Strengere Regeln für Technik-Geräte an Schulen
10.11.2010 | 13:10 Uhr 2010-11-10T13:10:00+0100
Bochum.Aus Angst vor gefilmten Gewalt-Szenen auf dem Schulhof haben sich manche Schulen entschlossen, nun auch MP3-Player und Kameras zu verbieten. Schüler finden diese Regelung absurd. Eine Zeus-Reporterin kommentiert.
An Schulen sind Handys im Unterricht verständlicher Weise verboten. Auch auf dem Schulhof dürfen Schüler diese „Sozialitätskiller“ nicht mehr benutzen. Es gibt Befürchtungen, man könne dann andere Schüler zusammenschlagen und das auf Video aufnehmen oder andere kriminelle Geschehen filmen und dann in das weltweite Netzwerk stellen. Diese Vorwürfe sind für viele, wenn nicht sogar für die meisten Schüler, absurd.
Seit neuestem sind auch MP3-Player, iPods und normale Kameras verboten. Man darf diese Geräte nicht auf dem Schulhof in der Hand haben, sonst werden sie einkassiert. Viele Schüler sind empört über diese Maßnahmen: Was ist, wenn man mal ein Erinnerungsfoto von seinen Mitschülern auf dem Schulhof haben möchte? Was ist, wenn man seinen Freunden die neuesten Lieder vorspielen will? Dann bleibt wohl keine andere Wahl, als zu riskieren, dass einem die Kamera, das Handy oder vielleicht auch der iPod weggenommen wird.
„Ich hab’ da nichts mit am Hut!“
Auf dem ganzen Schulhof und in jeder Klasse fragt man sich: Warum? Wenn man die Lehrer um eine Stellungsnahme bittet, wird man immer nur mit dem Satz vertröstet: „Ich hab’ da nichts mit am Hut, ich habe nur gehört, dass es sich um das Problem handelt, dass viele Gewaltverbrechen mit Handys festgehalten werden.“ Doch warum trauen Lehrer uns eine solche Kriminalität überhaupt zu? Die Antwort weiß keiner. Es liegt an dem Vorurteil, dass - wenn ein einzelner Schüler so etwas vielleicht einmal gemacht hat - alle anderen natürlich auch so handeln müssen.
Die technischen Geräte sind auf dem Schulhof nicht erlaubt wegen der gewalttätigen Verbrechen, die aufgenommen werden könnten, doch in der Freizeit kann so etwas auch passieren. Wie wäre es mit einer Stellungnahme der Lehrerkonferenz zu diesen Vorwürfen? Was ist, wenn der Klassenlehrer seine Klasse über dieses Problem aufklärt? Das wäre sicher eine gute Lösung - und würde vielleicht zur Beseitigung dieses Verbotes führen.
Aileen Buchgeister, Klasse 9c, Neues Gymnasium Bochum

13:05
Die Regelung ist m.E. o.k. Es gab nun wirklich schon viele negative Beispiele, wo Handygebrauch missbraucht wurde, um Gewaltszenen zu filmen. Dies geschah sicherlich nicht, um Straftäter zu entlarven.Im Übrigen sind an MP3Player gestöpselte Schüler schon rein äußerlich nicht auf soziale Kontakte aus.Sie vermitteln den Eindruck, nichts mit anderen zu tun haben zu wollen. Das kann doch in einer Schule nicht gewollt sein, sondern gehört eindeutig in den privaten Bereich. Daher ist die Regelung gut. Vor 30 Jahren sind wir in unserer Schulzeit auch sehr gut ohne diese Medien ausgekommen.
10:40
Dadurch, dass Gewaltszenen nicht aufgenommen werden dürfen werden sie m.E. nicht verhindert, jedoch kann eine Aufnahme im Nachhinein vielleicht sogar zur Aufklärung einer Straftat (Körperverletzung) beitragen.
10:38
Absurd ist, das heutige Jugendliche Gewaltexzesse aufnehmen und ins Netz stellen. Von daher vollstes Verständnis für diese Regelung!