Tiere

Vogelspinnen als „schaurig-schönes“ Hobby

14.11.2011 | 15:05 Uhr
Vogelspinnen als „schaurig-schönes“ Hobby
Spinnen als Haustiere sind sicherlich nicht jedermanns Sache. Foto: Stephan Eickershoff

Bochum.   Als die Eltern von Zeus-Reporterin Julia von ihrem Wunsch erfuhren, war die Begeisterung gleich null. Die Schülerin wollte eine Vogelspinne als Haustier. Es dauerte jeoch nicht lange, da war die gesamte Familie begeistert.

Hund, Katze, Hamster, Vogelspinne – eine ungewöhnliche Kombination. Während die ersten drei Tiere sich in vielen Haushalten wiederfinden, ist die Vogelspinne wohl der Exot unter den Haustieren im Kinderzimmer. Hat man einmal mit diesem außergewöhnlichen Hobby begonnen, lässt es einen nicht mehr los.

Erzähle ich von diesem Hobby, so sind die wenigsten Menschen begeistert, einige ekeln sich, manche finden es interessant und viele, die zu Besuch kommen, sind erstaunt, wie schön die Tiere in ihrem Terrarium dann doch sind. Meine Geschichten über Herkunft, Haltung und Eigenarten meiner Spinnen haben schon viele Leute erstaunt und fasziniert. Ich würde sagen, man könnte das Interesse unter die Kategorie „schaurig-schön“ fassen.

Begeisterung war gleich null

Als ich meinen Eltern den Wunsch über dieses neue Haustier mitteilte, war die Begeisterung gleich null. Das hat sich mittlerweile geändert, wir sind alle Spinnenfreunde geworden, gehen auf Reptilienmessen und holen unsere Tiere vom Züchter. Ein Besuch im Zuchtkeller eines Züchters kürzlich war unglaublich interessant und spannend, eignet sich aber längst nicht für jeden.

Eine artgerechte Haltung, die im Übrigen für jede Spinne etwas anders ist, versteht sich von selbst. Ich achte auf die entsprechende Temperatur und Luftfeuchtigkeit, in jedem Terri hängt ein Messgerät dazu. So braucht beispielsweise meine Baumvogelspinne, eine Poecilotheria ornata, welche aus Sri Lanka kommt, mehr Luftfeuchtigkeit als meine Acanthoscurria geniculata, eine Weißkniespinne aus Brasilien. Die weiblichen Vogelspinnen können je nach Rasse bis zu 20 Jahre alt werden, während die Männchen nach ihrer Reifehäutung mit etwa fünf Jahren sterben.

Biss ist oft nicht schlimmer als ein Wespenstich

Ein Schloss vor jedem Terrarium ist ein Muss, damit nichts passiert. Wirklich giftig sind sie für den Menschen übrigens nicht – falls man doch einmal gebissen werden sollte, gleicht es einem Wespenstich. Das lebende Futter (Heimchen, etc.) ist zwar gewöhnungsbedürftig, interessiert aber sogar unseren Kater, der gerne vor der Heimchendose sitzt und die kleinen Futtertiere beobachtet.

Auch die Bildung kommt bei diesem Hobby nicht zu kurz, denn man liest viel über die Tiere und kennt natürlich deren lateinische Namen.

Meine Spinnen werden mich hoffentlich eine lange Zeit begleiten und vielleicht findet sich auch noch der eine oder andere Spinnenfreund.

Julia Heinemann, Klasse 8a, Neues Gymnasium Bochum

Zeus-Reporterin

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