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Pflegende brauchen selbst Hilfe

02.05.2011 | 18:03 Uhr

Dortmund.Der häuslichen Pflege in NRW droht der Zusammenbruch. Der Grund: Viele Pflegende, die einen Angehörigen in den eigenen Wänden betreuen, zeigen erste Anzeichen des Burn-out-Syndroms, das eine weitere Betreuung unmöglich macht.

Der Sozialverband VdK schätzt, dass die Zahl der Pflegebedürftigen in NRW bis zum Jahr 2040 von derzeit 500 000 auf rund 700 000 ansteigt. Zwei Drittel von ihnen werden zu Hause gepflegt. „Schon heute befinden sich etwa 70 Prozent der Betreuer in der ersten Stufe vom Burn-out“, sagt Silke Niewohner, Leiterin der Landesstelle Pflegende Angehörige in Münster. Aus den Gesprächen mit Betroffenen weiß sie: „Viele von ihnen befinden sich in einem Hamsterrad und sind kurz davor, zusammenzubrechen. “ Und der Bedarf nach Information sei groß: „Manche stecken schon seit Jahren in der Pflege und wissen gar nicht, welche Ansprüche sie haben und was sie an Leistungen zusätzlich zum Pflegegeld erhalten würden.“

Auch NRW-Gesundheitsministerin Barbara Steffens (Grüne) fordert dringend Verbesserungen bei der Situation pflegender Angehöriger. „Unser Ziel muss es sein, möglichst flächendeckend und ortsnah ein kompetentes und neutrales Beratungsangebot für ältere Menschen und Angehörigen aufzubauen“, sagte sie der WR. Die insgesamt 53 Pflegestützpunkte im Land allein könnten dies nicht leisten. „Die Anzahl ist bei weitem für eine wirklich ortsnahe Beratungsstruktur nicht ausreichend.“

Die Idee von Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler, für pflegende Angehörige künftig eine Kur anzubieten, sei ihrer Ansicht nach nicht zu Ende gedacht. „Der größere Unterstützungsbedarf liegt im Alltag“, sagte Steffens. „Wir müssen Angebote für pflegende Angehörige schaffen, mit denen wir sie seelisch und körperlich unterstützen und Überforderungen vorbeugen.“ Etwa durch ein breiteres Angebot haushaltsnaher Dienstleistungen wie einen stundenweisen Betreuungsservice zu Hause.

Katja Sponholz

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