Übung macht den Schulweg-Meister
11.08.2009 | 18:36 Uhr 2009-08-11T18:36:00+0200
Geschwindigkeiten abschätzen, Geräusche orten und Entfernungen richtig einordnen – all dies können Kinder im Alter zwischen fünf und sieben Jahren noch nicht. Der Weg zur Schule ist deswegen besonders gefährlich.
Eltern sollten ihn also unbedingt mit ihren Kindern einüben, rät die Polizei Dortmund.
„Grundschüler aus der ersten und zweiten Klasse können die Gefahren im Straßenverkehr nicht richtig einschätzen”, sagt der Polizeioberkommissar Frank Wolff. Dass sie von Autofahrern nicht gesehen werden, wenn sie hinter einem Hindernis, etwa einem parkenden Auto, stehen, ist den Mädchen und Jungen nicht bewusst. Ein Irrtum, der folgenschwer enden kann. Aber auch in diesem Fall gilt: Übung macht den Meister.
„Zwar haben wir von der Polizei schon in den Vorschulen mit vielen Kindern das richtige Verhalten im Straßenverkehr geübt. Doch die Eltern sollten auch noch mehrmals vor dem Schulbeginn die Strecke mit ihrem Nachwuchs ablaufen. Je öfter, desto besser”, so Wolff. Wichtig sei dabei, den Schulweg nicht am Nachmittag einzuüben, sondern am Morgen. Nicht nur die Sichtverhältnisse sind morgens anders, sondern auch das Verkehrsaufkommen.
Keine langfristige Hilfe ist es laut Polizei, wenn die Kinder von den Eltern mit dem Auto zum Unterricht gebracht werden. Bei längeren Schulwegen rät Wolff den Eltern: „Halten Sie 400 Meter vor der Schule und laufen Sie ein Stück mit dem Kind. Das trainiert auch.”
Um im Straßenverkehr immer gesehen zu werden, sollten Kinder – gerade im Herbst und Winter – keine dunkle Kleidung tragen. „Viele junge Schüler tragen gerne auffällige Farben, etwa Gelb, Orange oder knalliges Rot. Das sollten Eltern guten Gewissens unterstützen”, sagt Frank Wolff.
Kinder sind gesetzlich unfallversichert
Sollte es dennoch mal zu einem Unfall kommen, ist klar: „Alles Schüler sind auf dem Schulweg gesetzlich unfallversichert”, sagt Anne Kronzucker von der D.A.S.-Rechtsschutzversicherung. „Diese Versicherung kommt bei einem Unfall für die Arztkosten und, wenn notwendig, auch für eine Rente auf.” Schmerzensgeld zahle sie aber nicht. Wichtig: Passiert ein Unfall auf dem Schulweg müssen sofort die Schule und der zuständige Arzt informiert werden.

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