Zeitunglesen gegen Schubladen-Denken
20.10.2008 | 12:38 Uhr 2008-10-20T12:38:00+0200Manuel Neuer ist der Mann zwischen den Schalker Pfosten. Nicht nur aus dieser Perspektive findet er die neue Kooperation zwischen Zeus und seinem Verein eine tolle Sache. Warum er Jugendlichen regelmäßiges Zeitunglesen empfiehlt, erklärt er im Interview.
Gelsenkirchen - Ab dieser Zeus-Projektphase spielen Fußball und Bildung einen Doppelpass: Anpfiff für die Kooperation zwischen Zeus und dem FC Schalke 04, die von Gazprom, dem Hauptsponsor der Knappen, unterstützt wird. Wie sehr sich die Königsblauen auf diese Zusammenarbeit freuen und wieso sie sich überhaupt für Zeus engagieren, erklärte Manuel Neuer (22), der Mann zwischen den Schalker Pfosten.
Was, denkst du, bringt Zeus und die neue Kooperation mit dem FC Schalke 04 den Schülern?
M.N.: Ich halte Zeus für eine tolle Gelegenheit, das Lernen durch interessante Inhalte und viel Spaß an der Sache zu fördern. Die Knappen passen hervorragend in dieses Konzept, denn wir bieten den Jugendlichen die Möglichkeit, hier auf Schalke spannende und gleichzeitig sehr vielfältige Themen zu recherchieren. Bei uns wird schließlich nicht "nur" Fußball gespielt. Der Verein ist auch ein wichtiger Wirtschaftsfaktor und Arbeitgeber. Darüber hinaus spielt er natürlich auch eine große gesellschaftliche und soziale Rolle. Das Wichtigste ist jedoch, dass Schalke vielen Anhängern – einschließlich mir – sehr viel bedeutet und mit großen Emotionen verbunden ist. Ich denke, das bietet immer Stoff für Geschichten und gute Artikel.
Hast du selbst schon persönliche Erfahrungen mit Zeus gemacht?
M.N.: Mein Verein begleitet Zeus ja schon seit ein paar Jahren, deshalb haben meine Teamkollegen und ich bereits einige Termine absolviert. Ich kann wohl behaupten, dass davon beide Seiten profitiert haben, denn die Zeus-Reporter hatten einen schönen Tag auf Schalke und wir hatten ebenso viel Spaß dabei. Meine eigene Schulzeit liegt ja noch nicht so lange zurück. Ich hätte mir oft etwas mehr Praxisnähe in der Schulbank gewünscht, deshalb freue ich mich, dass mein Verein so ein Projekt unterstützt. Ich bin mir sicher, dass unsere Angebote gut bei den Schülern ankommen.
Wenn du noch mal die Schulbank drücken würdest, würden wir dich auf der Teilnehmerliste von Zeus-auf-Schalke wiederfinden?
M.N.: Ganz bestimmt. Einen Blick hinter die Kulissen zu werfen und darüber einen Artikel zu schreiben, ist sicher um einiges interessanter als so manche Unterrichtsstunde. Außerdem finde ich es wichtig, dass man früh damit beginnt, eine Tageszeitung zu lesen und die Arbeitsweise von Medien kennenzulernen. Aufgrund der vielen Informationen, die uns täglich überfluten, muss ich einfach genau sortieren können, was wichtig für mich ist und was nicht. Ich möchte mich auch abseits des Rasens einbringen und über aktuelle Themen mit diskutieren können, das ist mir jedoch nur möglich, wenn ich gut informiert bin.
Was meinst du damit konkret?
M.N.: Auch als Bundesligaprofi lebt man nicht in seiner eigenen Welt. Einerseits muss man sich selbst oft gegenüber den Medien äußern und andererseits darf man nicht den Blick dafür verlieren, was um einen herum passiert. So kommen meine Teamkollegen aus unterschiedlichsten Teilen der Erde, ihre Familien leben dort und so erfährt man sehr viel über deren Sorgen und Nöte, aber auch über andere Traditionen und Mentalitäten. Irgendwann habe ich festgestellt, dass man umso mehr man weiß, umso weniger in Schubladen denkt.
Glaubst du, dass Zeus, neben dem Spaß, den es bringt, auch zu einem Fortschritt in den Schulen führt?
M.N.: Das kann ich mir gut vorstellen. Die Schüler werden dadurch im Lesen, Schreiben und in ihrer Kreativität gefordert. Wie wichtig die richtige Förderung ist, sieht man an mir, ich hatte sehr viel Unterstützung durch meinen Verein und das Umfeld. Doch wenn man sich so umschaut muss man leider feststellen, dass viele Kinder und Jugendliche recht allein gelassen werden. Umso wichtiger sind solche Projekte und auch das Engagement von Schalke.

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