Soziales

Teilnehmen an der Normalität

16.05.2012 | 17:18 Uhr
Teilnehmen an der Normalität
Foto: Zeus

Bottrop.   In der Rheinbabenwerkstatt in Bottrop arbeiten 335 Menschen mit Behinderung. Unsere Zeus-Reporter haben einen von ihnen getroffen.

Frank sitzt an einem Holztisch, darüber hängt ein DIN A4 großer Elektroschaltplan. Das sieht schon ganz schön kompliziert aus. Frank ist dabei, ein Starkstromkabel zu entwickeln. Eigentlich hört sich das ganz normal an. Aber so normal ist es nicht. Frank ist nämlich behindert und sein Arbeitsplatz befindet sich in der Rheinbabenwerkstatt des Diakonischen Werkes Gladbeck-Bottrop-Dorsten. Viele denken, geistig oder körperlich behinderte Menschen seien nicht in der Lage, selbstständig zu arbeiten. Viele glauben, dass sie auf fremde Hilfe angewiesen sind. So kommt es, dass man glaubt, diese Menschen seien ein Fall für die Fürsorge. Dass man diesen Menschen nicht zutraut, dass sie sehr gute Arbeit machen, erzählt uns Frank: „Ich hab mich mal beworben und wurde aber aufgrund meiner Behinderung abgelehnt. Hier arbeite ich jetzt schon 23 Jahre. Ich bin froh, dass es heutzutage schon so viele Möglichkeiten gibt.“ In der Fahrradwerkstatt bastelt gerade ein junger Mann an einem demolierten Fahrrad. Er schraubt und werkelt an dem Fahrrad, damit man es wieder benutzen kann. In den Bottroper Werkstätten wird aber nicht nur gearbeitet, sondern auch Sport getrieben und gelernt, sich richtig zu bewerben. Die Rezeption ist ebenfalls ein Platz zum Arbeiten, hier lernen viele Personen, richtige Telefonate zu führen und Information weiterzugeben. Die Menschen in der Rheinbabenwerkstatt arbeiten nicht alleine für sich, sondern helfen sich gegenseitig. Somit macht die Arbeit gleich viel mehr Spaß. Viele, die noch nie dort waren, denken, hier würde es nicht so laufen wie in normalen Betrieben. Das ist ein Irrtum – Termine müssen ebenfalls eingehalten werden, damit die Produkte wie zum Beispiel Sandspielzeuge rechtzeitig eintreffen. In der Metallverarbeitungswerkstatt stehen viele große und laute Geräte, deshalb müssen alle einen Lärmschutz tragen.

Ein besonderes Ereignis war der Nachbau einer Karstadt-Filiale aus Legosteinen im Rahmen eines Firmenjubiläums. „Das war schon viel Arbeit“, verriet uns Wolfgang. Menschen aus allen Abteilungen der Rheinbabenwerkstatt arbeiteten mit großem Engagement an diesem Projekt mit.

Insgesamt arbeiten in der Rheinbabenwerkstatt 335 verschiedene Menschen mit Behinderungen, erzählte uns Wolfgang. Einer dieser 335 Menschen ist Frank. Er ist sehr froh, dass seine bisherige Zeit hier in der Rheinbabenwerkstatt ihm sehr viel Freu(n)de bereitet hat und hofft, dass die Arbeit nie langweilig wird und ihm noch lange Spaß macht.

Miriam Petrow, Isabel Hagenbruck, Klasse 8f/8d, Josef-Albers-Gymnasium, Bottrop

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