Tierschützer protestieren gegen Reptilien-Börse "Terraristika" in Hamm
10.03.2011 | 17:33 Uhr 2011-03-10T17:33:00+0100
Hamm.Die private Haltung von Wildtieren nimmt nach Ansicht der Tierschutzorganisation „Pro Wildlife“ zu. „Wer früher einen Kampfhund wollte, kauft sich jetzt eine Mamba“, sagt Biologin Sandra Altherr. Schätzungsweise würden in Deutschland rund 250 000 Riesen- und 100 000 Giftschlangen gehalten. Ein Dorn im Auge ist den Tierschützern seit langem die weltweit größte Terrarientier-Börse „Terraristika“, die morgen wieder in Hamm stattfindet. Sie verstoße gegen Tierschutzrecht und biete Platz für illegalen Tierhandel.
"Da wird die Natur verramscht"
Seit zwölf Jahren besucht Sandra Altherr die „Terraristika“ in Hamm. Und ihr Eindruck ist immer der selbe: „Ich bin bis heute jedes Mal geschockt, wie man mit Wildtieren umgeht. Wie die Natur verramscht wird.“ An diesem Samstag jedoch, wenn die Messe zum 41. Mal ihre Pforten öffnet, verknüpft die wissenschaftliche Mitarbeiterin der Tierschutzorganisation Pro Wildlife eine besondere Erwartung mit ihrem Besuch: Dann wird sie mit Vertretern des NRW-Umweltministeriums und des Landesamtes LANUV zusammentreffen, um bei einem gemeinsamen Rundgang auf die Missstände bei dieser Veranstaltung hinzuweisen. „Wir haben die große Hoffnung, dass sich mit der rot-grünen Regierung etwas ändert und wir die Ministeriums-Vertreter überzeugen können, dass das, was wir dort vorfinden, nicht haltbar ist“, gab Altherr gegenüber der WR zu.
In einem Schreiben an Umweltminister Johannes Remmel (Grüne) hat der Vorsitzende vo Pro Wildlife, Dr. Christoph Schmidt, bereits Beispiele genannt und darauf hingewiesen, dass unter anderem die Verkaufsbehältnisse „in krassem Gegensatz zu den minimalsten Anforderungen aus Tierschutzsicht“ ständen. So werde der Großteil der Tiere nicht in Terrarien angeboten, sondern in kleinen Plastikschalen, die keinerlei Rückzugsmöglichkeiten böten. Tiere aus Feuchtgebieten würden komplett trocken gehalten, wärmeliebende Reptilien werde keine Heizmöglichkeit geboten. Entgegen der Börsenordnung würden Behältnisse mit Tieren unter den Tischen aufbewahrt und häufig gestapelt - was eine Beeinträchtigung der Luftzufuhr bedeute. Mit großer Sorge beobachte Pro Wildlife zudem, dass eine große Anzahl gewerblicher Händler die Terraristika nutze, um Tiere zu verkaufen. „Auf diese Weise umgehen sie die strengen Auflagen, die für Zoofachgeschäfte gelten“, sagt Schmidt.
Tiere illegal eingefangen
„Überall türmen sich die kleinen Frischkäse-Schachteln mit Tieren - vom Frosch aus Südamerika bis zum Waran aus Südosteuropa“, schildert Altherr. Eine Börse in dieser Größenordnung, mit rund 600 Anbietern, lasse sich nach Ansicht der Biologin „nicht gescheit kontrollieren. Deshalb darf sie aus unserer Sicht nicht mehr genehmigt werden.“
Und noch ein Problem biete eine solche Messe für Wildtiere: „Es gibt viele Spontankäufe von Leuten, die gar nicht wisse, welche hohe Anforderungen es an die Haltung dieser Lebewesen gibt. Das bedeutet, dass den Tieren, die dort gekauft werden, ein langer Leidensweg bevorsteht.“
Zudem weist Pro Wildlife darauf hin, dass die Hammer Messe „als einer der größten Umschlagplätze der Welt für illegal gefangene Tiere“ gelte. Diese seien unmittelbar vor Terraristika-Terminen illegal eingefangen und anschließend dort verkauft worden. Erst kürzlich sei vor dem Amtsgericht Dortmund einer der Drahtzieher verurteilt worden, der seine Tiere auch in Hamm angeboten habe. (Die Westfälische Rundschau berichtete).
Den für Samstag geplanten gemeinsamen Rundgang versteht man im NRW-Umweltministerium als „sachverständige Begutachtung“. Bei ihr, so der zuständige Referatsleiter Dr. Friedhelm Jaeger, könnten „alle offenen Fragen und Probleme erörtert und gegebenenfalls auch sofort die erforderlichen Schlussfolgerungen gezogen werden“.

10:13
Eine Anmerkung hätte ich noch, ansonsten schließe ich mich den diversen Vrroednern gerne an.
Wildfänge sind nicht nur aus Artenschutzgründen nicht besonders beliebt bei Terrarianern, sondern auch deswegen, weil sie meist wesentlich schwieriger zu halten und ans Futter zu bringen sind als Nachzuchten! Auch ich werde mir unser schönes Hobby nicht von Menschen, die selbst Schafschur für Tierquälerei halten nicht kaputtreden lassen!
19:36
@#7 Phelsuma88, Du brauchst den Kommentar von #6 nicht ernst zu nehmen, er stellt schließlich nicht die eigene Meinung des Autoren dar, sondern wurde komplett einkopiert (einfach mal kopieren und bei google eingeben, dann sieht man, daß dieser Kommentar im Wortlaut schon auf etlichen Seiten gepostet wurde, soweit ich mich erinnere, stammt er ursprünglich von den Menschenhassern von Pro Wildlife.).
Davon abgesehen ist der Kommentar #6 aber sowieso sinnfrei, weil hier Behauptungen aufgestellt werden, die unbelegt sind. Und man beachte auch, daß hier von Entführung statt von Entnahme gesprochen wird. So ein Senf...
16:12
#6 Wie kann man sich auf die Aussage stützen die Tiere werden fast alle aus der Natur entnommen ?
Es gibt von fast jeder erdenklichen Art Nachzuchten, seien sie aus Deutschland oder von Farmen.Diese Behauptung ist damit allein schon widerlegt wenn man sich ansieht, wie viele Hobby Terrarianer ihre eigenen Nachzuchten anbieten.Die Aussage über mangelnde Sachkenntnis ist kein Einzelfall, diese gibt es bei jeder Art von Tierhaltung sowie bei Kindererziehung.Wie ich auch schrieb, es gehören zu einem Vertrag immer zwei Personen, daher sollte man hier nicht alleine die Verkäufer nieder reden.Was soll in dieser Gesetzgebung geändert werden ? Tierhaltung komplett Verbieten ?
12:39
Zurzeit leben etwa 10 000 Giftschlangen, 200 000 Würgeschlangen und 10 000 Warane, Pfeilgiftfrösche und Chamäleons in deutschen Wohnzimmern. Diese vielfach aus freier Natur entführten Tiere werden, einmal bei uns in Europa, oft ohne die nötige Sachkenntnis gehandelt und verkauft, sodass immer wieder Exoten sterben, weil ihre Halter im Umgang mit den teilweise auch für Menschen gefährlichen Tieren überfordert sind. Hinzu kommt, dass viele vom Aussterben bedrohte und deshalb geschützte Arten bei Sammlern besonders begehrt sind und im Verkauf hohe Preise erzielen – was wiederum den Schmuggel antreibt. Das alles wird von einer nicht einheitlichen, mitunter gänzlich fehlenden Gesetzgebung begünstigt.
00:00
Vewrbrechen gegen die Natur müssen wie Verbrechen gegen die Menschlichkeit behandelt werden!
19:07
Schade, dass hier mal wieder die Terraristik zu unrecht schlecht geredet wird.Im Grunde hat #2 alles gesagt.Nur vielleicht noch zu den illigalen Verkäufen, es sind immer zwei dafür verantwortlich.
Wenn ich ein Tier kaufe informiere ich mich auch dementsprechend und wenn ich keine Aussage über die Herkunft bekomme kaufe ich nicht.
16:28
Und noch ein Problem biete eine solche Messe für Wildtiere; Die private Haltung von Wildtieren nimmt nach.. ; Ich bin bis heute jedes Mal geschockt, wie man mit Wildtieren umgeht...
Definiton Wildtier auf Wikipedia.de:
Als Wildtiere bezeichnet man in der Regel in der Wildnis lebende Tiere , die im Gegensatz zu den Haustieren nicht domestiziert sind. Der Begriff ist nicht zu verwechseln mit dem Ausdruck Wild, mit dem ausschließlich die im Zusammenhang mit Jagd relevanten Tiere gemeint sind.
Nicht domestiziert sein dürften demnach auch Hamster, Mäuse, Zierfische und Vögel. Dennoch kann ich die meißten davon in jedem Zooladen kaufen. Abgesehen von Vöglen und Zierfischen kann ich mit aber bei Nagetieren und auch bei Reptilien heutzutage relativ sicher sein das ich Deutsche Nachzuchten bekomme.
Was die Messe angeht so ist es leider so das dort tatsächlich Wildfänge angeboten werden. Aber der Großteil der dort angebotenen Tiere sind Nachzuchten! Je mehr DNZ angeboten werden desto weniger sind Wildfänge gefragt und nötig.
Was die Verkaufsbedingungen angeht, nun ja es ist eine eintägige Börse und da ist es leider so üblich. Bei Zierfischbörsen ist es oft ähnlich. Eine vernünftige Unterbringung ist bei einer Verkaufsbörse leider nicht möglich. Richte ich ein Terrarium ein so wie es die jeweilige Art benötigt wird sich das Tier aufgrund der ungewohnten Umgebung in die angebotenen Verstecke zurück ziehen. Und was man nicht sehen kann, kann man nicht verkaufen. Sicher wäre eine Unterbringung in zumindest vernünftig beheizte und mit entsprechender Luftfeuchtigkeit versehenen Terrarien wünschenswert, aber den dafür notwendigen Platz wird es nicht geben und die Stromkosten wird der Veranstalter wohl auch nicht zahlen wollen.
Aus diesem Grunde wird der verantwortungsbewusste Halter entweder vorab mit dem Züchter einen Kauf vereinbart haben und dort in Hamm nur die Übergabe der Tiere vornehmen oder lieber direkt beim Züchter die Tiere abholen.
16:25
@xxyz: Alle normalen Haustiere, vom Meerschweinchen über den Wellensittich bis zur Katze, sind im Grunde ebenfalls exotische Tiere. Und Tierschutzverstöße SCHEINEN vorzuliegen, tun es aber nicht. Und selbstverständlich hat die Terraristik was mit Tierliebe zu tun, nur eben nicht die einfache Variante, bei der nur pelzige Tierchen mit Kindchenschema-Gesicht bekuschelt werden. Und Gifttiere sind (von harmlosen Vogelspinnen und noch harmloseren Pfeilgiftfröschen mal abgesehen) auch nur eine minimale Randerscheinung in der Terraristik. Sie dürfen auf Börsen i.d.R. auch gar nicht, oder nur unter ganz bestimmten Bedingungen abgeboten werden.
Aber nun zu meinem eigentlichen Kommentar:
„Wer früher einen Kampfhund wollte, kauft sich jetzt eine Mamba“ - Eigentlich kann man bei diesem Satz schon aufhören zu lesen. Biologin Sandra Altherr, keine Unbekannte, in der Tat, ich kann mich nur leider nicht erinnern, daß von dieser Person jemals etwas vernünftiges gekommen wäre. Und ich habe es langsam satt, immer wieder Artikel zu lesen, in denen den bösen Ammenmärchen von Pro Wildlife, PETA, und Konsorten eine Plattform geboten wird.
Die Terraristika findet an ca. 3 Terminen im Jahr statt, die Börse dauert dann gerade mal 6 Stunden. Die Halle ist temperiert, die Salatdosen sind genau die richtig Art de Aufbewahrung, denn wenn z.B. eine Schlange engen Kontakt zu den Seitenwänden ihres Behälntisses hat, fühlt sie sich bedeutend sicherer, als dies der Fall wäre, wenn sie mit 10 anderen Exemplaren in einem Terrarium als Verkaufsbox präsentiert würde. Luftmangel ist auch kein Problem, unter uns gesagt könnte man die Luftlöcher sogar weglassen (sie sind aber vorgeschrieben), der Luftvorrat würde trotzdem für mehrere Tage reichen. Das Anbieten einzeln verpackter Tiere entspricht übrigens der Börsenordnung, diese ist keine Auflage der Stadt Hamm, sondern wurde von den Veranstaltern selbst erarbeitet, um dem Tierschutz gerecht zu werden.
Die Tiere werden auch nicht verramscht; Hamm ist vielmehr der Anlaufort für Hobbyzüchter, die dort ihre unter viel Mühe und Zeit gewonnenen eigenen Nachzuchten an andere Begeisterte verkaufen; der Umstand, daß sich eine Tierart zuverlässig über mehrere Generationen vermehren läßt, beweist bereits, daß sich die entsprechende Art artgerecht halten läßt; heikle Arten setzen sich nicht durch. Das Angebot von Nachzuchten sorgt dafür, daß Interessierte nicht auf Wildfänge aus dem Zoohandel zurückgreifen, und dafür, daß vor allem gut haltbare Arten verbreiten.
Daß auf den Börsen gegen das WA oder die Bundesartenschutzverordnung verstoßen wird, stellt die absolute Ausnahme dar, und ist mir bei meinen etlichen Börsenbesuchen noch nie aufgefallen, das ist wohl eher Wunschdenken der Tierschutzvereine; so ein schwarzes Schaf in der Terraristikszene hätte auch keine guten Überlebenschancen, den würde die Szene selbst ausknocken; artgerechte Haltung und Artenschutz sind schließlich ein großes Thema für Terrarianer, wir brauchen keine externen Blockwarte, die aus falsch verstandener Tierliebe das schöne Hobby Exotenhaltung verbieten möchten.
Ein solches Verbot hat in einer Demokratie übrigens nichts zu suchen, da hier, zählt man mal die Auqarianer hinzu, das Recht auf freie Entfaltung von Millionen von Menschen tangiert wäre.
Und da es längst hunderttausendfach bewiesen ist, daß sich eine ganze Reihe von Tierarten ganz hervorragend halten und vermehren lassen, gibt es auch überhaupt keinen Grund dafür; die Perspektive der selbsternannten Tierschützer ist durch Anthropomorphismen verzerrt, wenn man mal mit einem von denen spricht, merkt man in der Regel schnell, daß Argumente fehlen oder, wie auch hier im Artikel, schlichtweg falsch sind. Und man stößt auf eine Verbohrtheit, wie man sie sonst bei z.B. Links- oder Rechtsradikalen, bei Hardcore-Emanzen, etc. findet; zumindest sind Argumenationsstil und die Verengung des Sichtfelds zugunsten des Festbeißens an der eigenen Ideologie frappierend ähnlich.
16:12
Ich kann auch nicht nachvollziehen, wieso normale Haustiere nicht ausreichen.
Hier scheint es massive Tierschutzverstöße zu geben.
Die Haltung von giftigen Tieren ist dann gar nicht mehr zu verstehen. Was soll das?
Tierliebe kann es nicht sein.