Wege in den Journalismus

Zeus stellt Weichen

07.04.2011 | 16:50 Uhr
Zeus stellt Weichen

Mit dem Zeus-Projekt kam bei Julian Heitmann das Interesse für die Tageszeitung. Der 20-Jährige hat im Sommer sein Abitur bestanden und arbeitet neben dem Zivildienst weiterhin fleißig für seine Heimatredaktion, die Westfalenpost in Menden.

Im Gespräch mit Zeus erklärt er, warum das Leben als Reporter so aufregend ist und was seine Pläne für die Zukunft sind.

Zeus: Wann hatten Sie das erste Mal Kontakt mit der Zeitung?

Julian Heitmann: Das erste Mal richtigen Kontakt mit der Westfalenpost habe ich über Zeus in der Mittelstufe in der Schule gehabt. Zwar haben wir Zuhause immer schon die Westfalenpost bekommen, doch vor Zeus habe ich selbst nur wenig Zeitung gelesen. Das hat sich danach geändert.

Zeus: Was hat Ihnen Zeus gebracht?

Julian Heitmann: Zeus hat mein Interesse am Zeitunglesen geweckt. Am Anfang habe ich vor allem die Artikel von anderen Schülern, die am Zeus-Projekt beteiligt waren, gelesen. Nach Zeus habe ich angefangen auch die übrigen Ressorts der Zeitung zu lesen. Zeus war zugleich aber auch mein Start in den Journalismus: Das Projekt hat bei mir die Lust geweckt, selbst zu recherchieren und zu schreiben.

Zeus: Als Zeus-Reporter haben Sie direkt zum Start einen Artikel auf einer ganzen Seite in der Westfalenpost veröffentlichen dürfen!

Julian Heitmann: Das war klasse! Berichtet habe ich über das Mendener Amateur Theater (MAT), ein heimischer Theaterverein, in dem ich seit der dritten Klasse selbst Theater spiele. Als ich auf der Suche war nach einem Thema, das noch nicht  „verbraucht“ war, kam ich auf die Idee einmal die Frage zu stellen: „Was macht Theaterspielen eigentlich so interessant, warum spielen so viele Menschen gerne Theater?“ Gleichzeitig interessierte mich aber auch die Umsetzung im Theater, die Regie. Ich suchte mir damals eine langjährige Regisseurin aus unserem Verein sowie einen Hauptdarsteller aus einem der zu der Zeit aktuellen Stücke. Als ich dann die Interviews führte, bekam ich so viele interessante und ungewöhnliche Antworten, dass mir das Schreiben danach sehr viel Spaß gemacht hat.

Zeus: Wie waren die Reaktionen auf Ihren Artikel?

Julian Heitmann: Meine ganze Familie war natürlich begeistert, das ich eine ganze Seite bekommen habe und mein Text nahezu unverändert übernommen worden ist. Auch im Verein hat man sich sehr über die Berichterstattung gefreut. Das war ein sehr gutes Gefühl.

Zeus: Seit wann sind Sie nun freier Mitarbeiter und um welche Themen kümmern Sie sich?

Julian Heitmann: Als freier Mitarbeiter schreibe ich für die Westfalenpost seitdem ich 16 Jahre alt bin. Zu Beginn habe ich natürlich über kleine Veranstaltungen und Ereignisse geschrieben. Das hat sich dann immer weiter verselbstständigt und es kam relativ schnell auch noch das Fotografieren als große Leidenschaft dazu. Heute schreibe ich über die unterschiedlichsten Dinge: Vom „Box-Event“ vor Ort über Theateraufführungen bis hin zu Berichten über Feuer ist alles mit dabei. Ich habe aber auch immer die Möglichkeit, eigene Ideen umzusetzen.  

Zeus: Gibt es Themen, über die Sie besonders gerne schreiben?

Julian Heitmann: Sehr gerne schreibe ich über Menschen, die Außergewöhnliches zustande bringen, die ungewöhnliche oder unbekannte Hobbys oder Interessen haben und die bei alledem doch ihre Menschlichkeit behalten.

Zeus: Welche Person würden Sie für ein Interview gerne einmal treffen?

Julian Heitmann: Unsere Bundeskanzlerin Frau Dr. Angela Merkel würde ich gerne für ein Interview treffen. Mich fasziniert ihr Lebenslauf und ihre Nüchternheit, mit der sie Politik betreibt. Ich glaube, dass sie ein sehr spannender Interviewpartner sein kann, weil sie immer wieder unerwartete Antworten bereithält. Ich würde versuchen, ihr mal ganz andere Fragen zu stellen und würde dabei nicht nur auf die politische Seite eingehen.

Zeus: Sie haben Abitur in diesem Jahr gemacht, jetzt gerade stecken Sie im Zivildienst. Was steht danach an?

Julian Heitmann: Derzeit befinde ich mich in der intensiven Findungsphase, was meinen Beruf betrifft. Ich tendiere dahin, Jura oder etwas Fachspezifisches zu studieren und später als Quereinsteiger in den Journalismus zu gehen. Dieser Weg erscheint mir sinnvoll, weil man dann in einem Fachbereich in der Lage ist, tiefergehende Fragen zu stellen.

Zeus: Welches Ziel wollen Sie im Journalismus erreichen?

Julian Heitmann: Mein Ziel im Journalismus ist es, unabhängig von meiner persönlichen Meinung eine neutrale und zuverlässige Berichterstattung zu machen, auf Themen hinzuweisen, die ernsthafter Aufmerksamkeit bedürfen und hinter die Kulissen des Lebens zu schauen.

Zeusteam

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