Neue Ungereimtheiten um Medical Park
27.08.2009 | 18:45 Uhr 2009-08-27T18:45:00+0200
Castrop-Rauxel. Der Medical Park Ruhr, auch Ayurveda-Zentrum genannt, direkt gegenüber des Rathauses in Castrop-Rauxel, ist nun auch im Fokus der Politik.
An Karl-Josef Laumann, Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales NRW, ist ein Schreiben des CDU-Landtagsabgeordneten des Kreises Recklinghausen, Josef Hovenjürgen, unterwegs. Er möchte einige Fragen beantwortet haben.
Wie berichtet, prüft die NRW-Bank derzeit Rückforderungen von Subventionen. Grund: Der Betreiber des Medical Park Ruhr, Thomas Vallomtharayil, habe die geförderten 25 Ausbildungsstellen im Ayurveda-Bereich nicht eingerichtet und wird sie auch wohl nicht schaffen können.
„Sollten die Aussagen, hinsichtlich der Nichteinhaltung von Förderauflagen zutreffen, welche Auswirkungen hätte dies auf das Projekt in Castrop-Rauxel und die geflossenen Fördermittel”? fragt der Abgeordnete.
Und noch eine Frage hat er an den Minister: „Ist Ihrem Haus bekannt, dass der heutige Rechtsbeistand des Investors Vallomtharayil, Herr Ministerialrat Dr. h.c. Rainer Dietrich, gleichzeitig im damals zuständigen NRW-Ministerium unter der Leitung von Minister Schartau, SPD, für die Mittelvergaben im Ministerium verantwortlich war?” Genau zu diesem Punkt und anderen Fragen zum Ayurvedazentrum laufen bereits seit einer Woche Anfragen unserer Zeitung beim Gesundheitsministerium. Doch außer der ausweichenden Antwort, es sei nicht zuständig, gab es keinerlei Information.
Bekannt wurde jetzt, dass einige Handwerksbetriebe, die beim Bau des Medical Parks Ruhr Aufträge erhalten haben – 2007 wurde eröffnet – bis heute auf ihr Geld warten. So bekommt ein Landschaftsbauer aus der Region immer noch über 70 000 Euro. Aus seiner Privattasche musste der Handwerker 50 000 Euro zuschießen, damit Mitarbeiter und Baumaterial bezahlt werden konnten. „Wäre ich privat nicht so gesund aufgestellt, wäre ich an der Sache pleite gegangen”, sagt der Chef der Firma, Georg Brandschädel.
„Jede Menge Rechnungen sind noch offen. Zum Beispiel für die Feuerwehrpfosten und die Absenkungen. Einen Zaun vom Ayurveda-Grundstück zu einem Nachbarn habe ich bisher auch selbst bezahlt.” Brandschädel ist nur noch sauer. Überlegt hatte er, ob er sich nicht sein nicht bezahltes Material wieder holt. „Doch diese Methode, wenigstens an einen Teil meines Geldes zu kommen, lässt mein Anwalt nicht zu, weil es ungesetzlich ist.”
Der Landschaftsplaner musste sich belehren lassen, dass Sachen, die einmal fest eingebaut worden sind, auch in solchen Fällen nicht wieder zurückgeholt werden dürfen.
Der Sohn des Investors des Medical Park Ruhr sieht die Angelegenheit ein wenig anders. „Die Aussage von Herrn Brandschädel entspricht nicht den Tatsachen. Unsere Architektin hat ihn mehrfach dazu aufgefordert, seine Abschlussrechnung entsprechend den gesetzlichen Bestimmungen zu verfassen. Nur in dieser Form ist es ihr möglich, die Rechnung zu prüfen und zur Zahlung freizugeben.” Solange er dies verweigere, gehe die Sache nicht weiter. „Hätte er einen tatsächlichen Rechtsanspruch, so wie er behauptet, hätte er uns längst gerichtlich zwingen können.”
Brandschädel sieht das Ganze lediglich als Hinhaltetaktik an. Er hat einen Anwalt eingeschaltet.

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