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Studie

Werbung verführt Jugendliche zum Trinken

12.05.2009 | 18:53 Uhr
Werbung verführt Jugendliche zum Trinken

Berlin/Hamm. Werbung verführt Jugendliche zum Trinken: Zum ersten Mal hat eine Studie den direkten Zusammenhang zwischen Werbung und und dem Trinkverhalten junger Menschen in Deutschland belegt. Suchtexperten fordern ein Verbot von Alkoholwerbung.

Je mehr Alkoholwerbung Jugendliche schauen, desto höher ist ihr Alkoholkonsum. Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Studie der Deutschen-Angestellten Krankenkasse (DAK), die erstmals den direkten Zusammenhang. Suchtexperten fordern ein Verbot von Alkoholwerbung.

Der Befragung von 3400 Schülern zwischen zehn und 17 Jahren zufolge ist es als Jugendlicher in Deutschland fast unmöglich, nicht in Kontakt mit Werbung für Bier, Schnaps oder Wein zu kommen. Lediglich 1,5 Prozent der Schüler gab an, noch nie eine Alkoholwerbung gesehen zu haben.

Mehr Werbung, mehr Alkohol

Das Fazit der Studie: Je höher der Werbekontakt, desto höher der Alkoholkonsum. Weniger als 20 Prozent der Schüler, die keine der neun gezeigten Alkoholwerbungen gesehen hatten, haben schon einmal Alkohol getrunken. Umgekehrt haben über 90 Prozent in der Gruppe derjenigen, die alle Spots mehr als zehnmal verfolgten, schon einmal Alkohol konsumiert.

Verbot von Alkoholwerbung

Info
Rauschtrinken

Anders als bei Alkoholwerbung tritt der Steigerungseffekt bei Reklame für Handys oder Süßigkeiten nicht auf.

Die Studie ergab weiter, dass häufiger Kontakt mit Alkoholwerbung auch das exzessive Trinken verstärkt. Die Gruppe mit dem höchsten Werbekontakt hat doppelt so oft exzessiv Alkohol konsumiert wie die mit dem niedrigsten.

Stärker gefährdet sind Jungen, die Werbung auch eher wahrnehmen als Mädchen.

Die Bundesdrogenbeauftragte Sabine Bätzing (SPD) fordert eine „effiziente Selbstkontrolle der Werbung”. Die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen in Hamm (DHS) spricht sich für ein generelles Verbot der Alkoholwerbung aus. „Alkohol ist kein Genussmittel, sondern ein Nervengift und eine Droge. Dafür darf nicht geworben werden”, sagte Sprecherin Christa Merfert-Diete zur WR. Fachleute seien sich einig, dass Werbung einen Lebensstil zeige, der gerade auf Jugendliche abziele. "Menschen, die schön, reich, leicht und beschwingt sind -   daran orientieren sich die Jugendlichen", so Merfert-Diete. Der Jugendschutz müsse strikter durchgesetzt werden und Erwachsene sich ihrer Vorbildrolle bewusst werden. Außerdem kritisiert die DHS, das Alkohol zu billig sei. 

Alkoholindustrie wehrt sich

Der Sprecher der Krombacher Brauerei, Franz-Josef Weihrauch wies darauf hin, dass in den letzten 15 Jahren der Alkoholkonsum trotz steigender Werbeausgaben gesunken sei. Die Studie hatte gezeigt, dass die Werbung von Krombacher - ebenso wie die von Jägermeister, Jever und Wodka Gorbatschow - eine hohe Erreichungsquote unter den jüngeren Schülern zu haben scheint. „Nun sind alle gefragt”, sagte Weihrauch zu den Ergebnissen der Studie.

Man dürfe der Alkoholindustrie nicht den Schwarzen Peter zuschieben. Vielmehr müsse der Jugendschutz konsequenter umgesetzt werden. Für das Thema Jugendschutz sei man sensibel. "Aus diesem Grund sind wir vor drei Jahren mit unserer Marke ,Cab' aus Deutschland sucht den Superstar ausgestiegen", so Weihrauch.

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Maike Braun

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Kommentare
17.07.2009
11:35
Werbung verführt Jugendliche zum Trinken
von krauserkarl | #4

wie die Alten sungen so zwitschern heut die Jungen

16.07.2009
18:31
Werbung verführt Jugendliche zum Trinken
von roccioso | #3

Ach soooo Werbung verleitet zum kaufen!
Wer konnte das auch ahnen?
Gut das die DAK jetzt mal eine Umfrage gemacht hat.
Und welche Erkenntnis leiten wir daraus ab?
Na klar wenn wir schon weniger Werbung machen, dann erhöhen wir den Preis.
Dann sind ja alle wieder zufrieden.
Problem gelöst, alle verdienen weiter.
So sollte mal irgend ein Dealer mit einer anderen Droge argumentieren.

13.05.2009
10:39
Werbung verführt Jugendliche zum Trinken
von Dirk Rabenschlag | #2

Ähhhh, ohne jetzt Statistiker zu sein:

Kann es sein, dass eine Vergleichsgruppe von 1,5 % der Befragten (d.h. 51 Schüler) viel zu klein ist, um als Vergleichsgruppe signifikant zu sein?

12.05.2009
18:45
Blockierter Kommentar.
von A.S. | #1

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