Interview

Ein Leben ohne Barrieren

06.01.2012 | 15:13 Uhr
Ein Leben ohne Barrieren
Keine Chance für Rollstuhlfahrer. Stufen zählen zu häufigsten Barrieren für Menschen mit einer Gehbehinderung. Foto: Ulla Michels

Bochum.   Stufen und zu wenig Bewegungsfläche sind die größten Probleme mit denen ein körperbehinderter Mensch zu kämpfen hat: Viele Schulen oder andere öffentliche Gebäude verfügen nicht über Aufzüge, Toiletten und Badezimmer sind häufig zu klein für Rollstuhlfahrer.

Besonders offensichtlich sind die Barrieren in Hotels und Pensionen. Türen sind oft zu eng, Zimmer sind mit Möbeln überfüllt oder Räumlichkeiten wie zum Beispiel Schwimmbäder sind nur über Treppen zugänglich.

Das Mainzer Institut für barrierefreie Gestaltung und Mobilität hat eine Checkliste erstellt, in der genau festgelegt ist, wie die Räumlichkeiten in Hotels ohne Hindernisse ausgerichtet sein müssen.

Hierzu hat Zeus-Reporter Moritz Wübbeling ein Interview mit dem Leiter des Instituts, Dr. Volker Sieger, der selbst Rollstuhlfahrer ist, geführt.

Wie sind Sie dazu gekommen, so eine Checkliste zu erstellen?

Im Jahr 2005 haben sich die Behinderten- und Hotelverbände in Deutschland in einer Zielvereinbarung darauf verständigt, eine Bewertung der Beherbergungsbetriebe hinsichtlich der Barrierefreiheit vorzunehmen. Hierzu waren einheitliche Standards und eine entsprechende Checkliste erforderlich, die wir dann erstellt haben.

Was sind die Hauptinhalte der Liste?

Für Rollstuhlfahrer und Menschen, die einen Rollator benutzen, ist die Stufenlosigkeit besonders wichtig. Darüber hinaus spielen ausreichende Bewegungsflächen eine zentrale Rolle, aber beispielsweise auch das Vorhandensein einer ebenerdigen Dusche. Sehbehinderte Personen benötigen eine kontrastreiche Gestaltung, um sich im Hotel zurechtzufinden. Blinde Menschen müssen wichtige Informationen wie die Zimmernummer mit den Fingern lesen können. Hierfür gibt es die so genannte Braille-Schrift.

Was müsste sich künftig ändern, damit behinderte Menschen besser zurecht kommen?

Alle Gebäude, die neu gebaut werden, müssen von vornherein barrierefrei geplant werden. Das betrifft nicht nur Hotels, sondern auch Gaststätten, Schulen, Kinos oder Theater.

Weitere Informationen dazu gibt es unter:

www.institut-bgm.de

Moritz Wübbeling, Klasse 8c, Neues Gymnasium Bochum

Zeus-Reporter

Facebook
 
Kommentare
Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/6219696/create

Alle Zeus-Artikel
Von Arnsberg bis Xanten
Als Zeus-Reporter seid ihr überall unterwegs. Eure Artikel findet ihr hier in eurer Heimatstadt.
Rund ums Projekt
Zeus weckt bei Jugendlichen die Lust am Lesen - und am Schreiben. Hier finden Sie Projektinformationen, Termine, Anmeldebereich und Unterrichtsmaterial.
Radioprofis gesucht
Im neuen crossmedialen Projekt von Zeus und Radio Oberhausen lernen Zeus-Reporter neben dem Zeitungs- und Onlinejournalismus auch die Arbeit beim Radiosender kennen. Und produzieren eigene Hörfunkbeiträge.
Zeus-auf-Schalke
Zeus-Reporter blicken hinter die Kulissen von Schalke 04. Was Sie dort erleben, lässt Schalke-Fans vor Neid erblassen. Weitere Infos zur Kooperation gibt's auf: www.schalke04.de
Wettbewerb
Der Strandkorb auf Norderney, die Hängematte in Opas Garten - Lieblingsplätze gibt es viele. Hier verraten Zeus-Reporter, wo ihr HomeSpot ist.
Mit Nachrichten gewinnen

Einen Fußballprofi in seinem Heimstadion treffen? Zeus macht’s möglich! Wer bei unserem NachrichtenCheck ein Event auf Schalke und 600 Euro für die Klassenkasse gewonnen hat, erfahrt ihr hier.

ZeusAwards
Fast so wie beim Pulitzer-Preis: Zeus verleiht jährlich die ZeusAwards an seine Nachwuchsreporter.