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Kinderkrach ist kein Lärm

10.02.2011 | 19:59 Uhr
Kinderkrach ist kein Lärm
Foto: Knut Vahlensieck - Kinder in der fabido Kindertagesstätte Lange Straße machen Lärm im Außenbereich des Kindergartens, der mitten in einem Wohngebiet liegt.

Dortmund.   Der Kinderlärm-Presslufthammer-Vergleich des Vorsitzenden der Senioren-Union NRW, Leonhard Kuchart, hat bundesweit für teils heftige Kritik gesorgt.

Eine Welle der Empörung hat der Landesvorsitzende der nordrhein-westfälischen Senioren-Union, Leonhard Kuckart, mit seiner Forderung ausgelöst, aus Lärmschutzgründen Kindergärten aus Wohngebieten herauszuhalten. Der CDU-Politiker aus Schwelm geriet dabei auch aus den eigenen Reihen heftig unter Beschuss. Kuckart hatte zuvor den Lärm spielender Kinder mit dem Hämmern eines Pressluftbohrers verglichen.

In Berlin bekam Kuckart Kritik von allen Seiten. „Kinder gehören in die Mitte unserer Gesellschaft“, sagte Familienministerin Kristina Schröder (CDU). „Und Kindertagesstätten gehören nicht an die Randgebiete verdrängt, sondern da hin, wo die Familien wohnen.“ Kindergeräusche zu akzeptieren sei eine Wertentscheidung. „Und für mich heißt diese Wertentscheidung: Ja zu den Kindern.“

„Ein solches Statement ist eine unzumutbare Belästigung - und bestimmt nicht die spielenden Kinder“, sagte FDP-Familienpolitikerin Miriam Gruß. Heinz Riesenhuber (CDU), mit 75 Jahren ältester Abgeordneter im Bundestag, bezeichnete Kuckarts Aussage als Diskussionsbeitrag. „Mein Lebensgefühl ist aber ein anderes“, sagte der Alterspräsident. „Ich finde es prima, wenn die Generationen zusammenleben.“

„Eine Gesellschaft, die Kinderlärm als Belästigung empfindet, hat keine Zukunft. Sie wird schlicht aussterben“, forderte NRW-Familienministerim Ute Schäfer (SPD) mehr Toleranz ein. Landesumweltminister Johannes Remmel (Grüne) schlug moderatere Töne an und räumte ein, dass beim Neubau von Kindertagesstätten in einem Wohngebiet „die Interessen älterer Menschen berücksichtigt werden müssen“. Kindergeschrei dürfe aber nicht mit Verkehrs- und Industrielärm verglichen werden, so Remmel.

„Um heute gehört zu werden, muss man provozieren“, verteidigte Leonhard Kuckart gestern seine Äußerung. Er sei nicht kinderfeindlich, sondern setzte sich für die Belange der älteren Menschen ein. Wenn die Bundesregierung mit der neuen Immissionsschutzverordnung den Bau von Kindertagesstätten in Wohngebieten generell schütze, seien „die Interessen nicht richtig abgewogen“. Für ihn spielt dabei die Quelle des Lärms keine Rolle: „Ob Presslufthammer oder Kinder – die Wirkung ist doch die gleiche.“

Kuckart schlug im Gespräch mit der WR vor, die Folgen von Kinderlärm in reinen Wohngebieten wissenschaftlich untersuchen zu lassen und dabei die Umweltschutzverbände einzubinden.

Carsten Menzel Daniel Freudenreich

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Kommentare
11.08.2011
11:58
Kinderkrach ist kein Lärm
von tom009 | #6

nun die alten die sich jetzt beschweren waren sicherlich als kinder derart brav das diese wahrscheinlich eine stecknadel fallen hörten.

kein wunder das es immer weniger kinder hier gibt bei solchen alten.

ich glaube wenn wir dessen eltern bzw großeltern fragen könnten würden die heutigen alten noch wer weiß wie was hinter die löffel kriegen.

16.02.2011
12:11
Kinderkrach ist kein Lärm
von Hoffi65 | #5

Was hat bitte Kinderlärm mit Umweltschutz zu tun? Hier werden Kinder mit Umweltverschmutzung gleichgestellt. Was soll denn die angedachte Untersuchung bringen? Das streitsüchtigen Senioren von amtswegen her eine psychische Höchstbelastungsgrenze gegen die Umweltverschmutzer Nachwuchs ausgestellt wird? Es heißt nicht umsonst: Eltern, seid gut zu euren Kindern, denn sie suchen euer Altenheim aus.
Wo solches verknöcherte Volk hingehört, will ich hier lieber nicht schreiben, sonst wird mein Beitrag gelöscht.

11.02.2011
23:20
Blockierter Kommentar.
von rsdinslaken | #4

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

11.02.2011
21:48
Kinderkrach ist kein Lärm
von vates | #3

Die Frage, wo sollen Kinder spielen wird erst dann beantwortungsfähig, wenn man klärt, wo haben Kinder früher gespielt und was ist heute alles verboten, und zwar so verboten, daß sowohl Kinder als auch Eltern mit empfindlichem Vorgehen der Politik gegen sie rechnen müssen!
Nur ein Beispiel von Vielen - fällt auf öffentlichen Grund Obst und höbe es ein Kind auf, würde es sich selbst und die Eltern strafrechtsrelevant verhalten!
Wer so eine Gesellschaft will, sollte sich also eine Insel, möglichst in eiskalten Gefielden kaufen und dort eine Gesellschaft nach seinem verqueren Muster etablieren. Man darf gespannt sein, wie lange diese Gesellschaft Bestand hätte
(gefundene Schreibfehler können im Übrigen von den findern behalten werden)!

11.02.2011
21:37
Kinderkrach ist kein Lärm
von acteo | #2

Meinung eines Sandwich-Bürgers,
Als Beitragspflichtiger Arbeitnehmer, OK Kinder lärm kann nerven! ?
überlege eine Klage anzustreben?, in der es um folgendes geht:

Senioren dürfen den Öffentlichen Straßenverkehr nur zwischen 8.30 Uhr und 15Uhr benutzen, um jegliche Störungen im Arbeitsleben zu vermeiden.
Nach Feierabend der arbeitenden Bevölkerung generelles Betretungsverbot sämtlicher Geschäfte, damit die Arbeitnehmer( und Rentenzahler) endlich effektiv Ihre persönlichen Angelegenheiten erledigen können.
Sämtliche Termine bei Ärzten haben außerhalb der möglichen Termine von Arbeitnehmern zu liegen.
Es wird Zeit den Arbeitnehmern (derzeitigen Eltern von Kindern in Wohngebieten und Kindergärten) die Möglichkeit zu geben, die klagenden Senioren zu finanzieren.
Traurig an allem ist nur, dass Gerichte für so etwas bemüht werden müssen und manche alte Kuh oder alter Ochse vergessen hat das es auch mal ein Kälbchen war.
Mich persönlich erschreckt dass alle Senioren neben einem Kindergarten wohnen.
Irgendwie fehlen doch ständig welche?!
Aber Hauptsache Christlich (liebe deinen Nächsten, Kinder sind auch Nahe) Demokratisch (umme) Union (nsozial)

11.02.2011
08:12
Kinderkrach ist kein Lärm
von Beule | #1

Natürlich kann Kinderlärm nerven. Dies hängt auch immer von der Zeit und der Gelegenheit ab. Aber natürlich gehört dieser Lärm zu uns und in die Mitte der Gesellschaft. Vielleicht sollt man, statt die Zeitungen mit unnötigen Zeilen und Diskussionbeiträgen zu füllen, sich lieber darauf besinnen, nachbarschaftlich mit einander umzugehen. Hilft.
PS auch ich habe gemeinsamt mit Freunden mit Bällen gegen Garagentore geschossen. Wer von uns nicht?

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