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Neun von zehn Studenten zu Plagiat bereit

30.12.2007 | 18:11 Uhr

Bielefeld. Immer schneller sollen Studenten lernen. Erleichtern sie sich die Arbeit und kopieren Versatzstücke aus dem Internet, werfen die Professoren ihnen vor, geistiges Eigentum zu stehlen.

Aber das Plagiieren war dank des Internets nie leichter. Gegen einen "Generalverdacht" wehrt sich Soziologe Sebastian Sattler. Und doch: Seiner Studie unter Leipziger Soziologiestudenten zufolge sind neun von zehn Befragten bereit, fremde Texte für Hausarbeiten zu kopieren, zwei von ihnen würden fast die ganze Arbeit abschreiben. Genaue Zahlen zu Plagiaten gibt es nicht, Schätzungen sprechen von 25 bis 30 Prozent.

Die geleimten Profs schlagen zurück

"In der Regel verraten sich Plagiate durch den Stil - erst kommt eine hölzerne Einleitung, dann ist alles glänzend", sagt der Bielefelder Historiker Prof. Thomas Welskopp. Doch die geleimten Profs schlagen zurück. Als erste Hochschule habe die Uni Bielefeld schon 2002 eine Software eingesetzt, die Arbeiten mit Milliarden Internet-Seiten abgleicht. "Es reicht eigentlich aus, auf das System hinzuweisen", sagt der Bielefelder Soziologe Nils Taubert. "Das hat abschreckende Wirkung. Dabei habe das System nur 15 Fälle von Plagiaten aufgedeckt.

Die Gründe für Plagiate in wissenschaftlichen Arbeiten sind vielfältig, weiß der 26 Jahre alte Leipziger Soziologe Sattler, der in Bielefeld promoviert: Konkurrenzdruck, weniger Aufwand, auch geringe Fähigkeiten im wissenschaftlichen Arbeiten spielen eine Rolle. Software im Kampf gegen Plagiate lasse sich austricksen. "Plagiatoren können sich genauso professionalisieren wie gedopte Sportler", erklärt er. Das Internet als Quelle sei fast unerschöpflich, sagt Prof. Debora Weber-Wulff von der Berliner FH für Technik und Wirtschaft. Allein beim Portal www.hausarbeiten.de gebe es mehr als 71 000 Stücke in 428 Fächern.

Von Thomas Strünkelnberg


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