Das aktuelle Wetter NRW 9°C
Verkehr

Unternehmer kämpfen für Lückenschluss der A 46

02.10.2009 | 16:37 Uhr
Unternehmer kämpfen für Lückenschluss der A 46

Hemer/Menden. Der Ausbau der A 46 von Hemer bis Arnsberg-Neheim bleibt umstritten. Eine neue Unternehmer-Initiative macht jetzt Druck für den Weiterbau. "Es kann nicht sein, dass ein kleiner Teil der Bevölkerung die Planung blockiert”, sagt der Sprecher von "pro A 46".

Der umstrittene Ausbau der A 46 von Hemer bis Arnsberg-Neheim rückt offenbar näher. Im November soll das Umweltverträglichkeitsgutachten zu den Trassenführungen vorgestellt werden, im Frühjahr 2010 die Anhörung der betroffenen Bürger erfolgen. Franz-Josef Vonnahme, Beigeordneter der Gemeinde Ense, rechnet mit einem zeitnahen Planfeststellungsverfahren.

Am Freitag machten sich 61 Unternehmen der Region stark für den weiteren Ausbau. Die regionale Wirtschaft benötige den Lückenschluss dringend, erklärten sie. Die neue Unternehmer-Initiative „pro A 46” fordert, dass endlich etwas geschieht.

Mit markigen Sätzen aus der Abteilung Attacke warben die Firmen für den Lückenschluss. „Es kann nicht sein, dass ein kleiner Teil der Bevölkerung gegen den Ausbau der A 46 ist und die Planung blockiert”, sagte Dr. Sigurd Pütter, Sprecher von „proA 46” und Geschäftsführer der Iserlohner Pharmafirma Medice. Innerhalb von zwei Wochen - dann wird NRW-Bauminister Lutz Lienenkämpfer (CDU) in Arnsberg erwartet - wollen die Unternehmer ihre Mitgliederzahl verdreifacht haben.

Gemeinde Ense für den Ausbau

Viele Menschen in der Region könnten von einer durchgehenden Autobahn profitieren, sagt Pütter. Ortsdurchfahrten würden entlastet, entlang der A 46 neue Betriebe entstehen und Arbeitsplätze. „Die Wirtschaft leidet unter den schlechten und unkalkulierbaren Verbindungen.”

Info
Zwei Teilstücke

Der Weiterbau der A 46 umfasst die Teilstücke Hemer (B 7) - Menden (B 515) und weiter bis Neheim (A 445). Sie sind 7,3 bzw. 12,1 Kilometer lang.

Werner von Buchwald, Geschäftsführer der IHK Arnsberg, bezifferte die Kosten gestern auf rund 300 Millionen Euro. Der Landesbetrieb Straßen-NRW war von rund 250 Millionen ausgegangen.

Optimistische Prognosen gehen von einer Fertigstellung bis 2017 aus, Straßen-NRW gibt die Fertigstellung frühestens im Jahr 2023 an.

In den betroffenen Kommunen laufen die Unternehmer offene Türen ein. Sowohl in Wickede als auch in Ense existieren eindeutige Ratsbeschlüsse. „Wir sind für den Bau der A 46, da legen wir Wert drauf”, sagt Franz-Josef Vonnahme, Beigeordneter in Ense. „Für uns geht es vorrangig um den Lärmschutz, wir wollen unsere Einwohner in den Ortsteilen Waltringen, Lüttringen und Höingen schützen.” Jetzt wird die neue A 46-Trasse vermutlich in Höhe des 269 Meter hohen Fürstenberges bei Neheim auf die A 445 treffen. „Hinter dem Bergrücken, damit kann der volle Schalldruck nicht nach Ense hineinstrahlen. Für uns ist das Thema durch”, sagt er.

Wimbern will kämpfen

In Wickede prinzipiell auch, der Rat hat für den Weiterbau gestimmt, aber: „Über die Trassenführung müssen wir noch reden”, sagt Bürgermeister Hermann Arndt (CDU). Im Wege stehen geschützte Flora-Fauna-Habitate wie der Luerwald zwischen Menden und Arnsberg und auch der seltene Schwarzstorch hat in der Region seinen Brutplatz.

Die zuletzt favorisierte Trassenvariante führt durch den Ortsteil Wimbern, „das haben wir abgelehnt”, sagt Arndt.

Dort kämpft eine Initiative gegen die Fortführung der A 46, die WIG (Wimberner Interessengemeinschaft). Deren Sprecher Michael Schulte sagt: „Wir sind keine Gruppe von Verstörten, die eine Autobahn verhindern wollen. Wir haben das Mandat des Dorfes.” Wimbern hat rund 950 Einwohner, von den Wahlberechtigten stimmten 41,6 Prozent für die Grünen, einen ähnlich hohen Anteil erzielte der CDU-Kandidat, sagt Schulte. Beide stellten sich vor der Wahl gegen die Autobahntrasse. „Unser Dorf ist 800 Jahre alt. Wir wollen nicht räumlich und sozial durchschnitten werden”, sagt WIG-Sprecher Schulte.

Initiative rechnet mit Klage

Doch es gibt auch Fürsprecher eines Weiterbaus. Lieber heute als morgen möchte Friedhelm Mols die Bagger anrollen sehen. Er vertritt die Bürgerinitiative Pro A 46 Wickede. Fast 16 000 Fahrzeuge pro Tag, so hat die BI gezählt, rollen täglich in Wickede über die vielbefahrende B 63, mit entsprechender Abgasbelästigung und Autolärm. „Wer an der B 63 wohnt, ist für die entlastende Autobahn”, sagt er, „dem Rest der Wickeder ist es gleichgültig, nur in Wimbern ist man dagegen.”

Auch wenn Enses Beigeordner Franz-Josef Vonnahme ein zeitnahes Planfeststellungsverfahren greifbar sieht; über die endgültige Linienführung sei noch nicht entschieden, heißt es im Haus von Regierungsspräsident Helmut Diegel (CDU). Einem Baubeginn sehen die trotzigen Wimberner gelassen entgegen. „Wir rechnen mit einer Verbandsklage der Naturschützer”, sagt Michael Schulte.

Heinz Krischer, Michael Schmitz

Facebook
 
Kommentare
13.07.2010
02:27
Blockierter Kommentar.
von afredo | #22

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

13.07.2010
02:27
Blockierter Kommentar.
von afredo | #21

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

13.07.2010
02:27
Blockierter Kommentar.
von afredo | #20

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

13.07.2010
02:27
Blockierter Kommentar.
von afredo | #19

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

13.07.2010
02:27
Blockierter Kommentar.
von afredo | #18

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

13.07.2010
02:27
Blockierter Kommentar.
von afredo | #17

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

13.07.2010
02:27
Blockierter Kommentar.
von afredo | #16

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

13.07.2010
02:27
Blockierter Kommentar.
von afredo | #15

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

13.07.2010
02:27
Blockierter Kommentar.
von afredo | #14

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

13.07.2010
02:26
Blockierter Kommentar.
von afredo | #13

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/10593/create

Umfrage
Das Aus für die Drogeriekette Schlecker ist besiegelt. Werden Sie Schlecker vermissen?

Das Aus für die Drogeriekette Schlecker ist besiegelt. Werden Sie Schlecker vermissen?

 
Aktuelle Fotos und Videos
SG Massen gegen SC Hamm
Bildgalerie
Fotostrecke
SG Holzwickede vs. SV Langschede
Bildgalerie
Fotostrecke
Schwerer Verkehrsunfall
Bildgalerie
Fotostrecke
Wandern mit der WR
Bildgalerie
Fotostrecke
Aus dem Ressort
Römer im Anmarsch - Baubeginn in Bergkamen
Archäologie
Es war das größte Römerlager nördlich der Alpen und wurde 1905 in Bergkamen-Oberaden entdeckt. Jahrelang durften die Geschichtsfreunde von einem Archäologischen Park an Ort und Stelle nur träumen - im Sommer wird endlich gebaut.
Die Angst vor der Scharia ist größer
Assad-Regime
Er wünscht sich eine syrische Demokratie, doch vor der Revolution und ihren Folgen fürchtet er sich. Deswegen steht Julius Hanna Aydin, Bischof der syrisch orthodoxen Kirche in Deutschland fest hinter Assads Regime. Nahostexperte Jochen Hippler hält das für bedenklich.