Impfen mindert die Ansteckungs-Gefahr
05.11.2009 | 12:12 Uhr 2009-11-05T12:12:00+0100
Lüdenscheid. In der Öffentlichkeit wird zurzeit viel über die Schweinegrippeimpfung diskutiert: impfen oder nicht impfen. Besonders nach den ersten Todesfällen an den Folgen des H1N1 Viruses ist die Verunsicherung in der Bevölkerung erneut angestiegen.
Die Zeus-Reporter Tim Riemer und Jonas Deicke interviewten Dr. Manuela Riemer, Fachärztin für Allgemeinmedizin und Arbeitsmedizin, zu dem Thema.
Zeus-Reporter: Sie sind Ärztin, lassen Sie sich gegen die Schweinegrippe impfen?
Dr. Manuela Riemer: Ich lasse mich gegen die Schweinegrippe impfen, weil ich als Ärztin zu einer Risikogruppe gehöre. Ich habe Kontakt zu vielen Patienten und kann mich deshalb leicht anstecken. Und ich möchte auch weder meine Patienten noch meine Familienangehörigen anstecken.
Glauben Sie, es könnte Langzeitnebenwirkungen geben?
Zu Langzeitnebenwirkungen kann man nicht abschließend urteilen, denn der Impfstoff ist noch neu. Es sind noch nicht genug Impfungen durchgeführt und die Geimpften sind noch nicht über einen langen Zeitraum beobachtet worden.
Halten Sie den Impfstoff für zu riskant, weil er in so kurzer Zeit und ohne Langzeitstudien hergestellt wurde? Eine Einschätzung bitte!
Ich halte den Impfstoff nicht für zu riskant, um ihn zu verimpfen. Er ist auf einer bekannten Grundlage hergestellt worden und wurde für die Schweinegrippe verändert. Es liegen erste Studien an Geimpften vor. Es ist bekannt, dass die Impfung mit dem neuen Impfstoff durch die Zugabe eines Zusatzstoffes, der den eigentlichen Wirkstoff verstärkt, zu häufigen Nebenwirkungen an der Einstichstelle führt, z.B. zu Rötung, Schmerzen und Schwellungen. Auch grippeähnliche Beschwerden wie Kopfschmerzen, Müdigkeit und Temperaturerhöhung können auftreten. Für die derzeit empfohlenen Risikogruppen wie chronisch Kranke, Ärzte, Krankenpflegepersonal, Feuerwehr, Polizisten und andere halte ich die Grippeimpfung für sinnvoll.
Tim Riemer, Jonas Deicke, Klasse 9c, GSG-Lüdenscheid

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