Deutsche Schule Seoul

So war es mit den Saugbarben im Café Doctor Fish

29.10.2010 | 16:50 Uhr

Bochum/Seoul.Im Doctor Fish Café im südkoreanischen Seoul gibt es Wasserbecken mit Fischen. Besucher tauchen ihre Füße in das Becken und lassen sich von den Fischen kitzeln. Warum nur?

Zeus-Reporter Johannes Schwickart genießt die Fisch-Massage im Doctor-Fish-Café in Seoul.

Vor meiner Abreise nach Korea hatte ich schon von Freunden, die schon einmal nach Asien gereist waren, gehört, dass es in vielen asiatischen Ländern Orte gibt, die „Doctor Fish Café“ heißen. Diese Einrichtung beschäftigte mich so sehr, dass ich mich noch vor der Abreise in Deutschland darüber informiert habe und so war es eines meiner ersten Erlebnisse, als ich vor ungefähr fünf Wochen hierher nach Seoul kam: ein Besuch des „Doctor Fish Cafés“. Durch meine fünfjährige Spielzeit als Innenverteidiger hatte sich auf der unteren Seite meiner Füße eine dicke Hautschicht gebildet, die ich gerne loswerden wollte; die Lösung war das „Doctor Fisch Café“.

Das „Doctor Fish Café“, das ich besucht habe, befindet sich im Stadtteil Gangnam. Am Eingang werde ich bereits mit sanfter Jazzmusik in Empfang genommen und nach meiner Bestellung mache ich es mir auf einem der vielen Plätze gemütlich. Ich bekomme hier schon für 5.900 KRW, das entspricht etwa 3,80 Euro, ein „English Breakfast“ mit Butter, Marmelade und einer kleinen Kanne mit schwarzem Tee. Es gibt dazu verschiedene Sorten Brot, die an einer Theke nach Lust und Laune dazugelegt werden dürfen. Zusätzlich zu den Kosten für das Essen zahle ich noch 2.000 KRW, circa 1,40 Euro, wenn ich die Fisch-Behandlung mitmachen will.

Rote Saugbarben tanzen im Becken auf und ab

An der Fensterfront des Raumes gibt es zwei im Boden eingelassene, mit Wasser gefüllte, kleine Becken. Darin tummeln sich kleine Fische, sogenannte rote Saugbarben (engl. doctor fish), die vor freudiger Erwartung in den Becken auf und ab tanzen. Es gibt zwei verschiedene Becken. In einem gibt es Fische von circa drei bis fünf Zentimeter Länge, die etwa so dick sind wie ein Kugelschreiber. In dem anderen Becken sind die Fische etwas größer, etwa fünf bis zehn Zentimeter lang und zwei Fingerbreit dick. Sobald ich mir unter Aufsicht einer Bedienung die Füße in dem angrenzenden Waschbecken gereinigt habe, darf ich sie in das angenehm temperierte Wasser stecken.

Sofort fangen die kleineren Fische fröhlich an, an den geschundenen Füßen die überflüssige Hornhaut abzuknabbern. Dabei ist zu beobachten, dass die kleineren Fische sogar zwischen die Zehen gelangen und somit viel mehr kitzeln. Die größeren hingegen widmen sich lieber den Fersen, Knöcheln und den Nagelbetten. Manchmal entstehen auch kleine Rivalitäten zwischen zwei Fischen, wenn es sich um eine besonders gute Stelle am Fuß handelt und so beobachte ich meinen kleinen Privatfisch, der sich mit den anderen um meinen Knöchel streitet.

Nach ungefähr 20 Minuten sind die Füße weich wie butter

Wenn erst einmal die ersten Kitzelanfälle überwunden sind, lässt es sich in dem Café sehr gut mit Freunden entspannen. Und weil so etwas ein bisschen Mut erfordert, finden sich dort eher Schüler und Studenten. Es gibt aber auch einige ältere Menschen, die sich dort „just for fun“ die Füße kitzeln lassen wollen. Nach ungefähr 20 Minuten sind alle Fische satt, die Füße weich wie Butter und ich selber total fertig - vom Lachen. Eine freundliche Bedienung kommt, um mir zu sagen, dass die von mir gebuchte Zeit vorbei ist und reicht mir Papiertücher, damit ich meine Füße nach dem Duschen abtrocknen kann. Auf Wunsch werden die frischgewaschenen Füße von der Bedienung mit einem Desinfektionsmittel eingesprüht, was ich immer empfehlen würde.

Ein Besuch im „Doctor Fish Café“ ist ein Muss für jeden, der Seoul besucht, und auch sehr gut für Familien mit Kindern geeignet. Die Kosten pro Person können auf 10.000 KRW - das sind etwa 7 Euro, geschätzt werden, was für so viel Spaß ein echtes Schnäppchen ist. Ich empfehle jedem, der in Seoul in Korea weilt und ein wenig Zeit erübrigen kann, dem „Doctor Fish Café“ unbedingt einen Besuch abzustatten.

Johannes Schwickart, Klasse 10, Deutsche Schule Seoul International

Zeus-Reporter

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