Krankenkassen kündigen Zusatzbeiträge an
21.07.2009 | 19:20 Uhr 2009-07-21T19:20:00+0200
Dortmund. Auf rund 70 Millionen gesetzlich Krankenversicherten könnten nach Prognose der Deutschen Angestellten Krankenkasse bald Zusatzbeiträge zukommen. Läuft der Gesundheitsfonds so weiter, „müssen ab 2010 flächendeckend Zusatzbeiträge erhoben werden”, sagte DAK-Chef Herbert Rebscher.
In einigen Monaten könnten auf die rund 70 Millionen gesetzliche Krankenversicherten offenbar Zusatzbeiträge zukommen. Läuft der Gesundheitsfonds so weiter, „müssen ab 2010 flächendeckend Zusatzbeiträge erhoben werden”, sagte DAK-Chef Herbert Rebscher.
AOK warnt vor Kassendefizit
Ein DAK-Sprecher machte dafür gegenüber der Westfälischen Rundschau „zurückgehende Einzahlungen wegen steigender Arbeitslosigkeit” verantwortlich. Die Chefin des Spitzenverbandes der gesetzlichen Krankenkassen (GKV), Doris Pfeiffer, hatte vor kurzem geäußert, 2010 müssten viele der derzeit 196 Kassen Zusatzbeiträge von bis zu 36,75 Euro pro Monat erheben. Auch Techniker-Krankenkassen-Chef Norbert Klusen prophezeite: „Ich gehe davon aus, dass 2010 die meisten Kassen Zusatzprämien erheben müssen.” Der AOK-Bundesverband warnte vor einem Kassen-Defizit von rund 7 Milliarden Euro für 2010 wegen weiterer krisenbedingter Einbrüche bei den Löhnen. Er untermauerte damit Forderungen nach höheren Zuschüssen. Nach Rechnungen der AOK müssen die Zusatzbeiträge elf Euro pro Monat betragen, damit das Defizit ausgeglichen werden kann.
Als Grund für die anstehende Erhebung der Zusatzbeiträge nannte DAK-Chef Rebscher die schlechte finanzielle Ausstattung der Kassen. Schon in diesem Jahr hätten die Kassen drei Milliarden Euro weniger, als sie brauchten. „Da sich die Situation am Arbeitsmarkt im kommenden Jahr deutlich zuspitzt, könnte das System schon 2010 mit bis zu elf Milliarden Euro unterfinanziert sein”, so Rebscher zu „Rheinischen Post”.
„Ewige Kassandra-Rufe”
Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) bezeichnete die Prognosen als Schwarzmalerei und verwies auf GKV-Überschüsse von 1,4 Milliarden im Jahr 2008 und einer Milliarde Euro im ersten Quartal des Jahres 2009.
Ihr Ministerium wies die Warnung zurück. „Die ewigen Kassandra-Rufe von Kassenchefs wie Herrn Rebscher bringen gar nichts”, sagte die Parlamentarische Staatssekretärin, Marion Caspers-Merk (SPD). „Sicherlich wirkt sich die allgemeine Krise auch auf die Sozialversicherungen aus”, räumte sie ein, „allerdings erwarten wir von gut bezahlten Kassenmanagern, dass sie ihren Job machen und ordentlich mit den Beitragsgeldern wirtschaften.” „Die Krankenkassen sind in diesem Jahr gut aufgestellt”, sagte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums zur WR. Alle Kassen seien entschuldet und durch den Gesundheitsfonds abgesichert. (mit ddp)

23:52
Berichtigung: er könnte natürlich auf 15,472% gesenkt werden: 15,5% minus 0,182% von 15,5% = 15,472%.
23:48
Wie die Leute eigentlich immer auf die Idee kommen, dass die Gehälter der Krankenkassenchefs das Problem seien,
Jeder Grundschüler kann eine einfache Rechnung machen:
Die Ausgaben der gesetzlichen Krankenkassen 160 Mrd. beträgt jährlich etwa 160 Mrd.
Wenn jeder der 300 Vorstände der gesetzlichen Krankenkassen pro Jahr 1 Mio Euro verdienen würde (in Wirklichkeit sind es zwischen 100.000 und 200.000 Euro), wieviel Prozent der Einnahmen sind das?
Na?
Es sind 0,182%. Der Beitragssatz könnte also von 15,5% auf 15,38% gesenkt werden.
(In Wirklichkeit beträgt der Anteil der Chefgehälter der Krankenkassen etwa 0,03%)
21:45
Die einfachste Lösung wäre:Eine staatliche Kranken kasse, in die alle Bundesbürger einzahlen, gleich ob Arbeiter, Angestellte, Beamte, Freiberufler, Bundes- und- Landtagsabgeordnete usw.
Fazit: Über 300 Vorstände und Vorstandsmitglieder wären überflüssig, die Gehälter könnten eingespart werden. Im Umkehrschluss müssten die Beiträge rapide sinken. Nur wer soll das den privaten Krankenkassen erklären, denn die machen das große Geschäft.
00:21
Die meisten diskutieren hier weil sie glauben, dass
1. gesetzliche Krankenkassen Gewinne machen dürfen
2. Ulla Schmidt die Chefin der Krankenkassen wäre
3.die Vorstände der gesetzlichen Krankenkasen Milliarden verdienen würden
4. die Wirtschaftskrise keine Auswirkungen auf die Einnahmen der gesetzlichen Krankenkassen haben
Und solche Leute dürfen wählen.
18:42
#19
ja viel wahres dran. Frau Schmidt bekommt übrigens morgen ihren neuen Dienstwagen - beste S - Klasse ohne Motor - es geht in Deutschland ja eh nur Bergab.
11:36
Natürlich... im erhöhen sind die Kassen ganz groß. Aber nichtmal mehr die knapp 30 Euro für eine Haautkrebsvorsorge werden mehr übernommen, weil man ja noch keine 35 ist...
Wie einige Vorredner schon sagten... Erhöht wird munter, geleistet nahezu gar nichts.
Und da wird immer behauptet in den USA wäre es so viel schlimmer. Wozu bin ich eigentlich noch versichert?
09:22
Nachtrag zu meinem Kommentar # 38 : Es sollte natürlich „hohem Niveau“ heißen.
An alle, die hier auf Arbeitslose und Migranten schimpfen:
Wieso glauben Sie dem Jammern der GKV ohne weiteres?
Überprüfen Sie die Fakten, bitte, doch erst einmal selbst, bevor Sie auf Menschen los gehen.
Nur zur Erinnerung:
Vor Harz IV gab es Arbeitslosengeld, dann Arbeitslosenhilfe und gesondert, Sozialhilfe.
Durch Harz IV sind Arbeitslosenhilfe und Sozialhilfe zusammen gelegt worden.
Alle in einen Topf! Das Konzept geht aber nur auf, wenn tatsächlich genügend Arbeitsplätze vorhanden sind. Sind es aber nun mal nicht!
In der BRD fehlen fünf bis sechs Millionen Vollzeitarbeitsplätze, die die asoziale Wirtschaft mit Hilfe des politischen Systems ins Billiglohn-Ausland transferiert hat.
Was ist in den Köpfen der Menschen passiert?
Harz IV = Sozialhilfeempfänger, Sozialhilfeempfänger = Sozialschmarotzer
Und wieder zerfleischen sich die Arbeitnehmer untereinander, anstatt über die wirklich Ursachen nachzudenken.
Viele vergessen, oder verdrängen, dass auch sie nach 12 Monaten Arbeitslosigkeit in Harz IV rutschen können.
Ich bestreite nicht, dass es durchaus Personen gibt, die Arbeit für Zeitverschwendung halten. Die gab es immer, und die wird es immer geben, allerdings ist es einfach eine unglaublich Unverschämtheit jeden, der länger als 12 Monate arbeitslos ist, zu diesen Personen zu zählen.
08:52
Die gesetzlichen Krankenkassen (GKV) jammern auf hoehm Niveau.
Hier mal die Überschüsse der GKV seit 2004:
2004 - 4,02 Mrd. Euro, 2005 - 1,67 Mrd. Euro, 2006 - 1,73 Mrd. Euro, 2007 - 1,08 Mrd. Euro, 2008 - 0,73 Mrd. Euro, 1. Quartal 2009 - 1, 00 Mrd. Euro!
Die bei den Krankenkassen bis Ende 2003 aufgelaufenen Schulden wurden in den letzten Jahren Schritt für Schritt abgebaut. Während bis Ende 2003 bei allen verschuldeten Kassen Bruttoschulden in Höhe von 8,3 Mrd. Euro vorhanden waren, hatten die Kassen bis Ende 2008 wieder ein Vermögen von über 4 Mrd. Euro aufgebaut.
08:41
Ärtze sind auch mit Schuld an der Misere, denken auch nur an ihren Gewinn und verschreiben wie schon mehrfach falsch dosierte und abhängig machende Medikamente.
08:34
Sollte meine Kasse, die Techniker-Krankenkasse, es wagen, Zusatzbeiträge zu erheben, bin ich da sofort weg!
Ich erwarte statt dessen endlich vernünftige Möglichkeiten, meinen Tarif zu senken!
(Die sollen erstmal ihre Lobby-Organisationen abschaffen. Gestern im Fernsehen: Da gibt es Leute, die werden bezahlt und sitzen den ganzen Tag in der Sonne auf der Parkbank, weil sie nichts zu tun haben. Unfassbar!)
Gibt es eigentlich schon ein Online-Portal, indem die Kassen aufgeführt werden, die Zusatzbeiträge erheben? Ich würde dann empfehlen, prinzipiell zu wechseln dorthin, wo es keine Zusatzbeiträge gibt.