Erziehung

Ein Tag im Kindergarten

22.06.2011 | 16:26 Uhr
Ein Tag im Kindergarten
Kinder in einem Kindergarten. Foto: Lars Fröhlich / WAZ FotoPool

Siegen.Bald ist es wieder soweit: Im Sommer werden die zukünftigen Schulkinder die Kindertagesstätte Jasminweg verlassen und es werden neue Kinder nachrücken.Wie jedes Jahr werden auch diese neuen Schützlinge eine „riesige Entwicklung“ durchmachen, wie Betreuerin Iris Fischer sagt.

Während dieser Entwicklung werden den Kindern Werte wie Vertrauen oder Respekt nahegelegt, um sie so auf das Leben nach dem Kindergarten vorzubereiten. „Unser Ziel ist es, das Kindergartenkind als schulreifes Kind zu entlassen“, sagt Iris Fischer. Um dies zu erreichen, lernt jedes Kind den geregelten Tagesablauf in der Kita kennen.

Jeden Tag um 6.45 Uhr öffnet der Kindergarten seine Türen. Nun geben die Eltern ihre Kinder nach und nach in die Obhut der Mitarbeiterinnen (darunter vier Vollzeitkräfte, sechs Teilzeitkräfte, drei Hauswirtschaftskräfte und eine Praktikantin), die ihre Schützlinge in der jeweiligen Gruppe betreuen. Es gibt insgesamt vier Gruppen: Die „U3-Gruppe (für unter Dreijährige), die Gruppe für Drei-bis Sechsjährige, die große altersgemischte Gruppe (für Sechs-bis Neunjährige) und die Integrationsgruppe; die Kinder dieser Gruppe erhalten aufgrund verschiedener Krankheitsbilder eine individuelle Förderung (zum Beispiel Musiktherapie).

Vom Ei zum Küken

Als nächstes steht Spielen auf dem Programm. Die rund 60 Kinder tollen entweder im Gebäude oder bei schönem Wetter auch draußen auf dem Klettergerüst herum. Aber das Spielen macht schnell hungrig. An vier Vormittagen in der Woche dürfen sich die Kinder ihre Frühstückszeit bis 12 Uhr aussuchen, an bestimmten verschiedenen Tagen wird gemeinsam gefrühstückt, um die Gemeinschaft zu stärken. Sind alle mit dem Essen fertig, kann jeder aus einem umfangreichen Beschäftigungsangebot wählen: Turnen, Basteln, Spiele spielen, einfach alles, was das Kinderherz begehrt. Zudem wird ihnen viel Wissen weitergegeben: Zum Beispiel über die Entwicklung eines Eis zum Küken oder andere interessante Themen.

Während die Betreuerinnen damit beschäftigt sind den Kindern zu helfen, mit ihnen zu spielen oder zu lernen und Konflikte zu lösen, kann man schon den Duft des Mittagessens wahrnehmen. Um 12 Uhr wird in den Gruppen das Essen aufgetischt. Ungefähr 70 Prozent der Kinder nehmen an den Mahlzeiten teil, der Rest wird schon vorzeitig abgeholt. Sind alle Bäuche gefüllt, darf sich jeder erst einmal ausruhen. Die U3-Gruppen zieht sich in den für sie eingerichteten Schlafraum zurück, während die anderen eine Ruhephase mit Massage und anderem genießen dürfen. Nach der wohl verdienten Pause geht es weiter: Am Nachmittag können die Kinder wieder nach Lust und Laune Spaß haben, bis sie dann um 16.30 Uhr abgeholt werden.

Anstrengender Beruf

Zwar ist der Beruf der Erzieherin anstrengend, da sich die Situation in den Familien in vielerlei Hinsicht geändert hat. Zum Beispiel gibt es mehr allein erziehende Mütter beziehungsweise Väter und auch die finanzielle Lage hat sich in vielen Fällen zum Negativen gewandelt. Zudem wird der Druck von außerhalb immer größer – immer höhere Erwartungen der Eltern und so weiter.

Nachdem die Kita Jasminweg vom Mai 2010 bis zum Januar 2011 umgebaut wurde, ist sie nun noch farbenfroher als je zu vor.

Leona Boesehans, Özlem Kilic, Anastasia Saraev, Klasse 8e, Fürst-Johann-Moritz-Gymnasium, Siegen

Zeus-Reporter

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