Naturschutz

Umweltbewusstsein in Ägypten - Wunsch oder Wirklichkeit

28.11.2011 | 11:40 Uhr
Umweltbewusstsein in Ägypten - Wunsch oder Wirklichkeit
Wilde Müllkippe am Rheinischen Esel an der Hörder Straße in Witten am 01.09.2011. Foto: Monika Kirsch / WAZ FotoPool

Hurghada/Ägypten.   Autoabgase, die Abholzung der Regenwälder, Überfischung der Meere – die Umwelt wird auf vielfältige Weise bedroht. Zeus-Reporter Mohamed Abdel Aal stellt eine Naturschutzorganisation vor, die in Ägypten gegen den Müll kämpft.

Umweltschutz ist ein sehr großes Thema in Ägypten. Überall, auf der Straße, an Häusereingangen, in Grünanlagen liegt achtlos weggeworfener Müll. Diese Art des Umgang mit Unrat ist eine schlechte Angewohnheit vieler Ägypter, die wohl darauf zurückzuführen ist, dass sie es von Kind auf nicht gelernt haben, die Umwelt zu schützen. Sicherlich hängt dieses Verhalten auch mit der fehlenden Schulbildung noch vieler Menschen zusammen, denn es gibt immer noch Analphabeten in allen Altersstufen, weil vielen Menschen früher wie heute das Geld fehlt, ihre Kinder in die Schule zu schicken.

Zum Glück ist der Müll aber auch einigen Anwohnern ein Dorn im Auge, so dass sich 1992 zwölf Aktivisten aus der Taucher-Szene des Roten Meeres zusammenschlossen und die Hurghada Environmental Protection and Conversation Association, kurz HEPCA, gründeten, eine der größten ägyptischen Naturschutzorganisationen überhaupt. Ursprünglich zur Erhaltung des Ökosystems des Roten Meeres ins Leben gerufen, setzt sich die HEPCA mittlerweile die Bekämpfung von Müllansammlungen und vor allem den Schutz der gesamten Umwelt zum Ziel, wobei sie ihre Arbeit und Bemühungen als ein Drei-Phasen-Projekt vorstellt: die Müllentsorgung, die Mülltrennung und schließlich auch das Recyclingverfahren.

Die Bevölkerung profitiert vom Umweltschutz

„Wir hier in Hurghada befinden uns leider erst in Phase eins“, sagt Urte Fiek, die sich um die Öffentlichkeitsarbeit der Organisation kümmert. „Das Reinigen von öffentlichen Straßen und Plätzen und die gesamte regelmäßige Müllentsorgung müssen zunächst sichergestellt werden.“ Um dieses Ziel zu erreichen, werden Arbeitskräfte eingestellt – das dient auch der Arbeitsplatzbeschaffung und kommt somit der Bevölkerung zugute.

Die zweite Phase befindet sich in der Planung. Sie hängt eng mit der dritten, der Wiederverwertung von Abfällen, zusammen. Zu den geplanten Maßnahmen gehört die Unterstützung eines Gesetzes, das in Ägypten das Benutzen von Plastiktüten verbietet. Auch die Einführung eines Pfandsystems für Plastikflaschen ist vorgesehen, denn diese sind die schlimmsten Abfälle im Hausmüllbereich: Es dauert ca. 1000 Jahre bis sich eine Plastikflasche wieder aufgelöst hat.

Erster Schritt: Umdenken

Die HEPCA hat einen Anfang gemacht. Sie versucht, an das schlechte Gewissen der Müllverursacher zu appellieren und sie zum Umdenken zu bringen. Sie will erreichen, dass alle Menschen ein wirkliches Umweltbewusstsein entwickeln, ihre Umwelt schützen und aufhören, ihren Müll achtlos wegzuwerfen. Die HEPCA hat sich den Schutz Hurghadas zu Lande und zu Wasser mit dem Slogan „Save our Environment“ auf die Fahnen geschrieben.

Mohamed Abdel Aal, Klasse 8, Deutsche Schule Hurghada

Zeus-Reporter

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