Standards im Journalismus
08.09.2008 | 13:30 Uhr 2008-09-08T13:30:00+0200So individuell der Bauherr sein Eigenheim plant, so individuell gestaltet auch der Journalist seine Artikel. Wie die Statik beim Bau Grenzen setzt, so muss der Journalist eines Nachrichtenmediums den professionellen Aufbau von Nachrichten beachten.
Von diesem Fundament aus entwickeln sich die verschiedenen journalistischen Stilformen; auf diesem Fundament fußt die Informationssammlung und das Hinterfragen von Informationen, die so genannte Recherche (von franz.: ermitteln, nachforschen, untersuchen).
Objektivität
In den westlichen Demokratien wird eine Nachricht nach dem Standard der "objektiven Berichterstattung" formuliert. Da Informationen von Menschen immer subjektiv aufgenommen und vermittelt werden, kann man sich dem Ziel "Objektivität" nur nähern, es aber nie vollständig erreichen. Um ein hohes Maß an journalistischer Glaubwürdigkeit zu erzielen, bemühen sich Redakteure um eine möglichst unparteiische und faktenorientierte Darstellung von Ereignissen. Eine gezielte Wertung eines Ereignisses durch den Journalisten gehört nicht in eine Nachricht – Wertungen und Meinungen verbieten sich in Nachrichten. Wohingegen im Kommentar die Meinung des Journalisten gefragt ist.
Nachprüfbarkeit
Nachrichten können also die Wahrheit nicht vollständig objektiv abbilden. Von Journalisten wird aber ein Maximum an Genauigkeit, von der Beschreibung des Ereignisablaufes bis zur exakten Nennung von Namen, Daten und Terminen erwartet. Wesentlich ist auch die Transparenz der Berichterstattung. Das heißt, der Leser muss die Pro- und Contra-Argumente zu einem Ereignis oder einem Sachverhalt aus dem Artikel entnehmen können.
Quellenangabe
Wenn der Journalist nicht aus eigener Anschauung berichten kann, muss er seine Quellen im Text nennen. Auch wenn die Informationsquelle noch so seriös erscheint, ist er nicht von der Pflicht entbunden, die Informationen durch eine Gegenrecherche auf ihre Exaktheit zu überprüfen und / oder, wenn dies nicht möglich ist, die Quelle exakt zu nennen. Hat er Zweifel an der Glaubwürdigkeit der Informationen oder an der Informationsquelle, muss er entweder auf die Daten verzichten oder in seinem Artikel die Fakten für die Zweifel darlegen.
