Was passiert mit der Bildung?
07.09.2009 | 18:53 Uhr 2009-09-07T18:53:00+0200Ganztagsschule, Bildungssoli, BAföG - Parteien mühen sich um ein besseres Bildungssystem
Dortmund. Überfüllte Hörsäle und Klassen, Lehrermangel, Sprachbarrieren und erschreckende Pisa-Ergebnisse - die Liste der Probleme in der deutschen Bildungspolitik ist lang. Im Sommer gingen Zehntausende Schüler und Studenten auf die Straße, um für bessere Lernbedingungen zu demonstrieren. Für Eltern ist Bildung das wichtigste Thema im Bundestagswahlkampf. Daher räumen die Parteien dem Bildungssystem einen breiten Raum in ihren Wahlprogrammen ein.
Was plant die CDU/CSU?
Die Union hat sich ins Wahlkampfprogramm geschrieben, bis 2015 zehn Prozent des Bruttoinlandsprodukts in Bildung und Forschung zu investieren. Sie will bundesweit gültige Leistungsmaßstäbe für Bildungseinrichtungen und Bildungsabschlüsse einrichten. Kinder ab vier Jahren sollen Sprachtests ablegen, bei Defiziten sollen sie frühzeitig gefördert werden. Bis 2010 sollen alle Kinder, die eingeschult werden, deutsch sprechen können. Konfessioneller Religionsunterricht soll zum Kanon der Pflichtfächer gehören. Die Zahl der Schulabbrecher soll bis 2012 halbiert werden.
Was plant die SPD?
Wie die Union, wollen auch die Sozialdemokraten bis 2015 zehn Prozent des Bruttoinlandsproduktes in Bildung investieren. Außerdem soll die Zahl der derzeit jährlich 80 000 Schulabbrecher jedes Jahr um zehn Prozent gesenkt werden. Für Abiturienten aus Familien mit niedrigem Einkommen soll es ein Oberstufen-BAföG geben. Das Angebot an Ganztagsschulen soll ausgebaut werden. So soll langfristig das gegliederte Schulsystem abgeschafft werden. Für die Studenten plant die SPD die Ausweitung des Studenten-BAföGs, auch für ältere Semester, und die Abschaffung der Studiengebühren. Die SPD will die Bildungsinvestitionen durch eine Anhebung des Steuersatzes für Spitzenverdiener finanzieren.
Was will die FDP?
Die FDP drückt aufs Tempo, sie will die Ausgaben für Bildung schon bis 2010 über zehn Prozent des BIP steigern. Zudem sollen Bildungsstandards und vergleichbare Schulabschlüsse durchgesetzt werden. Die Liberalen wollen allen Menschen ab dem ersten voll- endeten Lebensjahr „Bildungs- und Betreuungsgutscheine” geben. Diese sollen Eltern beispielsweise bei Krippen, Musikschulen oder Sportvereinen einlösen können. Mit vier Jahren soll jedes Kind einen Sprachtest ablegen, Kinder mit Schwächen sollen Förderungen bekommen. Für Studenten plant die FDP ein breites Stipendien-Konzept: zehn Prozent der Hochschüler sollen davon profitieren.
Welche Bildungspolitik versprechen die Grünen?
Die Grünen wollen, dass alle Kinder mindestens bis zur neunten Klasse gemeinsam unterrichtet werden. Die Gymnasien sollen dazu reformiert und das Angebot an Ganztagsschulen erweitert werden. Auch die Studienfinanzierung soll erweitert werden, Gebühren sollen abgeschafft werden. Außerdem wollen die Grünen in fünf Jahren 500 000 zusätzliche Studienplätze schaffen. Zur Stärkung der Weiterbildung soll ein Erwachsenen-BAföG ohne Altersgrenzen oder Berufsbeschränkungen angeboten werden. Dazu soll der Solidaritätsbeitrag in einen Bildungsbeitrag umgewandelt werden. Zudem sollen Gelder aus einer Erbschaftssteuerreform ins Bildungswesen fließen.
Was wollen die Linken?
Sie wollen das Recht auf Bildung im Grundgesetz verankern und darin auch die berufliche Ausbildung einbeziehen. An jeder Schule sollen Sozialpädagogen zum Einsatz kommen. Ähnlich wie die Grünen will die Linke die Gemeinschaftsschule bis zur Klasse 10 als „Regelschule” etablieren und das Angebot an Ganztagsschulen ausbauen. Das BAföG soll vom Elterneinkommen abgekoppelt und ausgeweitet werden. Studiengebühren will die Linkspartei abschaffen.

15:22
Der Trick der Alliierten, Deutschland den Föderalismus aufzudrängen, ist voll aufgegangen. Dadurch wird D. gegenüber den anderen Ländern immer mehr in der Bildung zurückfallen, insbesondere Frau Schavan erkennt nicht, wie desastös die Kulturhoheit der Länder wirkt.
Hierüber sollten die Politiker sprechen und notfalls die Verfassung ändern, die ist so oft repariert worden, da kommt es auf das eine Mal auch nicht an.....
07:43
Oh, mein Gott, da haben einmal wieder selbst ernannte Experten ihre Meinungen zum Besten gegeben!
Wo, um alles in der Welt, soll denn plötzlich das ganze Geld herkommen , um die gesamten Pläne- wenn sie denn ernst gemeint sind- zu finanzieren?
Warum hat man dann nicht schon längst die maroden Schulen abgerissen und erneuert?
Wenn tatsächlich die Rahmenbedingungen verbessert werden sollten ( sehr hypothetisch ! ) , dann bleiben noch die Erziehungsberechtigten, die bislang nur sehr wenig die Bildungsbemühungen unseres Schulsystems unterstützt haben und uns Kinder geschickt haben, die schlichtweg nicht beschulbar gewesen sind.
Will man nun , unter den gegeben Bedingungen die Zahl der Wiederholer halbieren und jedem Schüler einen Abschluss - wahrscheinlich ist die AHR gemeint- ermöglichen, dann nenne ich dies Pfusch an den Symptomen, man schönt schlechte Ergebnisse und sonnt sich im Glanze gefakter Abschlüsse.
Wenn es das ist, was wir wollen, dann können wir mit unserem Bildungssystem einpacken, und uns hinter jede Sonntagsschule in der geistigen Unterwelt einreihen.
Aber das kommt eben davon, wenn Experten Entscheidungen treffen dürfen....
runningvalentino