Vorwurf: Professor schlug beim Uni-Streik zu
20.06.2009 | 09:42 Uhr 2009-06-20T09:42:00+0200
Bochum. Beim Bildungsstreik an der Bochumer Ruhr-Universität ist es zu einer handgreiflichen Auseinandersetzung zwischen einem streikenden Studenten und einem Professor gekommen.
Vertreter des Allgemeinen Studierenden-Ausschusses (AStA) werfen dem Hochschullehrer vor, er habe den Studenten ins Gesicht geschlagen. Der Professor für Neuere Geschichte bestreitet dies.
Für die streikenden Studenten war es „ein historischer Tiefschlag” - für den Professor ein „Gerangel”, das der Student selbst verschuldet habe. Vor rund 250 Zeugen hatte der Student beim Streik am Montag die Vorlesung des Historikers gestört und sich die Anwesenheitsliste gegriffen. Was dann geschah, wird unterschiedlich geschildert. Studenten wollen gesehen haben, wie der Professor dem Störer ins Gesicht schlug. So ist es zum Beispiel auf der Internetseite des Streikkomitees der Ruhr-Universität zu lesen.
Der Professor, der auch Mitglied im Senat der Ruhr-Universität Bochum ist, reagierte am Freitag mit einer persönlichen Erklärung auf seiner Homepage. Er weist den Vorwurf, den Studenten geschlagen zu haben, „entschieden zurück”. Sollte der Student sich tatsächlich bei dem Gerangel verletzt haben, so bedaure er dies, weise aber darauf hin, „dass er selbst diese Situation verursacht hat.”

11:20
aber gut zu wissen, dass man hier scheinbar nur dann einen kommentar schreiben darf, wenn man offensichtlich nicht dabei war und keine ahnung davon hat, was wirklich passiert ist.
11:12
ach, aber die hetze gegen Islam, die hier teilweise betrieben wird, entspricht den Nutzungsbedingungen? sehr interessant.
14:40
Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.
14:53
Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.
16:20
Es gab ein Rangelei aber definitiv keinen Schlag.
Das ist lächerlich & einfach nur dummes Geschwätz um Aufmerksamkeit zu erregen.
15:30
Mit Verlaub, was man hier liest strotzt zum Teil jedweder Beschreibung (siehe Schuldienst vor 1945).
Um es gleich vorweg zu sagen: Ich selbst bin Student an der Ruhr-Universität und saß am Montag zudem in besagter Vorlesung. Dazu gibt es mehrere Dinge zu sagen:
Als ich von der Nachricht erfuhr, interessierte mich natürlich, welcher Professor das angeblich getan haben solle. An meiner Universität sind mir bisher tendenziell eher wenig Dozenten als gewaltbereit aufgefallen... Als ich dann aber den Namen las, wusste ich nicht recht ob ich ungläubig schauen oder laut lachen sollte.
Besagter Professor, der angeblich einen Studenten geschlagen haben soll, hat sich noch während der Vorlesung bereit erklärt, sachlich über den Streik zu diskutieren, da er ihn grundsätzlich befürworte (!). Auch sonst würde ich seine Stellungnahmen und Ansichten, die ich bisher in Seminaren und Vorlesungen erlebt habe, eher als „links“ (pauschal formuliert), auf alle Fälle liberal, bezeichnen. (und aus dem linken politischen Lager kommt die ganze Aktion ja im Großen und Ganzen). Wie auch immer, er passt sicher nicht in das gewünschte Bild des bösen „reaktionären“ Dozenten, das sich die Protestierenden vielleicht herbeisehnen. Selbst im Seminar am folgenden Tag erklärte er sich bereit, über die Motivation und Forderungen zu sprechen und betonte mehrmals, dass er diese gut verstehen könne. Ich kann mir glaube ich bei keinem Dozenten weniger vorstellen, dies getan zu haben, als bei dem „Angeklagten“.
Zur Vorlesung: Als irgendwann im Laufe der Veranstaltung eine aufgebrachte Menge randalierend die Vorlesung stürmte (vielleicht im Glauben, ein neues „68“ heraufzubeschwören ?), wirkte er auf mich und auf die meisten Kommilitonen eher amüsiert und interessiert als in irgendeiner Form genervt, aggressiv oder ähnliches. Soviel, um Schreibern, wie dem des ersten Kommentars mal den Wind aus den Segeln zu nehmen, die offenbar nicht mal den Unterschied zwischen Schule und Universität kennen.
Im übrigen bin ich durchaus der Ansicht, dass jemand der versucht sich der Anwesenheitsliste zu bemächtigen (Entschuldigung, aber das ist doch ohnehin lächerlich ... ganz zu schweigen vom Datenschutz der Studenten) und sich in ein Gerangel begibt, durchaus riskiert Blessuren davon zu tragen und dies am Ende auch selbst zu verantworten hat.
Was den Protest / die Protestierenden angeht, unabhängig von der Motivation und den Forderungen: Vielleicht sollte man sich lieber auf der offiziellen Bildungsstreik-Seite umschauen, welche Organisationen zum Teil einträchtig mit den Protestkomitees bundesweit mit marschieren. („Linksjugend Solid“, „SAJD“, die AntiFa sowieso, usw.) Insofern verwirrt es mich etwas, wenn „unser“ AStA jegliche Gewalt ablehnt, gleichzeitig aber direkt oder indirekt mit Organisationen zusammenarbeitet, die offen davon sprechen, eine „Systemüberwindung“ anzustreben und dabei Gewalt als legitimes Mittel ansehen.
An ihren Taten sollt ihr sie erkennen.
02:18
Hallo,
jetzt mal wieder zum sachlichen zurück. Das Bachelor / Master System ist im Grundgedanken nicht schlecht, doch ist die jetzige Umsetzung stark verbesserungswürdig.
Der Inhalt in dem Studiumsystem wurde so stark komprimiert, dass man manchmal so stark gefordert ist, dass es im Alltag nur noch das Thema Studium gibt. Erschwerend kommt hinzu, dass man am Wochenende arbeiten darf um die Miete / Lebensunterhalt finanzieren zu könnnen. Dieser Verdienst reicht leider nicht aus um alle Kosten zu decken. Deshalb musste ich zusätzlich Bafög beantragen. Seit einigen Jahren kommen die Studiumgebühren hinzu. Man sitzt nach dem Studium auf einem Berg Schulden. Ein weiterer Punkt der vielen Demonstranten ein Dorn im Auge ist. Die hohen Anschaffungskosten der Lehrbücher und die Aussicht nach dem Studium auf unbezahlte Praktika um in eine Festanstellung zu gelangen sind weitere Frustfaktoren.
Hier könnte die Politik einiges nachbessern.
Die Demonstrationen sind in meinen Augen berechtigt und notwendig um diverse Politiker (insbesondere Frau Schavan) erkennen zu lassen, dass es Handlungsbedarf gibt.
22:39
Mein Gott, was ist dass hier bloss für ein Witz. Echt, wenn hier die meisten Menschen noch nicht mal wissen, warum eine Anwesenheitsliste einen Bezug zum Studentenprotest hat, tut mir echt leid. Und mal wieder D. Nuhr: Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal die Schnauze halten!. Als ob der Blinde von den Farben redet... Und ja, da gibt es einen Zusammenhang, und ja, ich finde dass entfernen der Anwesenheitsliste gerechtfertigt, und warum, könnt ihr mal drüber nachdenken.
17:33
Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.
15:13
Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.