"U-Turm" tritt gegen die Elbphilharmonie an
11.01.2008 | 20:10 Uhr 2008-01-11T20:10:02+0100Essen. Mindestens 50 Millionen Tagestouristen und fünf Millionen Übernachtungsgäste werden nach Schätzungen der Ruhrgebiets Tourismus GmbH die "Metropole Ruhr" besuchen, wenn sie mit Essen als Zentrum 2010 zur Kulturhauptstadt Europas ernannt wird.
"Der katholische Pfarrverein aus Bayern, der SPD-Ortsverein aus Rheinland-Pfalz, der Rotary-Club aus Baden-Württemberg." Dr. Dietrich Nellen, Geschäftsführer der Ruhrgebiets Tourismus GmbH, sieht das höchst unterschiedliche Publikum schon lebhaft vor sich, wie es 2010 irgendwo zwischen Oberhausen und Dortmund Reisebussen entsteigt. Nellen glaubt, die Ernennung des Ruhrgebiets zur "Kulturhauptstadt" biete die einmalige Chance, die Region dauerhaft auf die Landkarte von Städtereisenden aus ganz Europa zu bringen. Zum Vergleich: Köln zieht schon heute rund 100 Millionen Tagestouristen im Jahr an.
Mit einem Etat von bis zu acht Millionen Euro soll die Tourismusoffensive ausgestattet werden, die den Ruhrgebiets-Touristikern notwendig erscheint. Sie werden die "Metropole Ruhr" auf vielen Reisemessen präsentieren, unter anderem als Partnerregion der Internationalen Tourismus Börse (ITB) 2009.
Den Programmplanern des Kulturhauptstadt-Jahres gaben die Tourismus-Experten ein forsches "Think big!" (Denkt groß!) mit auf den Weg. Bis Ende des Jahres müssten mindestens "20 touristische Leitprodukte" feststehen, um mit den Planungen für bedeutende Ausstellungen oder zugkräftige Sonderveranstaltungen die Auf- merksamkeit der Reiseveranstalter zu erregen. Sonst bestehe die Gefahr, dass das Ruhrgebiet den Konkurrenzkampf mit anderen Kulturregionen verlieren werde. "2010", so Nellen, "wird zum Beispiel die Elbphilharmonie in Hamburg eröffnet." Das werde die interessierte Öffentlichkeit bis zu drei Monate beschäftigen.
Nachholbedarf bestehe auch bei der touristischen In-frastruktur. Dringend benötige man eine eigene "TouristCard" für den öffentlichen Nahverkehr im Ruhrgebiet, "damit die Gäste nicht im Tarifdschungel verloren gehen." Äußerst erfreut zeigten sich die Ruhrgebietstouristiker, dass der Dortmunder "U"-Turm mit einem neuen Museum im früheren Lagerhaus der Union-Brauerei nun doch mit Fördermitteln des Landes rechnen darf. Neben Zeche Zollverein in Essen, der Neuen Mitte Oberhausen, dem Duisburger Innenhafen und der Bochumer Jahrhunderthalle zählen sie das "Dortmunder U" zu den besonderen touristischen Pfunden der Region.

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