Verdächtigter beim Parkplatz-Mord packt aus
07.07.2009 | 20:00 Uhr 2009-07-07T20:00:00+0200
Lüdenscheid/Schwerte. Im Fall des Parkplatz-Mordes an der A45 packte der verdächtige Cousin der Toten bei einem Haftprüfungstermin am Dienstag aus. Der Onkel der Toten habe ihn, den Cousin, gezwungen, eine bewusstlose Person aus dem Kofferaum des Kombis zu tragen, mit dem die beiden unterwegs waren.
Bei einem Haftprüfungstermin packte der tatverdächtigte Cousin der Toten, die im August 2008 auf einem Rastplatz an der A45 gefunden wurde, aus. Die Verteidigung forderte nach der Aussage die Aufhebung des Haftbefehls.
Erst auf dem Parkplatz wieder aufgewacht
Nach Informationen der WR erklärte der 20-Jährige, sein überraschend aus Finnland angereister Onkel habe sich in der fraglichen Nacht zunächst sein Auto geliehen, sei dann zurückgekehrt und habe ihn gebeten, ihn nach Frankfurt zu bringen. Er habe den Wunsch erfüllt, der Onkel sei jedoch selbst gefahren. Er sei eingeschlafen und auf dem Parkplatz wieder wach geworden.
Der Onkel habe ihn gezwungen, ihm zu helfen, eine vermutlich bewusstlose Person aus dem Kofferraum des Kombis zu tragen. Diese Person habe er zuvor nicht bemerkt, habe in ihr auch nicht seine Cousine erkannt. Nach Ablegen des Körpers sei er zurückgetreten, habe dann eine rasche Schussabfolge gehört. Anschließend habe ihn der Onkel gezwungen, ihn nach Amsterdam zu bringen. Auf der Fahrt habe er ihm eröffnet, dass es die Cousine gewesen sei. Ihre Lebensweise habe ihn gestört. Auch habe er ihn unter Drohungen zum Schweigen verpflichtet. Er selbst habe sich gut mit der Ermordeten verstanden.
Gericht ordnet Fortführung der Untersuchungshaft an
Der Verteidiger des 20-Jährigen forderte nach dieser Version die Aufhebung des Haftbefehls. Das Gericht sah es anders und ordnete Fortdauer der Untersuchungshaft an.
Ende August vergangenen Jahres war eine junge Frau ermordet auf einem Rastplatz an der A45 kurz vor der Ausfahrt Lüdenscheid Nord gefunden worden.
