Bochum und Wattenscheid

Kein Tag wie jeder andere

16.12.2009 | 14:46 Uhr

Wer kennt sie nicht, die bewegenden Bilder des 9. November 1989 – es war der Tag, an dem die Mauer fiel. In der Tat hat der 9. November im Verlauf der deutschen Geschichte des letzten Jahrhunderts eine große Bedeutung eingenommen. Nicht immer mit positiven Ereignissen.

Alles nahm seinen Anfang am 9. November 1918, als in Deutschland zweimal eine Republik ausgerufen wurde. Nach zum Teil bürgerkriegsartigen Unruhen wurde das deutsche Kaiserreich zu einer demokratischen Republik. Die Weimarer Republik, die erste deutsche Republik, die den gesamten Nationalstaat umfasste, war geboren. Der bis zu diesem Zeitpunkt amtierende Kaiser Wilhelm II. floh in die Niederlande.

Für die Ereignisse des 9. November 1923 und 1938 war ein Mann verantwortlich, den Deutschland wahrscheinlich nie vergessen wird: Adolf Hitler. Der „Hitler-Putsch" war am 9. November 1923. Während einer NSDAP (Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei)- Versammlung am 8. November 1923 trug Hitler sein Ziel vor, die Regierungsmacht an sich zu reißen, und bekam Hilfe zugesprochen. Am Tag darauf fielen in München um 12.45 Uhr beim „Marsch auf die Feldherrnhalle" unter ungeklärten Umständen Schüsse. Bei der Schießerei starben unter anderem ein Passant, vier Polizisten und 16 Anhänger Hitlers. Hitler selber wurde gefasst und zu fünf Jahren Haft verurteilt, jedoch nach neun Monaten „wegen guter Führung" entlassen; in der Haftzeit verfasste er sein Buch „Mein Kampf".

Am 9. November 1938 brachte Hitler einen Teil seiner Anhängerschaft dazu, öffentlich und mit Gewalt gegen Juden vorzugehen. Diese Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 ist heute als Reichspogromnacht bekannt und symbolisiert den Übergang von der Diskriminierung der Juden zu ihrer Verfolgung. Allein in dieser Nacht wurden 177 Wohnhäuser, 262 Synagogen und circa 7500 Geschäfte geplündert, zerstört und/oder angezündet. Außerdem wurden zehntausende Fensterscheiben eingeworfen, weshalb die Pogromnacht unter den Nazis auch Reichskristallnacht genannt wurde. Die Tatsache, dass es über 400 Todesopfer gab, darunter 30 Selbstmorde, und dass über 30 000 Juden verhaftet wurden, bewegte viele Juden dazu, Deutschland zu verlassen.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde Deutschland unter den Siegermächten Großbritannien, Frankreich, den USA und der Sowjetunion aufgeteilt. Aus den drei westlichen Besatzungszonen ging dann die Bundesrepublik Deutschland hervor, aus der sowjetischen Zone entstand die DDR; Berlin wurde geteilt. Nach einer fortwährenden Zunahme der Spannungen im Kalten Krieg wurde dann am 13. August 1961 von der DDR-Führung ein Stacheldraht mit Todesstreifen durch Deutschland gezogen und die Berliner Mauer errichtet. Die 167,8 km lange Mauer, die einmal quer durch Berlin und um West-Berlin verlief, ist den meisten Menschen wohl am nachhaltigsten in Erinnerung geblieben.

Dann, am 9. November 1989, 28 Jahre nach dem Mauerbau, geschah das Unglaubliche: Die Berliner Mauer „fiel". Auf einer Pressekonferenz mit Günter Schabowski aus der DDR-Führung wurde den Ost-Bürgern erstmals bekannt gegeben, dass die bis zu diesem Zeitpunkt geltenden Ausreisegesetze ab sofort ihre Gültigkeit verlieren. Dies würde sowohl für die Ost- als auch für die West-Berliner gelten. Das Gesagte bewahrheitete sich und um 23.30 Uhr öffneten sich die ersten Grenzübergänge. Bis 0.15 Uhr gelangten schätzungsweise 20 000 Ost-Berliner nach West-Berlin gelangt, wo sie von einer jubelnden Menge in Empfang genommen wurden.

Bis heute ist der Fall der Mauer das schönste Ereignis, was sich am 9. November zugetragen hat, und jetzt bleibt nur noch abzuwarten, welche Überraschungen der 9. November in Zukunft für uns bereit hält.

Carina Heyer

Diana Schlagner

Klasse 10b

Albert-Einstein-Schule

Zeus-Reporter

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