"Ich war kein braver Teenager"
03.11.2009 | 15:55 Uhr 2009-11-03T15:55:00+0100
Mit ihrem Hit „1000 km bis zum Meer” stürmten sie die deutschen Charts. Doch viel mehr wissen die meisten nicht über Luxuslärm, die Band aus Iserlohn. Zwei Zeus-Reporterinnen haben mit der Sängerin Janine „Jini” Meyer über die Band, ihre Projekte und Privates gesprochen.
Erstmal Gratulation zur Nominierung für die 1liveKrone. Warst du überrascht?
Janine Meyer: Und wie! Das ist so unglaublich. Ich bin megaglücklich darüber. Vor drei Jahren war das noch mein größtes Ziel und ich war mir eigentlich sicher, dass das sowieso nichts wird. Aber es ist wahr geworden. Jetzt brauche ich ein neues Ziel (lacht).
Gibt es denn einen Ort, wo du am liebsten einmal spielen möchtest?
Bei Rock am Ring! Das ist einfach gigantisch, drei Tage nur Bands auf verschiedenen Bühnen. Da kostet ja eine Karte schon 150 Euro. Das ist auch ein großer Traum der Jungs. Aber das wird wahrscheinlich noch lange ein Traum bleiben!
Wo und wann fallen euch die Songtexte ein?
Die Umsetzung ist am Anfang gar nicht so leicht, da es sich ja nicht kitschig anhören sollte. Wenn man in deutscher Sprache singt, rutscht man schnell in die Schlagerschublade rein. Aber die Texte sollen ja bei verschiedenen Altersgruppen gut ankommen.
Sind die Songs immer auf dich selbst bezogen?
Im ersten Album habe ich schon viel über mich geschrieben. Die Texte drehen sich um Familie, Beziehungen und Freundschaft. Auf unserem zweiten Album geht es auch darum, was unseren Fans so im Leben passiert ist, wie zum Beispiel Arbeitslosigkeit.
Was macht ihr eigentlich, wenn ihr euch nicht einigen könnt, welchen Song ihr als Single-Auskopplung nehmt?
Wenn wir uns nicht einig sind, nehmen wir ein paar Songs in die engere Auswahl und ziehen dann Stimmzettelchen.
Die neuen Bilder von euch sind etwas anders geworden als wir es gewohnt sind. Müssen wir uns jetzt um einen Stilwechsel sorgen?
Nein, auf keinen Fall! Wir haben nur gesagt: Okay, die Fotos vom ersten Album waren toll, aber das Ganze muss professioneller werden. So haben wir uns einen professionellen Fotografen geholt, der auch schon Pink, Rammstein und Tokio Hotel fotografiert hat und der mit uns etwas ganz Neues machte. Eben roter Lippenstift, Haare offen und so weiter. Aber dadurch hat sich nichts verändert, weder unser Musikstil noch wir selbst sind anders geworden.
Du hast mit PUR ein Duett aufgenommen. Wie kam es dazu?
PUR-Sänger Hartmut Engler bot mir an, mit ihm ein Duett aufzunehmen und bei anderen Songs auf seinem Album Background zu singen. Ich habe das gar nicht geglaubt und voll den roten Kopf gekriegt. PUR ist ja, das muss man einfach sagen, eine der erfolgreichsten deutschen Rock- und Popbands. Jan ist übrigens auch ein PUR-Fan und meinte, ich sollte das machen. Das sei doch eine Ehre.
Anderes Thema: Wie war eigentlich deine Schulzeit?
Mein Abi liegt jetzt sechs Jahre zurück und am Anfang dachte ich, dass die Schulzeit einfach wäre. Ich bin dann aber einmal sitzen geblieben, wegen Mathe und Chemie. Ich bin daraufhin mit der neuen Klasse auf Klassenfahrt gefahren. Als ich wiederkam, wollten meine alten Freunde nichts mehr mit mir zu tun haben. Da hab ich gemerkt, wie die Leute, von denen ich dachte sie wären meine Freunde, wirklich sind.
Und wie waren sie wirklich?
Es geht meist nur darum, wer die coolsten Klamotten und das neueste Handy hat. Bei den Mädchen zudem, wer die längsten künstlichen Fingernägel hat. Und da hab ich gemerkt, dass ist nicht das, was ich brauche. Von daher auch unser Song „Brauch es nicht”.
Die werden sicher staunen, was aus dir geworden ist.
Es kommt tatsächlich vor, dass sich auf einmal welche aus meiner alten Abiturklasse per E-Mail melden und fragen: „Hey, können wir nicht mal wieder einen Kaffee zusammen trinken?”, nur weil sie merken, dass ich langsam „berühmt” werde. Und dann auch wahrscheinlich noch im Gespräch mit anderen Leuten sagen: „Das war damals mal meine beste Freundin!”
Warst du ein braver Teenager oder hast du es deinen Eltern schwer gemacht?
Ein braver Teenager war ich ehrlich gesagt nicht. Ich habe viele Sachen gemacht, die ich meinem Kind in diesem Alter niemals erlauben würde. Ich hatte ein gutes Verhältnis zu meinem Vater, aber ein nicht ganz so gutes zu meiner Mutter. Heute ist das genau andersrum.
Neben deiner Band-Karriere arbeitest du auch an einer Musikschule.
Ja, das stimmt. Ich unterrichte neben Luxuslärm noch an der Iserlohner Musikfabrik. Ich habe dort 38 Gesangs- und vier Keyboardschüler. Diese Aufgabe macht mir auch sehr viel Spaß.
Das Interview führten Julia Cyrkel und Sarah Brendt, Klasse 10 b, Realschule Halden, Hagen

00:50
lesenswer! Kompliment!
07:53
Oh...ist das schön Jini! Tolles Interview! Liebe Grüße von Bine