Weihnachten in Polen und in Deutschland
14.12.2011 | 17:30 Uhr 2011-12-14T17:30:00+0100
Bochum. Zeus-Reporter Kevin Wengelewski und Philipp Wolke vergleichen die festlichen Traditionen der beiden Nachbarländer.
Weihnachten steht vor der Tür, doch nicht überall wird es gleich gefeiert. Ob weihnachtliche Gesänge, funkelnde Kerzen oder der Duft der Tannen, sie geben uns ein Gefühl der Friedlichkeit.
Jedes Jahr werden am 24. Dezember in Polen und Deutschland Festtagsvorbereitungen für den Abend getroffen. An diesem Tage wird in Polen gefastet. Das bedeutet, dass die Menschen kein Fleisch zu sich nehmen.
Wenn der erste Stern am Himmel steht, wünscht sich die ganze Familie Glück und Gesundheit und teilt sich miteinander eine, mit Honig bestrichene, Oblate (auf Polnisch: „oplatek“). Man teilt mit jedem einzelnen Familienmitglied ein Stück seiner Oblate und dabei sagt man einander seine Wünsche für das kommende Jahr.
Rote-Beete-Suppe und Karpfen in Gelee
Dann setzt sich die Familie gemeinsam zu Tisch, um zu beten. Nach dem Tischgebet wird traditionell bei Kerzenlicht ein Zwölf-Gang-Menü, serviert, das meistens nur aus Fisch besteht. Es können aber auch nur sieben oder acht Gänge sein. Man stellt einen Teller mehr bereit als nötig, falls ein unverhoffter hungriger Gast vor der Tür steht.
Es werden Maultaschen gefüllt mit Sauerkraut oder auch Pilzen, in einer Rote-Beete-Suppe (barszcz czerwony) angerichtet. Karpfen wird in Gelee eingelegt, Hering in Öl, Forelle in Essig und Salzhering in Sahne. Als Beilage reicht man Weißkohl, Rotkohl, Sauerkraut und „cwikla“ (geriebene Rote Beete in Meerrettich).
In Deutschland gibt es kein spezielles Gericht an Heiligabend. Manche Leute essen Würstchen mit Kartoffelsalat, bei anderen gibt es Fondue oder Raclette, Braten oder ein anderes festliches Gericht.
Die ganze Familie versammelt sich
In Deutschland gehen die Leute schon am Nachmittag in die Kirche oder auch abends oder nachts zur Mitternachtsmette oder sie gehen gar nicht in die Kirche. In Polen geht man üblicherweise um Mitternacht in die Kirche zu einer speziellen Messe, die es nur Heiligabend gibt. Sie wird „pastorka“ genannt.
Nach dem Essen (in manchen Familien auch vorher) ist es Zeit für die Bescherung. Sowohl in Polen, als auch in Deutschland wird dabei gerne Süßes verschenkt, wie etwa Schokolade oder Marzipankartoffeln. Man freut sich, dass die Familie beisammen ist, die man vielleicht nicht so oft im Jahr sehen kann. Versammelt um den Weihnachtsbaum werden fröhliche Weihnachtslieder gesungen. Weihnachten bringt Familien zusammen, in Polen und in Deutschland.
Kevin Wengelewski und Philipp Wolke, Klasse 9b, Franz-Dinnendahl-Realschule, Bochum
Weihnachten kann wundervoll sein. Der Tannenbaum sieht aus wie Horst, die Gans ist verbrannt, der erste handfeste Streit ist im Gange? Egal. Es geht doch darum, Zeit miteinander zu verbringen. Wer an Heiligabend ruhig zu Hause bleibt, statt sich in der Innenstadt die Flüße platt zu laufen, wer mit Familie und Freunden bei einem Glas Wein zusammensitzt, der macht alles richtig.
Es ist die Zeit, in der man darüber nachdenkt, was alles passiert ist im fast vergangenen Jahr, indem man über schöne und weniger schöne Erlebnisse spricht. Ein Mal im Jahr hält man für einen Moment inne. Es gibt viele Gründe, Weihnachten zu lieben. Wir haben 100 Gründe zusammengetragen.

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