Studieren wie Horst Seehofer
10.11.2008 | 16:04 Uhr 2008-11-10T16:04:00+0100Neben dem Beruf studieren: Das geht an der Verwaltungs- und Wirtschaftsakademie (VWA) in Dortmund.
Dortmund. „Horst Seehofer hat auch an einer VWA studiert“, erzählt Klaus-Jochen Lehmann, der Direktor der Verwaltungs- und Wirtschaftsakademie Dortmund. Wie einst der bayerische Ministerpräsident nutzen in Deutschland zurzeit etwa 20 000 Berufstätige die Möglichkeit, neben der Arbeit zu studieren. Wer eine abgeschlossene Berufsausbildung hat, kann an der VWA in Dortmund einen dreijährigen Abendstudiengang zum Betriebswirt belegen. Am Ende der drei Jahre erwirbt man zwar keinen akademischen Grad. Das Studium gilt aber als einem Hochschulstudium vergleichbar. „Unser Anspruch ist: Wir wollen vom Niveau her zwischen FH und Uni liegen“, meint Lehmann. Deshalb seien die Dozenten überwiegend Hochschullehrer. Sie würden durch Fachkräfte aus der Praxis ergänzt.
Wer das BWL-Studium an der VWA abgeschlossen hat, hat die Möglichkeit an der FH Südwestfalen in Meschede einen Bachelor-Abschluss erwerben, der staatlich anerkannt ist. Der Erwerb des Bachelortitels nimmt noch einmal 9 Monate in Anspruch. 2 850 Euro Studiengebühren werden fällig.
Auch das Studium an der VWA ist nicht kostenlos. Die Studiengebühren betragen 500 Euro pro Semester. Dazu kommt die einmalige Prüfungsgebühr von 310 Euro, so dass die Gesamtkosten eines dreijährigen Studiums bei 3310 Euro liegen.
Neben dem Abendstudiengang wird auch eine duale Berufsausbildung für Abiturienten angeboten, die Ausbildung und Studium verbinden wollen. Außerdem gibt die Möglichkeit, den Aufbaustudiengang „Personalwirtschaft“ zu belegen. Ab Januar 2009 wird zusätzlich das einjährige weiterführende Studium „Controlling“ eingeführt.
Die Verwaltungs- und Wirtschaftsakademien blicken auf eine 100-jährige Geschichte zurück. 1907 führten die Stadt Essen und die Essener Industrie- und Handelskammer erstmals Fortbildungskurse für Kaufleute durch. Daraus entstanden schließlich die Akademien – eine neue Bildungseinrichtung neben den Hochschulen. „Das war ja damals in der Kaiserzeit so, dass man die Universitäten aus dem roten Ruhrgebiet fernhalten wollte“, erklärt Lehmann. In Deutschland gibt es mittlerweile etwa 100 Akademien. Träger der VWA Dortmund sind die Stadt und die Industrie- und Handelskammer.
VWA Dortmund
Königswall 44-46
44137 Dortmund
Tel.: 0231/5024941

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