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Schweinegrippe

Kinder mit Fieber werden nicht geimpft

16.11.2009 | 18:39 Uhr

Dortmund. Eine öffentliche Impfstelle des Dortmunder Gesundheitsamtes gegen die Neue Grippe ist nach der Eröffnung am Montag auf nur wenig Interesse gestoßen. In den ersten zwei Stunden fanden sich nur 26 Kinder mit ihren Eltern ein.

Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte empfahl gestern, Kinder mit Fieber nicht gegen Schweinegrippe impfen zu lassen.

Leicht erhöhte Temperatur, ohne dass sich eine Erkältung oder ein sonstiger Infekt zeigt - für Eltern von Kleinkindern, die in Kindertagesstätten betreut werden, ist das Alltag und im Allgemeinen kein Grund zur Beunruhigung. Bei der steigenden Anzahl an Fällen von Schweinegrippe unter Kindern und Jugendlichen stellt sich aktuell jedoch die Frage: Kann man sein Kind trotz leicht erhöhter Temperatur gegen die Neue Influenza impfen lassen? „Bei einer Temperatur von 38 Grad oder höher wird nicht geimpft, Husten und Schnupfen ohne Fieber sind dagegen kein Problem”, erklärt Wolfram Hartmann, Kinderarzt aus Kreuztal und Präsident des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte.

Prinzipiell empfiehlt der Berufsverband ebenso wie die Ständige Impfkommission STIKO des Robert-Koch-Instituts die Impfung für Kinder aus Risikogruppen ab einem Alter von sechs Monaten. „Nachdem jetzt sehr viele Daten, vor allem aus Spanien und Schweden, aber auch den beiden deutschen Prüfzentren vorliegen, können wir sagen: Bei kleinen Kindern treten nicht mehr Nebenwirkungen bei der Impfung auf als bei Erwachsenen, so dass wir die Impfung jetzt auch für Kinder unter drei Jahren empfehlen”, sagt Hartmann.

Als Risikopatienten gelten Kinder mit Herzfehlern, mit Lungenproblemen, Stoffwechselstörungen oder auch Asthma sowie Frühgeborene und stark übergewichtige Kinder. Eine generelle Empfehlung, alle gesunden Kinder vorsorglich zu impfen, gibt es dagegen noch nicht. Das habe jedoch keine medizinischen Gründe, betont Hartmann: „Das liegt vor allem daran, dass der Impfstoff so knapp ist.” Gäbe es genügend Impfstoff, würde die Empfehlung seiner Ansicht nach mit Sicherheit lauten, alle Kinder zu impfen, denn: „Kinder sind die Hauptüberträger der Viren.”

Dabei stünden vor allem die Kleinen aus den Kindertagesstätten im Fokus, da sich Infektionen dort besonders schnell ausbreiten und Hygienemaßnahmen bei Kleinkindern so gut wie nicht umsetzbar sind. Für einen ausreichenden Impfschutz sorgen sollten auch Erwachsene, die Kontakt mit Kindern unter sechs Monaten haben.

Wer sich genauer informieren will, kann sich an seinen Kinder- und Jugendarzt wenden. In Dortmund lehnen die meisten Kinderärzte nach wie vor eine Schutzimpfung ab. Nach Auskunft des Gesundheitsamtes verabreichen nur acht von 39 Kinderärzten, und zwar nur auf ausdrücklichen Wunsch der Eltern, den Kindern den Wirkstoff.

Alternativ bieten verschiedene Krankenkassen, Gesundheitsämter und das Bundesgesundheitsministerium Informations-Hotlines zur Schweinegrippe an. Laut Hartmann muss man in allen Fällen mit Wartezeiten rechnen, denn die meisten Hotlines sind wegen der enorm gestiegenen Nachfrage nach der Impfung überlastet.

www.neuegrippe.bund.de.

Eigener Bericht

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Kinder mit Fieber werden nicht geimpft
Kinder mit Fieber werden nicht geimpft
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2009-11-16 18:39
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