Verleihung

Nachwuchsreporter mit ZeusAwards ausgezeichnet

29.06.2012 | 19:58 Uhr
Nachwuchsreporter mit ZeusAwards ausgezeichnet
Katia Schwichtenberg hat den ersten Platz und damit einen ZeusAward in der Königskategorie „Bester Text“ gewonnen. Sie ist gleich mit einem ganzen „Fanclub“ angereist. Fotos: Böttner

Mülheim a. d. Ruhr.   Großer Bahnhof im Mülheimer Ringlokschuppen: Für ihr journalistisches Talent, das viele Schülerinnen und Schüler beim Zeus-Projekt bewiesen haben, erhielten nun die besten jungen Schreiber einen ZeusAward.

Mehr als 45 000 Schülerinnen und Schüler haben im vergangenen Herbst und in diesem Frühjahr beim Zeus-Zeitungsprojekt mitgemacht. Dabei ersetzte die Zeitung häufig das Schulbuch im Unterricht. Diese mit spannenden Geschichten zu füllen, war auch Aufgabe der Jugendlichen. Das Ergebnis sind mehr als 5200 Schülerbeiträge, die das Zeus-Team erhalten hat. Viele davon sind in der Zeitung und online auf diesem Portal veröffentlicht worden. Rund 70 Texte und Bilder haben es schließlich geschafft und wurden für einen ZeusAward nominiert .

Jetzt war es endlich so weit: Die Autoren von insgesamt acht Zeus-Beiträgen haben heute im Mülheimer Ringlokschuppen von den Chefredaktionen der NRZ, WAZ, WP, WR und des IKZ sowie vom Zeus-Team einen der ZeusAwards erhalten. Ausgezeichnet wurden Vanessa Bojak, Sümeyra Ceylan, Sâre Danaci, Maximilian Daum, Nicola Grote, Fabian Gwiasda, Christina Oelsner, Katia Schwichtenberg, Lisa Shschapova, Francesco Strobel, Durika Ravichanthiran und Nina Angela Werning.

Penny (Marie Luisa Kaster) und Johnny (Máté Gyenei) aus dem Musical „Dirty Dancing“ zeigten den ZeusAward-Gästen, wie man den Mambo tanzt.

Die Verleihung startete mit (Hüft-)Schwung: Penny (Marie Luisa Kaster) und Johnny (Máté Gyenei) aus dem Musical „Dirty Dancing“ vom Stage Metronom Theater in Oberhausen ließen mit einer professionellen Tanzeinlage den „Mambo“ aufleben. Viele Zeus-Reporterinnen hatten diesen Tanz schon einmal selbst ausprobieret. Denn im Zeus-Projekt waren zahlreiche Nachwuchsreporter beim Metronom Theater zu Gast, um einen Blick hinter die Bühne zu riskieren.

Ebenfalls auf hohem tänzerischen Niveau präsentierten Jugendliche aus dem Projekt „Essenz – rock dein’ Block“ eine zwölfminütige Performance. Rund 30 junge Künstler sangen, rappten und tanzten zu dem eigens produzierten Song „Bürger der Welt“. In dem Projekt können Jugendliche ihre Fähigkeiten in den Bereichen Gesang, Rap und Tanz stärken und am Ende wird mit ihnen einmal im Jahr gemeinsam eine coole Show entwickelt. Dabei werden die Teilnehmer durch ein engagiertes Expertenteam mit Workshops gefördert.

Klein beigegeben wurde nicht, das Ende des ZeusAward war lautstark: Die Band „Nerd School“ machte mit ihrem treibenden Indie-Rock mächtig Dampf. Insgesamt drei Songs spielte Nerd School, unter anderem „I love you“ von ihrem neuen Album „Ready, set, go“.

Gewinner in der Kategorie „Bester Text“

Im Mittelpunkt der ZeusAward-Verleihung standen jedoch klar die Gewinner des Abends. In der Kategorie „Bester Text“ blieb es bis zuletzt spannend: Drei Beiträge wurden ausgezeichnet.

1. Platz: Ganz oben aufs Treppchen schaffte es die Achtklässlerin Katia Schwichtenberg vom Gymnasium Lünen-Altlünen. In ihrem Text „Internetverzicht - zurück in die Steinzeit “ berichtet sie über ihren Selbstversuch, sich eine Woche lang nicht ins Internet einzuwählen. Mit viel Witz und Selbstironie beschreibt Katia nun „ihre Offline-Welt“. Sie hat plötzlich Zeit, verdammt viel Zeit, so viel Zeit, dass sie an Tag fünf ihres Experiments bereits die Hausaufgaben für die gesamte nächste Woche fertig hat. Ihr fällt aber auch auf, dass sie manche Aufgaben gar nicht erledigen kann, weil sie nicht ins Netz gehen kann. Ihre unterhaltsame und gleichzeitig höchst informative Reportage wird in der ZeusAward-Kategorie „Bester Text“ mit dem ersten Platz ausgezeichnet.

Neben der Auszeichnung freute sich Katia über einen iPad-Tablet-Computer, den die Dortmunder Energieversorger DEW21 als Preis stifteten.

Sâre Danaci (von links), Katia Schwichtenberg und Nina Angela Werning haben in der Kategorie „Bester Text“ abgeräumt.

2. Platz: Auf dem zweiten Platz landete Nina Angela Werning aus der Klasse 8c von der Dortmunder Geschwister-Scholl-Gesamtschule. Sie schrieb den Artikel „Ich lebe und ich werde leben “ und berichtet darin von ihrer Knochenkrebs-Krankheit. Dabei lässt sie den Leser an ihren Schmerzen, Sorgen und Ängsten teilhaben; beschreibt aber auch, ihre Hoffnungen und Träume und demonstriert eindrucksvoll ihren Kampfgeist. Das Jury-Urteil lautet: Es gelingt der Autorin, den Leser nachempfinden zu lassen, wie es sich anfühlt, gegen eine schwere Krankheit zu kämpfen. Sowohl negative als auch positive Erlebnisse beschreibt sie emotional und sensibel, lässt aber auch die notwendige Sachlichkeit nicht vermissen, wenn es beispielsweise darum geht, Therapieformen zu beschreiben.

3. Platz: Mit dem Beitrag „Einmal falsch abgebogen “ hat die Achtklässlerin Sâre Danaci vom Heisenberg-Gymnasium in Gladbeck eine Situation aufgegriffen, die sicherlich schon viele Menschen in der ein oder anderen Form erlebt haben: Sie hat ein Päckchen mit der Post verschickt, aber es nie angekommen. Allerdings wollte die Schülerin ihr Schicksal nicht so einfach hinnehmen und hat recherchiert. Die ZeusAward-Jury urteilte: Sâre hat das journalistische Handwerkszeug vorbildlich eingesetzt. Ihre eigenen Beobachtungen haben sie zu ihrer hartnäckigen Recherche veranlasst. Dabei hat sie Informationen recherchiert, die nicht nur für ihren persönlichen Fall, sondern für alle Leser spannend sind. Oder hätten sie gewusst, welche Postsendung versichert ist und welche nicht? Ihr Beitrag wird mit dem dritten Platz in der ZeusAward-Kategorie bester Text ausgezeichnet.

Nina Angela erhielt einen iPod-MP3-Player sowie einen Musik-Downloadgutschein. Sâre Danaci kann nun für 200 Euro im Oberhausener Centro einkaufen gehen. Beide Preise überreichte Evonik Industries. Für Sâre legte das Centro Oberhausen zusätzlich eine Schminkberatung oben drauf.

Gewinnerin in der Kategorie „Bestes Bild“:

Nicola Grote (Mitte) begeisterte die ZeusAward-Jury mit ihrem Foto.

Journalisten bieten Lesern und Betrachtern Einblicke, die die Mehrheit der Menschen nie oder zumindest nicht jeden Tag zu sehen bekommen. In vortrefflicher Art und Weise ist das der Schülerin Nicola Grote mit ihrem Beitrag gelungen. Für ihren Bericht „Manchem Gaul schaut man doch ins Maul “ begleitete die Neuntklässlerin vom Franz-Stock- Gymnasium in Arnsberg eine Pferdedentistin bei einem Patientenbesuch. Das Bild ist ein absoluter Hingucker. Oder besser gesagt: ein Hineingucker – da war sich die Award-Jury schnell einig. Denn die Gewinnerin in der Kategorie „Bestes Bild“ ist ganz nah herangegangen ans Pferdemaul und hat erst dann auf den Auslöser gedrückt.

Die Schülerin wird zur Belohnung für ihr gelungenes Bild von Unicef zur Pressekonferenz „Unicef-Foto des Jahres“ nach Berlin eingeladen.

Gewinnerinnen in der Kategorie „Bestes Interview“:

Sümeyra Ceylan, Vanessa Bojak und Christina Oelsner haben den ZeusAward „Bestes Interview“ gewonnen.

Viele Schüler im Zeus-Projekt entscheiden sich, ein Interview zu machen. Auf den ersten Blick scheint das eine sehr einfache journalistische Stilform zu sein. Doch so ein Frage-Antwort-Spiel kann schnell ins Banale abrutschen. Oder zu einer seelenlosen Aneinanderreihung von Fakten werden. Bei dem Interview von Vanessa Bojak, Christina Oelsner und Sümeyra Ceylan hangelt man sich als Leser weder mit Mühe noch gelangweilt von einer Zeile zur nächsten. Im Text „Mama, fallen mir die Haare aus? “ geht es um Vanessas Kampf gegen den Blutkrebs. Wie die Jury feststellte, ließen sich die drei Autorinnen vom Käthe-Kollwitz-Berufskolleg in Oberhausen allerdings nicht nur von dem emotionalen Thema leiten. Ihre angemessenen und einfühlsamen Fragen wurden mit ehrlichen Antworten belohnt. Überrascht werden die Leser dann aber auch mit einem Perspektivwechsel. So fragen die Schülerinnen zum Beispiel, wie Verwandte und Freunde mit der Situation und Vanessas Krankheit umgegangen seien. Das ist ein starker Moment, einer von vielen in dem Beitrag. Daher wurde das Trio mit einem ZeusAward in der Kategorie „Bestes Interview“ gewürdigt.

Die Bundeswehr wird als Preis für die Schülerinnen eine Reise organisieren.

Gewinner in der Kategorie „Bester Beitrag einer Förderschule“

Durika Ravichanthiran und Fabian Gwiasda freuen sich auf die Show „Urbanatix“, die sie als Preis für ihren ZeusAward mit ihren Klassen besuchen werden.

Einfach und sehr anschaulich haben die zwei Zeus-Reporter Durika Ravichanthiran und Fabian Gwiasda von der Helen-Keller-Schule in Essen beschrieben, was die Welt des Autisten und Achtklässlers Fabian ausmacht. In dem Text „Mit Autisten in einer Klasse “ kommen sie schnell und ohne unnötige Schnörkel auf den Punkt, sagen was für Fabian wichtig ist, damit er seinen Alltag managen kann. So hat er immer eine Flasche Wasser zum Trinken dabei. Wenn er nichts trinken dürfe, werde er wütend, erklärt er im Artikel. Auch habe er seine ganz eigene Art, in seiner Schultasche Ordnung zu halten, die zum Beispiel Lehrer nicht verstehen könnten. Für ihren Beitrag wurden Durika Ravichanthiran und Fabian Gwiasda mit dem ZeusAward „Bester Beitrag einer Förderschule“ ausgezeichnet.

Freuen können sich die Gewinner und ihre Klassenkameraden über eine Einladung zu der Show „Urbanatix“ in der Bochumer Jahrhunderthalle. Das übernehmen die Stadtwerke Bochum.

Gewinner in der Kategorie „Sonderpreis Zeus-auf-Schalke“

Maximilian Daum und Francesco Strobel reisen nach Berlin.

Die beiden Neuntklässler Francesco Strobel und Maximilian Daum müssen echte Fußballfans sein. Aktuelle Spieler aus der Bundesliga wie Bastian Schweinsteiger, Mario Götze oder Benedikt Höwedes sind sicherlich vielen Schülern bekannt. Aber was ist mit Kickern aus den Anfängen der Liga? Was ist mit Wolfgang Paul? Für Francesco und Maximilian ist der Ex-Kapitän von Borussia Dortmund (1961 bis 1970) nicht nur ein Begriff. Die beiden Schüler vom Franz-Stock-Gymnasium in Arnsberg haben mit Paul sogar ein kurzweiliges Interview geführt. In ihrem Text „Auch Talente benötigen Willen zum Erfolg “ haben sie einen Spannungsbogen geschaffen: Angefangen bei der fußballerischen Geschichte mit den emotionalen Höhepunkten des Wolfgang Paul über kritische Nachfragen bis hin zur Kommerzialisierung des Fußballs decken die beiden Interviewer ein breites Spektrum ab. Dabei lässt sich der Artikel von Anfang bis Ende gut lesen, ohne Brüche und ohne Durststrecken. Die beiden Schüler haben damit den ZeusAward zum Thema Sportberichterstattung „Sonderpreis Zeus-auf-Schalke“ verdient.

Für ihr ausgezeichnetes Interview werden die zwei Neuntklässler von Gazprom Germania zu einem aktionreiches Wochenende nach Berlin eingeladen.

Gewinnerin in der Kategorie „HomeSpot – hier bin ich gern!“

Luisa Shschapoa hat ihren Lieblingsort beschrieben, einen ZeusAward gewonnen und darf nun ihre Heimat Hemer aus der Luft begutachten.

Lisa Shchapova besucht ihren Lieblingsort nur relativ selten, denn er befindet sich viele tausend Kilometer von Deutschland entfernt – in Jerusalem. Es handelt sich eigentlich nur um eine Mauer – 48 Meter lang und 18 Meter hoch. Doch diese Mauer hat eine besondere Bedeutung, denn sie ist eine heilige Stätte im Judentum. Es handelt sich um die Klagemauer. Mit ihrem Text „Klagemauer eröffnet neue Perspektiven “ gelingt es Lisa, den Leser in die Hitze von Jerusalem mitzunehmen. Er sieht förmlich die Meleke-Kalksteine vor dem eigenen inneren Auge und spürt die besondere Atmosphäre des Ortes. Schließlich erlaubt Lisa den Lesern, an ihren intensiven religiösen Erfahrungen teilzuhaben. Dabei vergisst sie jedoch nicht, wichtiges Hintergrundwissen über den Ort mitzuliefern. Ihr atmosphärischer und mit viel Intensität aufgeladener Schreibstil im Verbund mit dem mitgelieferten Hintergrundwissen über die Klagemauer lassen nur einen Schluss zu: Dieser Text ist einen ZeusAward wert.

Wer so einen guten Text wie Lisa schreibt, muss nicht gleich abheben. Aber genau darum geht’s bei dem Preis für Lisa. Die Deutsche Aninngton organisiert für die Schülerin einen Rundflug mit dem Luftfotografen Hans Blossey.

Max Böttner

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