Theater

"Ich bin ein Mann ohne Eigenschaften"

02.11.2009 | 16:28 Uhr
"Ich bin ein Mann ohne Eigenschaften"

Guildo Horn, jahrelanges Mitglied der Band „Die Orthopädischen Strümpfe”, spielt nun im Theater Hagen bei „Into the Woods” als Erzähler mit. ZEUS-Reporter haben Horn Anfang Oktober getroffen und ihm ein paar Fragen gestellt.

Wie finden Sie das Stadttheater Hagen?

Guildo Horn: Schön, wunderschön, das ist eine kleine Schmuckkiste. Wenn man hier reinkommt, dann möchte man einfach nur auf der Bühne stehen. Das Theater in Trier, boahh… . Ne, voll hässlich!

Wie kam es dazu, dass Sie in dem Stück „Into the Woods” mitspielen?

Ich bekam eine Anfrage vom Theater Hagen, ob ich Lust hätte, im Stück mitzuspielen. Auf You Tube habe ich mich erstmal erkundigt, worum es in dem Stück geht. Dann forderte ich das Drehbuch an, um Genaueres zu erfahren.

Was gefällt Ihnen denn an dem Stück?

Ich mag Musicals, die nicht so 08/15-mäßig sind. Außerdem mag ich „schwarzen Humor” und kann über jeden „Mist” lachen. Die Musik in dem Stück ist mathematisch gemacht, was mir gefällt.

Was gefällt Ihnen an Ihrer Rolle als Erzähler?

Ich mag es nicht, wenn man einen Satz liest und sofort weiß, wie er endet. Diesbezüglich bedeutet das für das Stück, dass man am Anfang nicht weiß, wie das Stück endet und das ist auch gut so.

Was charakterisiert den Erzähler Ihrer Meinung nach?

Es ist ein komisches Gefühl, auf der Bühne werde ich als Erzähler von den anderen Figuren ignoriert. Ich würde mich in dem Stück und somit in der Rolle als Mann ohne Eigenschaften bezeichnen, quasi als eine Art Guido Westerwelle (lacht). Trotz allem fühle ich mich in meiner Rolle pudelwohl.

Welche Szene und welches Märchen in dem Stück mögen Sie am meisten?

Darüber habe ich noch gar nicht nachgedacht (lacht). Die Rotkäppchen-Melodie ist mir tagelang nicht aus dem Kopf gegangen, ein richtiger Ohrwurm.

Wie kamen Sie zum Theater? Warum in Hagen?

Ich habe schon früh mit dem Singen angefangen. Bereits mit vier Jahren war ich im Kammerchor, Landesjugendchor Rheinland-Pfalz und bei Kammerkonzerten dabei. Meine Tante hat mich, als ich noch klein war, immer ins Theater geschleift und es hat mich tierisch genervt. Heute bin ich ihr dankbar dafür, denn so fand ich Gefallen am Theater. Es kam halt die Anfrage vom Theater Hagen und ja….

Was machen Sie, wenn Sie gerade nicht im Theater tätig sind?

Meistens bin ich mit meiner Band unterwegs (Industrie, Kreuzfahrten, ...). Ich habe drei Jahre lang eine Sendung im Fernsehen moderiert, in der ich mit geistig Behinderten zusammengearbeitet habe. Letztes Jahr habe ich ein Buch geschrieben, der Titel heißt: „Doppel Ich”. Ansonsten moderiere ich das Krimi-Quiz „Fang den Mörder”. Pro Abend spielen wir zwei Mordfälle, bei denen ich das Publikum mitspielen lasse. Meine Familie ist auch ein großer Bestandteil meines Lebens. Um meinen 14-jährigen Sohn Leo kümmere ich mich natürlich auch.

Wie sieht es mit Ihrem Privatleben aus?

Manche Promis lassen „Homestories” machen, aber davon bin ich kein Fan. Mein Privatleben hat niemand anderen zu interessieren, außer meine Freunde.

Kennen Sie eigentlich Hagen genauer?

Nein, Hagen kenne ich nicht genauer. Ich habe hier zwar schon ein paar Konzerte gespielt und bin mit dem Motorrad durch die Fußgängerzone gefahren. Aber eigentlich kenne ich Hagen nicht wirklich. Dann hätte ich hier schon länger wohnen müssen. Ich lebe aber in Much. Das liegt zwischen Olpe, Köln und Gummersbach. Kennt zwar kein Schwein, aber na ja….

Das Interview führten Sarah Grams, Isabel Michalsky und Mandy Schultowski, 8c, Theodor-Heuss-Gymnasium

ZEUS-Reporter

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