Weniger Messdiener in den Kirchengemeinden
09.11.2010 | 17:09 Uhr 2010-11-09T17:09:00+0100
Bochum.Die Zahl der Jugendlichen, die Messdiener werden wollen, ist zurückgegangen. Und auch ältere Messdiener lassen sich immer seltener im Gottesdienst blicken. Doch woran liegt das schwindende Interesse?
Sie sind aus dem Gottesdienst nicht wegzudenken. Sie bringen Brot und Wein zum Altar, tragen die Leuchter, schellen bei der Wandlung. Sie vertreten die Gemeinde am Altar. Messdiener, die Mädchen und Jungen in den weißen Gewändern, gehören nun mal zum Gottesdienst hinzu. Doch die Zahl der neu eingeführten Messdiener ist in den vergangenen Jahren stark zurückgegangen. So sind es zum Beispiel in diesem Jahr in der Kirchengemeinde Sankt Maria Magdalena in Bochum-Höntrop fünf „Minis“, während es im Jahr 2004 noch über zwanzig waren.
Gemeinschaft bei Monats-Aktionen
Und auch „alte“ Messdiener lassen sich nicht immer blicken. Dabei ist der Dienst in der Kirche keinesfalls langweilig, wie die Messdiener berichten. Jede Messe ist anders und in jeder stellen sich neue Herausforderungen. Messdiener zu sein bedeutet nicht nur, einmal im Monat zur Messe zu kommen und sich die weiße Kutte überzustreifen: Im Abstand von ein bis zwei Monaten finden die sogenannten „Monatsaktionen“ statt.
So waren die Messdiener etwa schon gemeinsam in der „Zoom“-Erlebniswelt in Gelsenkirchen, haben einen Flughafen besichtigt, waren im Kino, schlenderten über verschiedene Weihnachtsmärkte. Es gibt viele Gründe, warum es sich lohnt, ein Messdiener zu sein. Die sogenannte „Leiterrunde“, also Jugendliche und Erwachsene zwischen 14 und 30 Jahren, nannten als Motivation unter anderem den Spaß an der Sache, die gute Zusammenarbeit im Leiterteam und die Möglichkeit, das Leben in der Kirche aktiv mitzugestalten.
Kontakt zur Kirche verloren
„Ich finde es wichtig, dass es überhaupt noch Jugendliche gibt, die sich in der Gemeinde engagieren, denn die Jugendlichen sind die Zukunft unserer Kirche“, meint Verena Rohde (25), eine der Leiterinnen. Außerdem möchte man erreichen, dass auch andere lange dabei bleiben.Doch trotz aller Mühen steigen immer wieder Messdiener aus. Ein Grund dafür ist die mangelnde Motivation, sonntags früh aufzustehen und in die Messe zu gehen.
„Irgendwie habe ich den Kontakt zu der Kirche und den Messdienern verloren“, berichtet Leonie Bideau (14). Andere Dinge seien ihr da einfach wichtiger. Über den Rückgang der „Minis“ darf sich die Kirche in diesen Zeiten jedoch nicht wundern, wenn man an die Missbrauchsfälle denkt.
Carina Beiermann, Klasse 9d, Matthias-Claudius-Schule

13:02
ich glaube kaum, dass weniger die jüngst bekannt gewordenen Missbrauchfälle die Ursache sind, sondern vielmehr die Auflösung der Pfarreienstruktur, die zur folge hat, dass niemand mehr weiß, wo er seine religiöse Verwurzelung leben soll
13:18
Der Artikel ist gut und informativ geschrieben und beleuchtet zum Schluß,warum der Kirche nicht
nur die Meßdienerinnen und Meßdiener weglaufen!