenen, seine Asche wird an den Wurzeln beigesetzt. Die Grabpflege übernimmt später einfach die Natur.
Der Baum in einem Friedwald bietet eine Ruhestätte für einen langen Zeitraum. Grabaufhebungen oder Verlängerungen entfallen. Herkömmliche Gräber werden nach 30 Jahren mit den Restknochen tiefergelegt, sodass darauf eine neue Beisetzung durchgeführt werden kann.
Eine solche Erd- oder Feuerbeisetzung kostet rund 1000 Euro, hinzu kommen die Kosten für die jeweilige Grabstelle. In einem Friedwald entscheidet dagegen Art und Größe des ausgewählten Baumes über den Preis der Bestattung.
Familie Gösmann übernimmt Erd-, Feuer und Seebestattungen, sowie die in einem Friedwald. Gösmann: „In den meisten Fällen finden Erdbestattungen statt, diese liegen bei 70 Prozent. Feuer- und Seebestattungen werden zu 30 Prozent durgeführt.”
Das Angebot des Bestattungshauses Gösmann umfasst außerdem die internationale Überführung mit modernen Spezialfahrzeugen oder per Luftfracht. „Zudem setzen wir alle Verstorbenen jeder Religion bei”, sagt Heinrich Gösmann. Geschäftszeiten gibt es keine: Bei einem Trauerfall ist Familie Gösmann rund um die Uhr auch an Sonn- und Feirtagen persönlich zu erreichen, um notwendige Dinge zu besprechen.
Kristina Vejnovic, Fridtjof-Nansen-Realschule

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Der Begriff FriedWald ist markenrechtlich geschützt. Es gibt derzeit insgesamt 26 FriedWälder in Deutschland. Eine Übersicht findet sich hier: http://www.friedwald.de. In Nordrhein-Westfalen gibt es vier FriedWälder. Sie liegen im Münsterland, in Kalletal, in Bad Münstereifel und in Bad Laasphe. Dort kann sich jeder, der es möchte, schon zu Lebzeiten einen Baum aussuchen.