Stachelig, aber hilfsbedürftig
23.11.2011 | 16:38 Uhr 2011-11-23T16:38:00+0100
Bochum. Was tun, wenn man einen verletzten Igel findet? Zeus-Reporterin Lena-Marie Gans hat eine Antwort auf diese Frage.
In diesen Tagen sind Igel besonders aktiv, da sie sich für den Winterschlaf Fettreserven anfressen müssen. Verwaiste Igelsäuglinge oder verletzte Igel schaffen das meistens nicht und müssen verhungern. Deshalb brauchen sie Hilfe.
Am besten ist es, wenn man einen kranken oder verletzten Igel in einem mit Laub gefüllten Karton zum Tierarzt transportiert. Der Igel kann aber auch bei einer Igelstation abgegeben werden, wobei sich die nächste Igelstation in Münster befindet.
Igel können bei Almuth Winterschlaf halten
In Bochum haben sich fünf Frauen bereit erklärt, ehrenamtlich die Igel in ihren Kellern aufzunehmen und zu pflegen. Die Frauen arbeiten mit dem Arbeitskreis Umweltschutz zusammen, der eine Internetseite bereitstellt. Eine dieser Frauen, Almuth Riedel, beantwortete mehrere Fragen zur Versorgung verletzter oder verwaister Igel.
Almuth bekommt nach eigenen Angaben jährlich etwa 80 Igel gebracht und kann elf Igel gleichzeitig versorgen. Sie arbeitet mit einem Tierarzt zusammen, der sich um verletzte und kranke Igel kümmert. Die Igel können bei Almuth auch Winterschlaf halten. „Ich habe zwei verschiedene Räume, die unterschiedliche Temperaturen haben. Der eine Raum hat eine Temperatur von 18-20 Grad, in dem die jungen und verletzten Igel gepflegt werden. In dem anderen, kälteren Raum finden ältere und gesunde Igel Platz, die bereit zum auswildern sind“, sagte sie. Wenn es nachts über fünf Grad warm wird, wildert sie die gesunden Igel aus.
Zum Auswildern stellen sich Besitzer von Schrebergärten oder ländlichen Grundstücken zur Verfügung, die sich dann auch um die Igel kümmern.
Igel bleiben zwei bis drei Wochen
Sie stellen dem Igel ein Winterquartier und für einige Tage noch Wasser und Nahrung zur Verfügung. Normalerweise bleiben die Igel zwei bis drei Wochen bei Almuth. Die Kosten für diese Pflege sind wegen der Tierarztkosten, dem Futter und den Gehegen hoch. Der Arbeitskreis Umweltschutz finanziert sich nur durch Spenden und freut sich daher über jeden Betrag der eingeht, weil er dadurch Frauen wie Almuth Riedel unterstützen kann.
Einen verletzten Igel könnten sie an vielen Orten finden. Lassen Sie ihn nicht liegen, sondern helfen Sie ihm.
Lena-Marie Gans, Klasse 8c, Neues Gymnasium Bochum

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