Interview mit Jury-Mitglied Ralph Caspers

"Einmal über Pubertät berichten"

12.10.2009 | 10:30 Uhr

Bekannt ist Ralph Caspers als Moderator von Kindernsendungen wie „Wissen macht Ah!“ oder „Die Sendung mit der Maus“. Als Mitglied der Erwachsenen-Jury hat er jetzt bei den Kinderfilmtagen Ruhr über die Preisträger mitentschieden.

Für ZeusPower haben Carla Scheytt und Pia Massing den beliebten Moderator zum Interview getroffen.

ZeusPower: Wie sind sie Juror geworden?

Ralph Caspers: Ich bin vor vier oder fünf Jahren gefragt worden und habe natürlich direkt zugesagt.

ZeusPower: Was zeichnet einen guten Kinderfilm aus?

Der beliebte Moderator Ralph Caspers gab beim ZeusPower-Interview viele Einblicke in sein Leben.

Ralph Caspers: Ein guter Kinderfilm muss unterhaltsam sein. Er muss sowohl Erwachsene als auch Kinder ansprechen. Dies gelingt durch eine gewisse Vielschichtigkeit. Es muss einfach aus einem Guss kommen. Wenn das gelingt, ist das ein super Kinderfilm.

ZeusPower: Was ist das schwierige daran, Kinderfilme zu drehen?

Ralph Caspers: Kinder haben eine ganz andere Sprache als Erwachsene. Wenn man versucht diese zwanghaft nach zu machen wirkt das albern. Das ist, denke ich, das schwierigste. Wenn ich mir jetzt ein Lexikon über Jugendsprache kaufen würde, würden mich alle auslachen, weil sie merken, dass das nicht von Ralph kommt.

ZeusPower: Sind Kinder stärkere Film- und Fernsehkritiker als Erwachsene?

Ralph Caspers: Ja, klar. Kinder sind nicht so diplomatisch wie Erwachsene. Sie reden nicht um den heißen Brei herum. Wenn sie etwas langweiliger finden sagen sie das auch so, und nicht wie Erwachsene. Die sagen eher: „Die Dramaturgie des Filmes war so und so.“

ZeusPower: Was ist das Besondere an dem Gewinnerfilm „Vorstadtkrokodile“?

Ralph Caspers: Er sticht besonders durch die schauspielerische Leistung heraus. Es war aber auch einfach ein Bauchgefühl, welches die Entscheidung beeinflusste.

ZeusPower: Warum ist es wichtig, dass Kinder ihre eigenen Preise bekommen?

Ralph Caspers: Jede Art der ernstgemeinten Wertschätzung ist gut. Wenn immer nur darauf geachtet wird, dass Erwachsene sowieso alles besser können, achtet niemand mehr auf die Kinder. Durch so einen Preis wird der Fokus auch mal auf die Kinder gelegt. Man wird ihnen viel gerechter, auch weil Kinderfilme ein wichtiges Genre sind.

ZeusPower: Sonst stehen sie immer selbst vor der Kamera, hier gab es ein Publikum. Was macht ihnen mehr Spaß und was ist schwieriger?

Ralph Caspers: Beides hat seine reizvollen Aspekte. Im Studio ist alles sehr gemütlich und familiär. Vor dem Publikum ist es wie bei einer Live-Sendung. Ich kann alles machen und nichts kann rausgeschnitten werden.

Einmal über Pubertät berichten

ZeusPower: Was ist das Beste am Kinderfernsehen?

Ralph Caspers: Es gibt viel weniger Angst, Dinge einfach auszuprobieren. Wir stehen wie unter Welpenschutz. Es ist kein Fernsehen, in das man rein wachsen muss. Es ist aber auch kein „kleines“ Fernsehen.

ZeusPower: Was ist ein Thema, über dass Sie unbedingt berichten wollen, aber noch nicht konnten?

Ralph Caspers: Die Pubertät. Es beschäftigt alle, aber es wird viel zu wenig darüber gesprochen. Es ist eine wahnsinnig schlimme Zeit, jedenfalls war sie das für mich. Darüber zu reden darf aber eigentlich keinem peinlich sein, außer vielleicht meiner Mama.

ZeusPower: Welche Eigenschaften muss ein Moderator haben?

Ralph Caspers: Er muss extrem egozentrisch sein. Wie die Sonne, alles dreht sich um einen selbst.

Kindheitserinnerungen

ZeusPower: Welchen Film haben Sie in ihrer Kindheit geliebt und warum?

Ralph Caspers: E.T. fand ich wahnsinnig faszinierend. Wegen dem Film hab ich angefangen BMX zu fahren und mich für Astrophysik zu interessieren.

ZeusPower: Wer war ihr persönlicher Kinderheld?

Ralph Caspers: Carlson vom Dach. Er musste sich an nichts halten und konnte sich doch gewählt ausdrücken.

ZeusPower: Hätten sie in ihrer Kindheit auch gerne eine Sendung, wie „Wissen macht AH!“ gehabt?

Ralph Caspers: Eigentlich schon, aber wenn es die Sendung schon in der Form gegen hätte, würde ich sie wahrscheinlich nicht machen. Ich hab früher gern „Sesamstraße“ geguckt. Oder „Die Sendung mit der Maus“.

ZeusPower: Ihr Markenzeichen ist eine riesige Brille. Wie kam es dazu?

Ralph Caspers: Meine Familie und ich haben gemerkt, dass ich kurzsichtig bin. Dann habe ich eine Brille bekommen. Am Anfang war mir das total peinlich, aber dann habe ich die Politiker aus den 8er Jahren gesehen. Die hatten auch solche Brillen und waren totale Persönlichkeiten. Deswegen hab ich mir auch solch große Brillen gekauft. Außerdem sieht mein Gesicht dann nicht mehr so nichtssagend aus.

Interview: Carla Scheytt und Pia Massing, ZeusPower-Reporterinnen

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