Starthilfe statt Nachhilfe
22.12.2011 | 15:10 Uhr 2011-12-22T15:10:00+0100
Bochum. Ein Projekt in der Hufelandschule soll Erstklässlern dabei helfen den Schulalltag zu meistern. Senioren helfen bei den Hausaufgaben und besprechen mit den Schülern ihre Erlebnisse.
Es ist 11.40 Uhr in der Hufelandschule in Querenburg. Zehn Schüler und Schülerinnen kommen in einen Klassenraum, in dem Eltern und die sogenannten Helfer warten. Die Kinder kommen aus einer zehnminütigen Pause. Nun geht es los mit einem Erzählkreis: Wie war die Schule? Seid ihr im Unterricht mitgekommen? Gab es Probleme mit Klassenkameraden oder Lehrern? Gibt es Mitteilungen für die Eltern? Gibt es Hausaufgaben und kannst du sie allein schaffen?
Wir befinden uns in einem Projekt des Fördervereins Hustadt. Hier soll Erstklässlerinnen und Erstklässlern Starthilfe in ihren Schulalltag gegeben werden. Denn einige der Kinder, die hier zur Schule gehen, kennen die notwendigen Abläufe des Schullebens nicht und sind mit ihnen überfordert: Sie wissen nicht, wie man ein Hausaufgabenheft führt, warum ein gesundes Pausenbrot so wichtig ist oder wie man Probleme lösen kann z.B. auch ohne Gewalt.
Den Schulalltag proben
Deshalb hat sich eine kleine Gruppe des Fördervereins Hustadt zusammengefunden, um den „normalen“ Schulalltag mit diesen Problemkindern „einzuproben“. „Vor einigen Jahren kamen Eltern der vierten Klassen zum Förderverein und forderten Nachhilfe, damit die Viertklässler den Schulübergang schafften. Doch es stellte sich heraus, dass es zu spät war erst in der vierten Klasse mit der Nachhilfe zu beginnen. Die Meisten waren schon in der ersten Klasse hängen geblieben“, erklärte V. Dommes, Vorsitzende des Fördervereins. Seitdem kümmert sich ein kleiner Kreis von Senioren und Seniorinnen darum, den Schulanfängern Starthilfe in ihr Schulleben zu geben. Diese Unterstützungsmaßnahme dauert eine Stunde am Tag und findet von Schulbeginn bis zu den Herbstferien statt, sodass sich die Kinder gut an die Schule und ihre Arbeitsabläufe gewöhnen können.
Am Ende wird gespielt
Nach dem Erzählkreis gehen die Kinder mit einem dazugehörigen Elternteil und einem Betreuer oder einer Betreuerin in eine intensive Einzelgruppe. In diesen Kleingruppen werden jetzt die Hausaufgaben gründlich gemacht und kontrolliert. Am Ende wird meistens noch gespielt.
Das Schulstartprojekt hat dieses Jahr zum zweiten Mal stattgefunden und wurde in diesem zweiten Durchlauf von Aktion Mensch mit finanzieller Unterstützung und von der RuB durch den Einsatz von Studenten gestärkt.
Ob dieses Projekt weitergeführt wird ist unklar, denn es kommt nicht ohne die Hilfe und Unterstützung freiwilliger Helfer und Helferinnen aus. Doch wenn dies nicht passiert, werden die nächsten Generationen wieder mit viel Druck und Stress den Schulalltag sowie den Schulübergang bewerkstelligen müssen.
Clara Hennecke, Klasse 8b, Schiller-Schule, Bochum

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