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Interview

Rüttgers: "CO2-Pipeline bietet große Chancen"

05.09.2008 | 06:58 Uhr
Rüttgers: "CO2-Pipeline bietet große Chancen"

Dortmund. Eine Rezession sieht er nicht, aber eine Abschwächung der Konjunktur - Im Gespräch mit der WR erläuterte NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (57) seine Pläne zur Stützung der Wirtschaft.

WR: Herr Ministerpräsident, bis zur Landtagswahl sind es noch 20 Monate. Was wollen Sie bis dahin anpacken? Erwartet uns eine Politik der ruhigen Hand?

Rüttgers: Von ruhiger Hand kann keine Rede sein. Wir haben noch viel Arbeit bis dahin. Was wir nicht tun werden ist, einen endlosen Wahlkampf zu führen. Die Leute hätten zu Recht kein Verständnis dafür, wenn sich die Parteien monatelang mit sich selbst beschäftigen würden.

Was also packen Sie an?

Die wirtschaftliche Lage im Land hat sich in den letzten drei Jahren erheblich verbessert. Wir müssen nun verhindern, dass der Aufschwung wegkippt. Ich sehe zwar keine Rezession auf uns zu kommen, aber dass sich die Konjunktur abschwächen wird, davon müssen wir ausgehen.

Sie haben mit Ihrem Antirezessions-Programm Berlin ein Aufgabenheft vorgelegt. Was kann das Land tun, um den Wirtschaftsmotor in Gang zu halten?

Wir werden weiter unnötige Hemmschuhe für wichtige Investitionen entfernen. Da ist ja schon vieles geschehen. Aber etwa bei der Planung und Genehmigung von Verkehrsprojekten oder Kraftwerken sollten wir noch schneller werden. Wir investieren massiv in die Bildung: wir brauchen mehr Ingenieure und Naturwissenschaftler. Mit dem Bund müssen wir am Energiemix der Zukunft und an der Energieeffizienz arbeiten. NRW hat Vorschläge zu Steuervereinfachungen vorgelegt. Wichtig sind auch Ordnungskonzepte für die internationalen Finanzmärkte, damit in Zukunft Krisen vermieden werden. Dieses Programm stärkt die Angebotskräfte und wird das Wachstum positiv stabilisieren.

Ein Großprojekt ist die von RWE geplante CO2-Pipeline vom Rheinland nach Norddeutschland. Hat sie Chancen auf Realisierung?

Zunächst einmal: Die Zuständigkeit für die rechtliche Seite liegt bei der EU und beim Bund. Ich halte die Idee eines CO2-freien Kohlekraftwerks für ein hoch spannendes Projekt und es enttäuscht mich sehr, dass gerade die Grünen gleich wieder reflexartig nichts als Bedenken äußern, statt die Chancen dieser Idee in den Vordergrund stellen.

Angesichts zuletzt mehrerer Unglücksfälle mit ausgetretenem Kohlendioxid ist es doch nachvollziehbar, dass Menschen sich Sorgen machen.

Ich nehme diese Sorgen sehr ernst. Und deswegen ist es unverzichtbar, dass Unternehmen und Behörden von Anfang an mit offenen Karten spielen. Der Planungsprozess muss weitgehend öffentlich stattfinden, um die nötige Akzeptanz in der Bevölkerung zu bekommen.

Wie steht es auch Ihrer Sicht um den Standort Ruhrgebiet? Präsentiert sich diese Region nach außen hin von ihrer besten Seite?

Viele Unternehmen und Investoren haben die Stärken des Reviers erkannt und sind hier vertreten. Woran wir meines Erachtens noch arbeiten müssen, ist die Herausstellung der so genannten weichen Faktoren, die wir reichlich zu bieten haben: Kultur, Landschaft, Lebensqualität.

Gilt außerhalb immer noch das Klischee vom dreckigen Ruhrgebiet, wo die Briketts vom Himmel fallen?

Naja, so schlimm ist es sicher nicht. Die Zeiten sind vorbei. Aber das Ruhrgebiet, überhaupt Nordrhein-Westfalen, hat zu lange damit geworben, dass es hier gar nicht so schlecht sei, wie viele denken. Das ist fatal und bewirkt nur das Gegenteil. Wir müssen mehr über unsere Stärken reden. Zwei Beispiele: Wir haben mehr Seen und Schlösser als Bayern. Wir haben die meisten und sehr schöne Zoos in Europa. Die Schönheiten dieser Region müssen wir offensiv kommunizieren.

Aber es gibt auch den harten Faktor Geld. Ist die Regierung bereit, wirtschaftliche Investitionen in NRW finanziell zu unterstützen?

Natürlich unterstützen wir erfolgversprechende Ansätze, auch durch Zuschüsse. Aber das alte Gießkannenprinzip gilt nicht mehr. Wir schlagen ein neues Kapitel im Strukturwandel auf. Die Zeit der in Düsseldorf verordneten Leuchtturmprojekte ist vorbei. Das war ein Irrweg.

Und wie sieht Ihre Alternative aus?

Die Ideen müssen vor Ort entwickelt werden, das Land fördert dann die besten. Nicht jeder muss alles haben und machen. Das Revier muss enger zusammenrücken. Gelingt es der Region, ihre Kräfte zu bündeln und zu einer optimalen Zusammenarbeit zu gelangen? Dies ist die entscheidende Zukunftsfrage des Ruhrgebiets.

Walter Bau

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Kommentare
05.09.2008
10:52
Rüttgers: CO2-Pipeline bietet große Chancen
von vantast | #13

Herr Rüttgers hat Recht, die Pipeline hat große Chancen, auch für Attentäter.

05.09.2008
08:28
Rüttgers: CO2-Pipeline bietet große Chancen
von Protestwähler | #12

Die größte Chance der Pipeline:
Die dummschwätzende Polit-Clique mal in eine Reihe stellen und ne halbe Minute dran rumschnüffeln lassen.
Das Flenst!
Und zum guten Schluß des Interviews sagt er noch die klare Spaltung des Landes an, um es so zu einen..

05.09.2008
01:52
Rüttgers: CO2-Pipeline bietet große Chancen
von Detie aus Sprockhövel | #11

Nein, nicht noch einmal diesen Herrn lesen und hören zu Themen, von denen er keine Ahnung zu haben scheint.

05.09.2008
01:19
Rüttgers: CO2-Pipeline bietet große Chancen
von radieschen | #10

Oh Herr, sie wissen nicht, was sie sagen und was sie tun.
Frei angelehnt an die Bibel, die sicherlich Rüttgers auch zu seinem geistigen und religiösen Hintergrund zählt.

04.09.2008
23:03
Rüttgers: CO2-Pipeline bietet große Chancen
von MAL ÄHRLICH | #9

Und nicht nur der liebe Herr NOCH Ministerpräsident hat keinen Horizont, nein die gesamte CDU ist doch ein Trauerhäuflein, daß bereits 2009 bei der Kommunalwahl in NRW ein Debakel erleben wird!

04.09.2008
22:45
Rüttgers: CO2-Pipeline bietet große Chancen
von koeter | #8

Nicht immer nur auf den Rüttgers hauen, der Mann hat eben nur einen eingeschränkten Horizont.
Seine beeindruckende Unfähigkeit, die er ja immerhin eindruckvoll während seiner Zeit als Bundesminister für Bildung, Wissenschaft, Forschung und Technologie beweisen durfte, ualifizierten ihn immerhin - WC abzulösten - mit allen Konsequenzen.
Man möchte vor Wut am liebsten in die Tischkante beissen!

04.09.2008
21:59
Rüttgers: CO2-Pipeline bietet große Chancen
von Alois-Egon | #7

Sehr geehrter Herr Rüttgers,
gehen Sie nach Berlin und fragen Ihre Chefin. Die wird Ihnen bestätigen, das die Zeit, in der mit der Klimahysterie Milliarden unsinnig verpulvert werden können vorbei ist.
Sie wird Ihnen sagen, was Sie vermutlich selbst schon lange wissen. CO2 ist nicht der Klimakiller.

Das wissen nun auch immer mehr Staatsbürger, und deshalb können Sie aufhören, die Milliarden zur Reduzierung und Vermeidung von CO2 auszugeben.
Der Bau einer CO2 Pipiline ist nun wirklich mehr als unsinnig. Fordern Sie doch alle Autobesitzer auf, ihre Autos zu zerstören und geben Sie ihnen das Geld für ein Neues. Wir hätten den gleichen Effekt, nur ein größerer Teil der Wirtschaft würde davon profitieren
oder nein, suchen Sie doch lieber nach Bereichen, in denen Tätigkeiten zur rechtzeitigen Vorbereitung auf den immer schon vorhandenen und von Menschen nicht beeinflussbaren Klimawandel auszuführen sind. Dort sind die Milliarden gut untergebracht.
Vergessen Sie dabei aber nicht, dass es bei einem Klimawandel auch Gewinner gibt. Diese sollten natürlich den größten Teil für die Klimaverlierer aufbringen.
Ob mein Rat Ihnen und Ihrer Partei zum jetzigen Zeitpunkt noch nützt, weiß ich nicht, aber bis zur nächsten Wahl ist ja noch etwas Zeit.
Gestehen Sie Ihren finanziellen Raubbau ein und ändern ihn.

04.09.2008
21:39
Rüttgers: CO2-Pipeline bietet große Chancen
von Weisskohl | #6

Im Falle eines Unfalls, gegenenefalls ausgelöst durch einen gering erscheinenden Fehler, wird der wirtschaftliche Aufschwung der Bestattungsunternehmen unübersehbar sein!!! Das könnte sich sogar belebend auf die Binnenkonjuktur auswirken!

04.09.2008
21:27
Rüttgers: CO2-Pipeline bietet große Chancen
von Elektrosteiger | #5

CO2-Pipeline bietet große Chancen
Dieser Herr hat das Glück, das er NIEMALS neben solch einem GEFAHRENRISIKO leben muss...

04.09.2008
21:13
Rüttgers: CO2-Pipeline bietet große Chancen
von computerprinzessin | #4

Die Wirtschaft braucht mehr Ingenieure und Naturwissenschaftler? Fragen Sie doch mal bei den Arbeitsämtern nach. Es gibt reichlich arbeitswillige von Unternehmen Freigesetzte, die gern wieder ihre Arbeitskraft zur Verfügung stellen würden!

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