Bochum und Wattenscheid

Ein Ort zum Sterben

23.10.2009 | 08:00 Uhr

Der Kinderhospizdienst begleitet todkranke Kinder und ihre Familien durchs Leben.

Ambulante Kinderhospizdienste sind eine gute Einrichtung für „lebensverkürzend erkrankte" Kinder. Sie helfen den Kindern und ihren Familien während der gesamten Krankheit, so dass alle eine schöne letzte Zeit haben und die Eltern entlastet werden. In Deutschland leben 22 600 erkrankte Kinder mit geringer Überlebenschance, etwa 1500 sterben jährlich. Ein Teil von ihnen wird von dem Ambulanten Kinderhospizdienst e.V. betreut.

Im Büro im Kreis Recklinghausen arbeiten 49 Ehrenamtliche und zwei Koordinatoren. Jedes Kind sollte von möglichst zwei Ehrenamtlichen betreut werden, das bedeutet, ein- bis zweimal wöchentlich wird die Familie von den Ehrenamtlichen begleitet. Dies ist eine Bereicherung für die Familien, da sie den Eltern alltägliche Dinge abnehmen und auch als Gesprächspartner zur Verfügung stehen. Auch für die Geschwister sind die Ehrenamtlichen da, sie reden oder spielen mit ihnen, fahren sie zum Training oder helfen bei den Hausaufgaben.

Max (Name geändert) gehört zu diesen lebensverkürzend erkrankten Kindern. Er leidet unter einer Stoffwechselkrankheit, sein Körper kann ein bestimmtes Enzym nicht vollständig verarbeiten. Max ist mittlerweile schon 18 Jahre alt. Dieses Alter erreichen nur wenige mit so einer Krankheit. Aufgrund seines Leidens wird Max einmal alles verlernen, was er einst im Kindesalter erlernt hat. Eine seiner zwei Begleiterinnen berichtete: „Wir wissen zurzeit nicht genau, ob er wahrnimmt, was wir sagen oder tun. Manchmal lacht er, aber ob er dies aus einem bestimmten Grund tut oder aus Reflex, können wir nicht deuten." Max sitzt viel im Rollstuhl und verlernt gerade das Essen. „Wir müssen das Essen pürieren, weil er sich an fester Nahrung verschlucken könnte. Irgendwann wird er wohl eine Magensonde gebrauchen", so die Ehrenamtliche weiter.

Letztes Jahr nahmen Max und seine Familie am Silvester-Seminar teil, das vom Deutschen Kinderhospizverein e.V. organisiert worden war. Bei diesem Fest konnten sich die Betroffenen austauschen. Für die meisten Eltern sind solche Feste etwas besonderes, weil sie sonst keine Zeit zum Feiern haben.

Der ambulante Kinderhospizdienst e.V. betreut die Familien auch nach dem Tod ihres Kindes weiter, damit diese nicht in ein Loch fallen. Die Eltern werden in ihrer Trauer begleitet, aber auch bei Fragen zum Beispiel rund um die Beerdigung ihres toten Kindes wird ihnen geholfen.

Isabelle Reckmann & Anne

Walecki, Klasse 8b

Hannah Nolte & Hanna

Brandenburg, Klasse 8d

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