Soziales

Eine Schule für 200 Euro

10.06.2011 | 17:53 Uhr
Eine Schule für 200 Euro
Foto: Michael Gottschalk/dapd

Köln.Die Zeus-Reporterinnen Annika Becker und Hannah Droese waren in der Bundesgeschäftsstelle von Unicef in Köln zu Besuch und haben der Beauftragten für Bildung, Marianne Müller-Antoine, viele Fragen gestellt.

Wer hatte die Idee, Unicef zu gründen?

Marianne Müller-Antoine: Maurice Pate hatte zusammen mit dem Völkerbund nach dem zweiten Weltkrieg die Idee dazu. Das Ziel war, den Kindern im vom Krieg zerstörten Europa zu helfen. Heute gibt es Unicef in 150 Ländern. Wir helfen vor allem in den Entwicklungsländern

Wo ist der Hauptsitz von Unicef?

Der Hauptsitz ist in New York, außerdem gibt es Regionalbüros in verschiedenen Ländern sowie Feldbüros in den Entwicklungsländern. Der deutsche Hauptsitz ist in Köln. In Deutschland hat Unicef rund 100 Arbeitsgruppen und insgesamt 8000 Ehrenamtliche.

Ist es einfach, diese zu finden?

Es geht, da die Arbeit vor allem für die Leiterinnen sehr anspruchsvoll ist. Außerdem muss man die Mitarbeiter speziell einsetzen, nach ihren Fähigkeiten und wann es ihnen passt. Wir sind aber immer auf der Suche nach Mitarbeitern.

Kann man bei Unicef auch ein Praktikum oder Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) machen?

Studenten können Praktika machen, Schüler aber nicht. FSJ kann man auch nicht machen, das wäre aber sicher eine gute Idee.

Laut Milleniumsziel Nummer zwei will man alle Kinder bis 2015 in die Schule bringen. Ist das wirklich möglich?

Das Problem ist, dass abgelegen wohnende oder arbeitende Kinder und Kinder in Kriegsgebieten nur schwer zu erreichen sind. Genau wie Waisenkinder. Bis 2015 wird man es wahrscheinlich nicht schaffen. Außerdem müsste man die Schulgebühren abschaffen

Welche Widerstände gibt es, das Projekt durchzuführen?

Das kann verschiedene Gründe haben wie zum Beispiel, dass viele Eltern gar kein Geld dafür haben oder dass die Regierung einen anderen Willen hat.

Wie kann man die Eltern überzeugen?

Man kann beispielsweise eine Alternative zum Einkommen bieten oder einen kleinen Kredit gewähren. Man muss von Kind zu Kind anders vorgehen und immer die Eltern mit einbeziehen.

Was lernen die Kinder in der Schule?

Unicef will nicht nur „normale“ Fächer, wie Lesen, Schreiben und Rechnen unterrichten, sondern auch Kinderrechtserziehung, Hygiene und Gesundheit, um die Kinder über AIDS aufzuklären. Bekannt ist auch die sogenannte Schule in der Kiste, wo Material für 80 Schülerinnen und Schüler sowie Unterrichtsmaterial aber auch Farbe für eine Tafel drin sind. So eine Kiste kostet 200Euro.

Vielen Dank, dass Sie sich Zeit für uns genommen haben.

Annika Becker, Hannah Droese, Klasse 8a, Johannes-Althusius-Gymnasium, Bad Berleburg

Zeus-Reporter

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