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Zeitung gefälscht

13.11.2008 | 20:01 Uhr

Irgendwann in der Steinzeit begab es sich, dass der eine besser mit dem Faustkeil zuschlagen konnte als der andere. So fing es an, die Aufgaben des menschlichen Miteinanders in spezialisierte Berufe aufzuteilen.

So weit, so gut. Bloß: Was tun, wenn die Spezialisten versagen? Wenn dem Klempner der tropfende Wasserhahn schnurz ist? Der Mechaniker auf den defekten Stoßdämpfer pfeift? Handwerklich einigermaßen Begabte greifen zur Selbsthilfe und kneifen den Hahn persönlich zu. In Amerika haben Verzweifelte jetzt sogar eine eigene Ausgabe der New York Times (NYT) gedruckt, mit den Nachrichten, die sie sich wünschen oder erträumen: so erklärte die gefälschte NYT etwa das Ende des Irak-Krieges, die Schließung des US-Gefangenenlagers Guanta?namo und dass der amtierende US-Präsident George W. Bush wegen Hochverrats angeklagt wurde. Die Aktivisten- und Aktionskünstlergruppe "The Yes Men" verteilte über eine Million täuschend echte Ausgaben kostenlos in New York und anderen Städten.

Wir haben das Konzept auch gleich in unserer Zeitung diskutiert. Auf eine wünschenswerte Nachricht konnten sich alle einigen (bitte Namen ergänzen): "Jackpot geknackt! . . . kassiert Lotto-Millionen!"

Von Tim Müßle

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