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Nichts im Ring ist echt - aber das stört nicht

17.11.2008 | 17:58 Uhr
Nichts im Ring ist echt - aber das stört nicht

Dortmund. Sie schlagen, sie ringen, sie würgen sich – zumindest tun sie so. Und das täuschend echt. Kaum eine Show zieht mehr junge Menschen in ihren Bann als das Wrestling. Sonntagabend kamen die Stars des World Wrestling Entertainment (WWE) nach einem Jahr wieder in die Westfalenhalle.

„Dass die Tritte und Schläge nicht echt sind, ist schon klar. Die Atmosphäre, das ganze Drumherum – das ist, was einen so begeistert”, lechzt Marcus (20) dem Showbeginn entgegen. Sein Kumpel Stefan (18) ist extra aus Detmold angereist, um das Spektakel zu sehen. Beide in T-Shirts mit ihren aufgedruckten Kämpferstars, die sie sonst nur von der Mattscheibe kennen. Sonntag kamen sie ihnen ganz nah.

Zumindest manchen. Die Galionsfigur des WWE ist auch nach 19 Jahren noch immer der Undertaker. Ein Bösewicht in Bestattermanier. Mit tiefschwarz geschminkten Augen, dunklem Ledermantel, langen Haaren und verächtlichem Gesichtsausdruck. Auf ihn sind alle 10 000 Besucher scharf. Und ausgerechnet er kommt nicht. „Die WWE nahm den Undertaker kurzfristig aus ihrem Programm. Vermutlich ist er krank. Aber auch wir wissen nichts Genaues”, sagt Veranstalter Dominik Just.

Dafür bahnen sich unter schreiendem Jubel Michelle und Maria ihren Weg durch die Massen in den Ring. Keine Muskelpakete, sondern zwei kämpfende Sexbomben, die mit dem Publikum zu spielen wissen. „Michelle, ich will ein Kind von Dir!”, hallt es aus einer Ecke Richtung Ring. Die Blondine zeigt sich unbeeindruckt. Deutsch versteht sie nicht. Glück für das Großmaul in der hinteren Reihe. Wäre nicht das erste Mal, dass sich ein Wrestler einen Zuschauer vornimmt. Trotz des Showeffekts: Das ist nichts für Bangebuchsen.

Einen Kampf auf Messers Schneide liefern sich die beiden Mädels derweil auf den Brettern. Im Team kämpfen sie gegen Marysa und Natalya, noch zwei Schönheiten, die sich in knappen Höschen auf dem Boden wälzen.

Im Wrestling-Jargon heißen die Kampfhandlungen wie Ankle Lock, Crossface oder Sleeper Hold. Letzteres gleicht dem Schwitzkasten. Von diesen Techniken gibt es zig Arten. Letztlich dienen sie alle dazu, den Gegner zu Boden zu bringen und ihn dort zu halten, bis der Kampfrichter ausgezählt hat. Ähnlich wie beim Boxen. Nur, dass der Sieger beim Wrestling bereits vorher feststeht. Alles ist eben eine große Show.

Am Ende reißen Michelle und Maria ihre Arme in die Höhe. Sie gehen aus einem von vielen Kämpfen als Sieger hervor.

Dirk Baumgart aus Düsseldorf fiebert seit zwanzig Jahren mit. Ihm gefällt es, wenn sich Muskelpakete aufplustern und in Szene setzen. Elf Kämpfer traten Sonntag gegeneinander an, verfluchten und versohlten sich – beim Wrestling, einer Show, die ihresgleichen sucht.

Jens Ostrowski

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Kommentare
17.01.2009
20:42
Nichts im Ring ist echt - aber das stört nicht
von Medienklarsteller | #1

Zu Ihrer Information , der gegner mag vielleich abgesprochen sein aber die Kämpfe an sich sind echt und erfordern hartes Training.

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