Schach in der Schule
17.01.2012 | 11:57 Uhr 2012-01-17T11:57:00+0100
Bochum. Springer, Turm und Dame sollen die Klassen erobern, damit Schach populärer wird. Dass bereits einiges erreicht wurde, erfährt ein Zeus-Reporter im Interview mit Norbert Franke, 2. Vorsitzender des Vereins SG Bochum 1931.
Nach der erfolgreichen Europameisterschaft 2011 der Deutschen Mannschaft in Griechenland, ist Schach ein bisschen bekannter geworden. Nun will der Deutsche Schachbund die Chance nicht verpassen, den Schachsport noch bekannter zu machen, sodass über ihn wie über andere populäre Sportarten häufiger im Fernseher oder im Radio berichtet wird.
Eine Idee: Schach soll bereits in der Grundschule als Unterrichtsfach angeboten werden, ebenso an den weiterführenden Schulen. Ist das der richtige Weg, um den Schachsport bekannter zu machen und ob sie es schaffen? Um dieser Frage ein bisschen auf den Grund zu gehen, habe ich die Meinung von einem Schachkenner und Profi angehört – und zwar von Norbert Franke, 2. Vorsitzender des Vereins SG Bochum 1931.
Wird der Schachsport bekannter wenn, dieser in Schulen unterrichtet wird?
Na klar, ich glaube die meisten Jugendliche wissen überhaupt nichts von Schach, sie haben vielleicht den Namen Schach einmal gehört, aber sie können sich nicht viel darunter vorstellen. Deswegen wird natürlich der Schachsport bekannter, wenn viel mehr Jugendliche sich wie im Fußball auch in Schach auskennen.
Können Sie sich vorstellen, ob der Schachsport in Schulen unterrichtet werden wird?
Ich könnte mir so etwas sehr gut vorstellen, dafür braucht man aber allerdings viel Zeit, Geduld und natürlich Geld, wenn man das geplante Ziel erreichen will. Vielleicht wird es zwei oder drei Jahre dauern, bis das Ziel erreicht wird.
Was wäre die beste Zeit Schach zu unterrichten?
Schach muss wie andere Lernfächer in den Unterricht eingeplant werden und zwar nicht nachmittags nach dem Schulunterricht, weil sonst die Kinder müde sind und es dann kein Zweck hat, diesen Weg zu gehen.
Stellen Sie sich vor, Sie können alles tun, was den Schachsport verbessern könnte, was würden Sie als erstes tun?
Ich würde natürlich auch diesen Weg gehen, denn einen anderen Weg gibt es wahrscheinlich nicht. Denn wenn die Menschen sich nicht selbst für den Schachsport interessieren, dann muss man den Schachsport eben zu ihnen bringen. Das Problem ist, das man für alles Geld benötigt und das hat nicht jeder. Dann muss man sich Sponsoren suchen, die aber nicht einfach über die Straße laufen. Wenn man dieses Problem beiseite geschafft hat, braucht man sich nicht mehr Gedanken über die Bekanntheit des Schachs zu machen.
Glauben Sie, dass Schach so bekannt wird wie Fußball?
Ich glaube nicht. Denn Fußball ist in Deutschland die Nummer Eins des Sports und das wird sich in 100 Jahren nicht mehr ändern. Allerdings muss ich sagen, dass sich der Schachsport in Deutschland in den 50 Jahren meiner Arbeit sehr positiv entwickelt hat. Denn als meine Arbeit begann, hatten wir im Verein gar keine Jugendlichen. Später wurde Schach so populär, dass auch viele Jugendliche angefangen haben Schach zu spielen. Deswegen ist mein Fazit, dass sich die Verbreitung von Schach verbessert hat und weiter verbessern wird, und ich bin auch sicher, dass Schach irgendwann als populärer Sport akzeptiert wird.
Boris Fistoul, Klasse 8b, Graf-Engelbert-Schule, Bochum

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