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Männliche Gesprächskultur

Nichts bleibt wie es war

15.11.2009 | 22:56 Uhr

Die klassische Begrüßungsflosskel „Wie geht's” ist längst passé. Viel zu oberflächlich.

Kaum ein Gespräch, kaum ein Treffen mit Freunden und Bekannten vergeht, ohne das die Erkundigung nach dem Gesundheits- beziehungsgweise Gemütszustand in die Tiefe geht. „Und? Geimpft? Machse noch?” Das Ganze wird noch garniert mit einem schmutzigen Grunzen und schon waren wir wieder prächtig originell. Schweingrippe, ick hör' Dir husten.

Wenn ich jedoch gewusst hätte, welche Fragen der Zeit ein paar stramme Kerle rund um die 60 in meiner Gegenwart bei einem Bier bis ins kleinste Detail sezierten, hätte ich vermutlich noch versucht, das Impfverhalten der Westeuropäer unter besonderer Berücksichtung der Mitarbeiter von Rippchenbratereien zu diskutieren....

Da saßen diese Männer und tauschten ihre Erfahrungen zum Thema Bügeln aus. Die Schwierigkeiten, die lange Ärmel bei Oberhemden verursachen wurden abgelöst von der Notwendigkeit, unbedingt Handtücher dem heißen Dampf auszusetzen. Die werden dann weicher. Alles schön und gut, aber was ist mit Fußball, Weibern und Alkohol? Für einen kurzen Moment streiften wir wenigsten das Thema Winterreifen. Autos, immerhin. Sonst hätte ich mir echt Sorgen gemacht.

Gregor Boldt

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